02 Januar 2017

Ich wünsche mir Mut...


Für 2017 wünsche ich mir Mut.

Ich wünsche mir den Mut Entscheidungen zu treffen die mich glücklich machen, auch wenn sie unvernünftig sind. Unerwartet.

Ich wünsche mir den Mut unperfekt zu sein. Ich möchte ohne schlechtes Gewissen entspannen können. Genießen.

Ich wünsche mir den Mut loszulassen. Alles was mich offensichtlich unglücklich macht und woran ich trotzdem noch festhalte.

Ich wünsche mir den Mut nicht den einfachen Weg zu gehen. Den vermeintlich angenehmen, geregelten. Mut, zuerst alle möglichen Umwege auszuprobieren. Mit dem Strom schwimmen kann ich später immer noch.

Ich wünsche mir den Mut authentisch zu bleiben, stets so wie ich bin. Mut mein eigenes Vorbild zu sein. Nicht solche zu wählen die zwar erfolgreich, aber nicht erstrebenswert sind.

Ich wünsche mir den Mut mir keine Gedanken darüber zu machen was andere von mir halten. Die falsche Akzeptanz irgendwelcher Menschen bringt mir weder Freude, noch Glück noch Erfüllung.

Ich wünsche mir den Mut so zu leben wie ich mich gerade fühle. Wenn ich tanzen möchte, mitten auf der Straße, dann sollte ich das tun.

Fotos: Carlo Sandblow, Rainbow Beach, Australia

Ich wünsche mir den Mut der Welt ein wenig Liebe zu schenken. Komplimente auch wirklich auszusprechen und sie nicht nur zu denken. Mich über die Erfolge und schönen Erlebnisse anderer zu freuen und nicht verbittert und neidisch zu sein. Dankbar zu sein, für alles was ich selbst habe und erleben darf.

Ich wünsche mir den Mut 'Jetzt' als den richtigen Moment zu erkennen. Im Jetzt die Chance zu sehen, sie zu ergreifen. Nicht mehr länger warten, Ausreden erfinden.

Ich wünsche mir den Mut Veränderungen nicht zu vermeiden.
Mut, keine Angst zu haben.
Um später nichts bereuen zu müssen.

Ich wünsche mir Mut.


VA
21 Dezember 2016

Wenn wir schon einmal hier sind...


"...und dann denke ich mir, wenn wir schon einmal hier sind, dann können wir ja auch genauso gut einfach das Beste daraus machen."

Wenn wir schon einmal hier sind... Er wusste nicht wie treffend er gerade laut ausgesprochen hatte, was sie schon so lange in sich trug.

All diese Gedanken. Warum wir hier sind. Wenn wir sowieso wieder gehen. Diese ständigen Versuche das Glück in irgendwelchen Dingen, irgendwelchen Menschen an irgendwelchen Orten zu finden. Eine Suche. Ein Wandern. Vielleicht auch mehr ein Umherirren. Das Leben ist ein Weg und wenn wir uns ehrlich sind - wir haben kein Ziel. Darum schaffen wir uns selbst welche. Kleine, große. Ziele, weil sie Halt geben. Anhaltspunkte sind, warum wir hier sind. Wenn wir sowieso wieder gehen.

Jeder braucht immer Ziele. Menschen ohne Ziele werden ausgelacht. Menschen ohne Ziele gelten als orientierungslos, bemitleidend. Andere sagen dann seufzend "Sie wird ihren Weg schon noch finden." Dabei ist sie oder er sowieso schon auf dem Weg. Immer auf ihrem oder seinem Weg. Man braucht kein Ziel, um zu gehen. Kein Ziel, um zu leben. Und wer bestimmt eigentlich was Umwege sind?
Ein Ziel ist immer ein Ende. Eines Weges. Und ein Anfang für das nächste Ziel. Das nächste werdende Ende.

Fotos: Byron Bay, Australia

Sie sind gut. Als Halt. Als Anhaltspunkt. Als Motivation bestimmte Dinge zu tun. Ziele.

Aber wenn wir schon einmal hier sind. Lass uns einfach das Beste daraus machen. Auch wenn wir gerade kein bestimmtes Ziel haben. Keines sehen. Keinen Grund wissen. Warum wir hier sind. Wenn wir sowieso wieder gehen.

Lass uns das Beste daraus machen. Einfach so. Jeden Tag. Mit dem was wir haben. Mit dem was wir sind.


VA

17 Dezember 2016

The Hobbiton Movie Set...


Für Herr der Ringe/Der Hobbit Fans ist das Hobbiton Movie Set in Neuseeland bekanntlich ein absolutes Muss. Bei einem Preis von 53€ für eine ca. zweistündige Tour überlegen sich manche im Vorfeld dann vielleicht aber doch, ob sich das Ganze auch wirklich lohnt.
Um euch, falls ihr in die glückliche Lage kommen solltet nach Neuseeland zu fliegen, diese Entscheidung zu erleichtern, folgt heute mein persönlicher Erfahrungsbericht dazu.

Saftiges Grün, eine unendlich wirkende Hügellandschaft, eine idyllische Atmosphäre und das Gefühl, dass diesem Ort niemand etwas anhaben kann und jegliches Böse meilenweit entfernt bleibt. Beim Betreten des Hobbiton Movie Sets fühlt man sich sofort in die Stimmung aus dem Film hineinversetzt. Die ganze Führung über summte ich im Kopf die beruhigende Hobbiton-Musik vor mich hin und ich hätte mir gewünscht sie wäre tatsächlich dagewesen.


Man startet die Tour entweder bei Matamata I-Site oder bei The Shire's Rest. Für alle mit Auto ist es sicher sinnvoller gleich zu The Shire's Rest zu fahren, ansonsten ist das Zentrum von Matamata wahrscheinlich die bessere Lösung. Zudem gibt es die Option sich vom ca. 60 km entfernten Rotorua mit dem Shuttle abholen zu lassen. Ich empfehle die Tickets im Voraus bereits online zu buchen, da vor Ort am Ticket-Schalter ziemlich viel los ist und man möglicherweise auf eine freie Tour warten muss.

Von The Shire's Rest ist es nur noch eine kurze Busfahrt durch die Alexander Sheep Farm bis man am tatsächlichen Set von Hobbiton ankommt. Während der Busfahrt wird man durch ein Video mit den ersten Informationen versorgt. Auch der Farmbesitzer Russell Alexander kommt dabei zu Wort, welcher mit der Auswahl seiner Farm als Filmset wohl nicht mehr Glück haben hätte können. Entscheidend für die Wahl genau dieses Standortes war für den Produzenten neben der wunderschönen hügeligen Landschaft hauptsächlich der kleine See und der imposante große Baum direkt daneben.


Die Tour führte einen kleinen Weg entlang durch ganz Hobbiton. Die unterschiedlichsten Hobbit-Holes konnten bestaunt werden und immer wieder wurden wir mit Insider-Informationen versorgt, welche einen tiefen Einblick hinter die Kulissen der Filmproduktion erlaubten. Der Ausblick vom höchsten Punkt über ganz Hobbiton war traumhaft schön, besonders bei strahlendem Sonnenschein. Die Idylle aus dem Film ist definitiv nicht nur inszeniert, sondern tatsächlich genau so vorhanden. Mitten auf der Nordinsel Neuseelands.


Auch die Wiese auf welcher Bilbos Party stattfindet hatte Live sofort Wiedererkennungswert. Zum Schluss überquerten wir die bekannte Brücke auf dem Weg zum The Green Dragon Inn. Hier war für alle Tour-BesucherInnen ein Getränk inklusive. Bier, Cider und ein paar Softdrinks standen dabei zur Auswahl.


Den für mich schönsten Anblick gab es dann am Ende der Tour, als es wieder Richtung Bus ging. Der See, die kleine Wassermühle, die Brücke und wieder einmal das saftige Grün - wie gemalt und trotzdem vollkommen real.


Für mich hat sich die Tour auf alle Fälle gelohnt. Der einzige Nachteil waren die doch eher großen Gruppen und dass viele davon gleichzeitig unterwegs waren. Am Schluss musste ich den Rest meines Ciders noch ziemlich schnell hinunter leeren, weil wir schon aufbrechen mussten, da die nächsten Gruppen bereits im Anmarsch waren.

Klar, jeder will das Hobbiton Movie Set sehen und weniger Touren pro Tag hieße nicht nur weniger Geld für die Betreiber, sondern auch weniger Plätze für die BesucherInnen. Trotzdem hätte ich mir erwartet, dass es nicht ganz eine solche Massenabfertigung ist.

Eine interessante Info übrigens: anscheinend haben 30% der Hobbiton BesucherInnen zuvor weder eines der Bücher gelesen noch einen der Filme gesehen.

Trotz großem Trubel empfehle ich die Tour guten Gewissens weiter, weil sie einfach eine einmalige Erfahrung und das Hobbiton Movie Set an sich wirklich faszinierend ist. Wenn man sich danach noch einmal die entsprechenden Szenen ansieht, dann tut man dies außerdem mit einem ganz anderen Gefühl. Man lebt noch ein bisschen mehr mit und kann sich viel besser in alles hineinversetzen.


VA

06 Dezember 2016

Mein erster Skydive (inkl. Video)...


Es stand eigentlich nie auf meiner Liste. Weder auf der Australien-To-Do-Liste, noch auf irgendeiner 'Bucketlist'. Aus mehreren tausend Metern aus einem Flugzeug zu springen war für mich immer so absurd, dass ich mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht hatte, ob ich es einmal machen möchte oder nicht. Bis ich darauf aufmerksam wurde, dass es in Australien einige ziemlich coole Spots gibt, um einen Skydive zu wagen.
Es passierte dann alles ziemlich spontan. Genauer gesagt informierte ich mich drei Tage vor dem Sprung über die Angebote, fasste nach ein paar Stunden hin und her überlegen den Entschluss und buchte daraufhin sofort.
Die Angst vor einem solchen Sprung war dann schlussendlich geringer als die Angst gegen meinen inneren Schweinehund und die Ängstlichkeit an sich zu verlieren. Ich musste es tun. Und sobald der Entschluss gefasst war, war ich auch hauptsächlich glücklich und aufgeregt und die Angst rückte generell in den Hintergrund.


Ich hatte auch nicht viel Zeit mir darüber noch länger Gedanken zu machen und schon war er da, der Tag. Erstaunlicherweise konnte ich in der Nacht davor richtig gut schlafen und ich war auch am Vormittag nicht sonderlich nervös. Die ersten Anzeichen von Nervosität kamen erst, als ich darauf wartete bis es endlich losging. Wir stiegen in ein sehr kleines Flugzeug, welches nicht einmal Sitze hatte. Geschweige denn Gurte oder irgendetwas an dem man sich gut festhalten hätte können. Es war nicht nur mein erster Sprung aus einem Flugzeug. Es war auch mein erster Flug mit einer solchen Maschine und es war ein ungewohntes Gefühl darin einfach wie in einem Kofferraum zu sitzen, während man sieht wie unten die ganze Welt immer kleiner wird.

Die ersten 'Warum mache ich das eigentlich noch einmal genau?'-Gedanken gingen mir durch den Kopf. Gott sei Dank erreichte ich aber ziemlich schnell ein surreales Gefühl von 'Mir ist jetzt alles egal, ich lasse es einfach passieren!'. Dieses Gefühl war es auch, welches mich bis zum Schluss nicht wirklich nervös werden ließ. Klar, ein paar Gedanken à la 'Ich will unbedingt wieder lebend und ganz da unten ankommen!' kreisten in meinem Kopf, aber in meinem Bauch fühlte ich keine Nervosität. Ich wollte einfach endlich springen. Und als der Pilot dann ankündigte wir wären gleich da, fühlte ich mich bereit. Die Tür wurde geöffnet, ich begab mich in die zuvor besprochene 'Absprung-Pose' und dann ging alles ganz schnell. Ich hatte keine Zeit nachzudenken und wollte es auch gar nicht mehr.


Dann bin ich geflogen. Nein, zuerst gefallen. Zu Beginn ein komplett lähmendes Gefühl. Weil der Körper wohl nicht sofort checkt was gerade passiert. Der starke Gegenwind ließ mich nicht richtig atmen, aber als dies wieder funktionierte bin ich einfach nur noch gefallen. Unter mir das Meer und die Landschaft Australiens.
Einen kurzen 'Okay, bei dieser Geschwindigkeit wäre es wohl schon echt ganz gut, wenn der Fallschirm aufgehen würde.'-Gedanken gab es. Die restliche Zeit war ich vollkommen aufgelöst, hin und weg und außer mir.
Der Moment in dem der Fallschirm aufging war dann trotzdem erleichternd und danach ist es nur noch ein genüssliches Fliegen. Gleiten. Es fühlt sich verrückt und herrlich zugleich an.


Als wir dann schon langsam auf die 'Landebahn' zuflogen, konnte ich nicht glauben, dass es schon vorbei sein sollte. Bis man vollkommen realisiert was da gerade passiert, ist man nämlich schon fast wieder mit beiden Füßen auf dem Boden.

Ich hätte definitiv nichts gegen einen zweiten Sprung gehabt. Wäre sofort ins nächste Flugzeug gestiegen und noch einmal hoch. Noch einmal fallen. Fliegen. Und noch mehr genießen!


VA
04 Dezember 2016

Wenn die Erde bebt...

Ich wache auf. Und alles geht ganz schnell. Viel zu schnell um sofort realisieren zu können was eigentlich gerade passiert. Mein Freund neben mir ist ebenfalls wach. Wer könnte da auch weiterschlafen. Wenn die Erde bebt. Wenn unser Fundament plötzlich beschließt nicht mehr stabil zu sein. Das Selbstverständlichste der Welt. Einen Boden unter den Füßen zu haben. Nicht ein Dach über dem Kopf. Nicht Nahrung im Magen. Noch viel basaler. Einen Boden unter den Füßen. Und genau dieser Boden bebte.


Wir sahen uns gegenseitig an. Halb verschlafen und vollkommen perplex. Das Zimmer bewegte sich. Das ganze Haus bewegte sich. Vor und zurück. Eine surreale Situation. Denn wie kann sich ein ganzes Haus gefühlt einen Meter nach vor und wieder zurück bewegen?

Es war nicht nur ein kurzer Moment. Es war mehr als nur ein Wackeln, ein kurzes Schütteln. Es blieb genug Zeit für Schock, gefolgt von dem Gefühl, dass es wohl ein schlechter Scherz sein musste, dass man zuvor noch von Erdbeben in Neuseeland gelesen hatte und am ersten Tag in diesem Land genau ein solches passierte. Kein normales, kleines, wie man es hier eh gewohnt war. Eines, welches die EinwohnerInnen von Wellington als das stärkste, welches sie bisher erlebt hatten beschrieben.

Erdbeben sind gruselig. Erdbeben sind wie Unfälle. Weil man machtlos ist. Weil es da diesen einen Moment gibt, diese eine Millisekunde, in welcher man die Kontrolle verliert. Sie abgibt. An das Ungewisse, den Lauf des Lebens, das Schicksal - irgendetwas da draußen. Wie auch immer man es nennen mag.

Ich hatte bisher nur einen kleinen Verkehrsunfall. Auf dem Moped. Wir saßen da zu zweit. Eine ziemlich starke Kurve voller Kies vor uns. Und dann erinnere ich mich nicht mehr an viel. Aber ich erinnere mich an diesen Moment des Fallenlassens. An den Moment, an dem ich die Kontrolle über mich selbst verlor und sie abgeben musste. Würde es nur ein kleiner Sturz sein, oder eine große Tragödie? Es war bereits entschieden und genau in dieser Millisekunde hatte ich kein Mitbestimmungsrecht mehr.

So lagen wir also im Bett. Nebeneinander. Und ich spürte den Moment. Den Moment in dem ich machtlos war. Kontrollverlust. Den Moment, in dem ich einfach alles ablegen und abgeben musste. Ausgeliefert. Wir lagen im Bett und wussten nicht was zu tun war. Wussten nicht ob man in so einer Situation schreiend nach draußen rennt oder sich auf den Boden legt und den Kopf schützt. Wir blieben liegen und jeder Meter vor. Jeder Meter zurück. War Kontrollverlust. Ich wusste, dass es jetzt nicht mehr in meiner Hand lag. Ob das Haus einstürtzt, ob der Spiegel zerspringt, wir den Hang hinunter rutschen, oder ob alles gut sein wird.

Die starken Nachbeben und Tsunamiwarnungen machten das Ganze nicht besser. 'Move to higher ground immediately.' hieß es in offiziellen Meldungen auf Twitter. Waren ca. 60m auf einem Hügel genug 'higher ground'? In meinem Kopf spielten sich Szenen ab, in denen eine Monsterwelle über dem Hügel direkt gegenüber von uns brach.
Früher war ich nie ängstlich. Ich weiß nicht wo diese übertriebene Furcht auf einmal herkam.

Ich habe zwei Nächte gar nicht und eine Nacht nur ganz unregelmäßig geschlafen. Ich konnte sie nicht freiwillig abgeben. Meine Kontrolle. Im Schlaf war ich zu machtlos. Aber ich wollte bereit sein.
Als unsere liebe Host-Lady dann meinte ich solle schlafen, 'Wenn das Erdbeben noch einmal kommt, dann kommt es.', war mir bewusst wie recht sie hatte. Dass ich auch wach und bei vollem Bewusstsein nicht kämpfen konnte. Dass ein Erdbeben eines von diesen Dingen im Leben war, die sich unserer Kontrolle entzogen. Und dies zu wissen schmerzte. Entweder würden die Nachbeben stärker werden und ganz Wellington zerstören (es gibt eindeutig zu viele Weltuntergangs-Filme), oder wir würden beruhigt unsere Reise gen Norden der Insel fortsetzten können. Es lag nicht in meiner Hand.

Es gibt diesen einen Moment. Diese eine Millisekunde. In der man alles abgibt. Loslässt. Weil gar nichts anderes möglich ist. Der Augenblick, der sich wie eine Szene in Zeitraffer anfühlt. Vertrauen oder verzweifeln? In jedem Fall jedoch abgeben. An etwas das wir nicht verstehen.

'What's comin' will come and we'll meet it when it does.'


VA
02 Dezember 2016

Frühstück im 'Café Drechsler'...

Kalt war es. Einer dieser grauen, windigen Tage in Wien. Als ich auf einen Freund wartete, um mit ihm in die Wärme des Café Drechslers zu flüchten. Bereits schon einmal habe ich auf dem Blog über einen Besuch im Café Drechsler berichtet. Da dies jedoch bereits über zwei Jahre her ist, habe ich in Zusammenarbeit mit Good Morning Vienna sehr gerne noch einmal vorbei geschaut. Schließlich hat man eine Frühstückskarte nach nur einem Mal ja auch noch nicht durchgetestet.


Ich fand es schön, wieder einmal im Café Drechsler zu sitzen. Denn dass ich seit dem ersten Besuch nicht mehr dort war, hat definitiv nichts mit dem Lokal zu tun, sondern vielmehr damit, dass es in Wien einfach eine unglaublich große Auswahl gibt und ich so gerne Neues ausprobiere.

Die Atmosphäre im Café Drechsler hat für mich etwas von 'typisch Wien' und das mag ich sehr. Von Einzelpersonen mit Buch oder Laptop, über Geschäftsleute oder einfach nur Genießer, sieht man hier alles. Im Laufe des Vormittags hat sich das Café ziemlich gefüllt, die Nähe zum Naschmarkt macht es nämlich zusätzlich besonders attraktiv.


Beim Blick in die Speisekarte hatten wir wieder einmal die Qual der Wahl. Es gibt vier fertige Frühstückskombinationen, zusätzlich aber noch eine große Auswahl an kleinen Portionen, um sich das Frühstück selbst zusammen zu stellen. Auch findet man in der Frühstückskarte 'kleine Speisen' wie Gulaschsuppe und Sacherwürstel - das Café Drechsler ist also auch als Katerfrühstücks-Location perfekt geeignet.

Meine Begleitung hat das große Wiener Frühstück inklusive Kaffee, Marmelade, Butter, weich gekochtem Ei, Schinken und Käse, 2x Gebäck und einem frisch gepressten Orangensaft (10,90€) gewählt. Ich habe mich für die Eggs Benedict (8,90€) und einen Grießkoch mit Himbeeren (4,20€) entschieden. Kaffee-technisch wollten wir einmal etwas Besonderes ausprobieren und haben somit einen 'Salon Einspänner' (doppelter Mokka mit Schlagobers) und einen 'Manner Kaffee' (Melange, Mannerlikör, Karamellsoße) bestellt.


Mein Kaffee war vielleicht ein Tick zu kalt, ansonsten war geschmacklich alles wirklich spitze. Auch wenn ich bisher Eggs Benedict immer nur mit Lachs anstelle von Schinken bestellt habe, so konnte mich die Variante mit Beinschinken tatsächlich auch sehr überzeugen. Der Orangensaft war sehr frisch und der warme Grießkoch verlieh dem Blick aus dem Fenster in die Kälte einen wohligen Beigeschmack.


Die Dame die uns bediente wirkte jedoch ein wenig verwirrt. Statt einem Kornspitz und einem Croissant wurden zwei Kornspitze serviert und auf eine spätere Frage nach dem Croissant wurde mit 'Oh, haben Sie das noch nicht bekommen?' und dann mit 'Wir haben nämlich gar keine mehr.' reagiert. Ich bekam aus irgendeinem Grund nur einen kleinen Orangensaft und bei meiner Grießkoch-Bestellung fragte sie drei Mal nach, was ich möchte. Vielleicht war sie neu oder hatte einfach keinen guten Tag. Ich fand es auf jeden Fall schade, da sonst wirklich alles super war und wir einen sehr entspannten Vormittag genossen haben.

Zusammenfassend:
Ambiente: Hat etwas von typischem Wiener Kaffeehaus-Stil. Wer das mag, mag das Café Drechsler!
Service: Ein wenig unaufmerksam und nicht ganz bei der Sache. Ich möchte dies wegen nur einem Besuch jedoch natürlich nicht verallgemeinern.
Auswahl: Klassisch und doch für jeden Geschmack etwas dabei.
Qualität der Speisen: Wir waren sehr zufrieden und der Gaumen wurde verwöhnt.


Café Drechsler
Linke Wienzeile 22/ Girardigasse 1
1060 Wien


VA

*Ein großes Dankeschön an Café Drechsler