Prioritäten ändern dich...

"Leben heißt Veränderung", las ich auf einer Karte und klebte sie sofort auf meine Zimmertür.


Leben heißt Veränderung.
Momentan verändert sich vieles.
Die geplante Unsicherheit rückt immer näher.
Und früher hätte mir das Angst gemacht.
Früher hätte es mich nervös gemacht, dass jetzt jeder gespannt meinen nächsten Schritt erwartet.
Doch momentan, da liebe ich es.
Ich liebe es, dass alles offen ist.
Denn wenn alles offen ist, dann ist auch alles möglich. 

Es fühlt sich an, als wäre ich endlich angekommen.
An diesem Punkt an dem ich nichts mehr muss.
An dem es nichts mehr gibt auf das ich warten sollte.
Das ich abwarten sollte.
Ich bin brav zur Schule gegangen, ich habe brav mein Studium absolviert (bald).
Erwartungen von außen erfüllt, könnte man sagen.
Und jetzt liegt alles an mir.
Jetzt habe ich es in der Hand.
Ich spüre es mehr denn je - was ich aus meinem Leben mache, ist meine Entscheidung.
Viele kleine Entscheidungen.

Keine Ausreden, kein Bedauern.
Weil ich nicht eines Tages mit ungelebten Träumen in meinem Herzen sterben möchte.
Weil wenn man den Kopf nur ein paar Zentimeter hebt, der Horizont ein ganz anderer ist.
Wenn alles offen ist, dann ist auch alles möglich.
Und ist das nicht das was das Leben ausmacht?
Diese Ungewissheit. Das Planen, mitten hinein in die Unsicherheit.
Weil man nie weiß wann ein Anfang ein Ende nimmt, oder ein Ende einen Anfang findet.
Manchmal macht mir das noch Angst.
Und dann frage ich mich: "What would you do, if you were not afraid?"
Dann tu ich es. Meistens.

Momentan verändert sich vieles.
Dinge die früher wichtig waren, sind es nicht mehr.
Noten sind nicht mehr wichtig.
Die viele Kleidung in meinem Schrank ist nicht mehr wichtig.
Weniger ist fast immer mehr.
Dinge die früher vielleicht nicht so wichtig waren rücken in den Vordergrund.
Prioritäten ändern sich.
Prioritäten ändern dich.

Leben heißt Veränderung.
Für jeden von uns.
Geplant oder ungeplant.
Keiner weiß mit Sicherheit was der nächste Tag bringt.
Und wie man damit umgeht, ist das was uns schlussendlich ausmacht.
Das was schlussendlich unser Leben bestimmt.


Wenn alles offen ist, dann ist auch alles möglich.

What would you do, if you were not afraid?

VA

All die Dinge die wir haben...

Ich gehe die Straße entlang. Einen Karton in der einen Hand, das Handy in der anderen, die Tasche um die rechte Schulter. Ich komme von der Post, bin auf dem Weg zum Billa. Mit schnellem Schritt, beschäftigt wie immer.


Eine junge Frau hält mich auf. Ich ertappe mich, wie ich mir denke: "Oh Mann, nicht schon wieder eine die 50 Cent will.", aber bleibe trotzdem stehen. Sie fragt mich ganz freundlich nach einer Arbeit. Ob ich denn niemanden kennen würde, der eine Putzfrau bräuchte. Sie würde gerne arbeiten. Müsse arbeiten. Sie habe eine depressive Mutter und eine 1-jährige Tochter. Habe nicht genug Geld für die Miete. Auch wenn es nur 220€ wären.

Sie sagte, sie habe vor kurzem ihren Job verloren. Habe keine Arbeitserlaubnis mehr. Würde sie erst wieder in ein paar Wochen erhalten. Sie sagte, sie wäre schon lange auf der Straße unterwegs, aber keiner höre ihr zu. Ich wäre die Erste. Die Erste, die überhaupt zuhört. Dabei würde sie so gerne reden. Dabei bräuchte sie so dringend Hilfe. Niemand höre ihr zu. "Erniedrigend ist das.", sagte sie. "Man fühlt sich wertlos."

Wertlos. Weil keiner hinsieht. Weil keiner zuhört. Ich verstehe sie. Und denke gleichzeitig daran wie oft ich schon weggesehen habe. Wie ich zwar zumindest versuche jede bettelnde Person wahrzunehmen und wenn es angebracht ist zu grüßen, aber wie ich doch immer wieder am liebsten wegsehen möchte.

Ich nehme sie mit in den Billa. Wir suchen Windeln und Babynahrung für ihre Tochter. Sie sagt, sie brauche nichts zu essen, solange sie alles habe, um sich um ihre Tochter zu kümmern.
Leider werden wir im Billa nicht fündig. Ich gebe ihr das Bargeld, das ich noch habe, damit sie sich die Sachen irgendwo anders kaufen kann.

Ich setze meinen Einkauf fort. Ich kam mir davor komisch vor, neben ihr die Avocados abzutasten und sie für nicht gut zu befinden.
Ich setze meinen Einkauf fort. Und ich denke mir, ich könnte mich doch eigentlich gut fühlen, dass ich ihr zumindest ein bisschen geholfen habe. Aber ich will mich nicht gut fühlen, nicht auf ihre Kosten.

Ich denke darüber nach, wie viel ich eigentlich habe. Wie viel ich besitze und wie unbeschwert ich mein Leben leben kann. Ich denke darüber nach, wie oft ich neidisch auf Menschen war, die sich alles leisten können. Die ständig nur um die ganze Welt fliegen. First Class natürlich. Die in den schönsten Hotels übernachten und die teuersten Kleider tragen.

Diese Frau hat auch mir geholfen. Sie hat mir geholfen, wieder einmal ein bisschen dankbarer zu sein. Wieder einmal den Blick auf das zu richten, was ich alles habe. Mir hat es nie an irgendetwas gefehlt. Und wenn mir eines bei meinen Umzugsvorbereitungen bisher klar geworden ist: Ich habe nicht nur alles was ich brauche. Ich habe viel zu viel.

Als Kind habe ich den Satz: "Komm, iss das jetzt, die Kinder in Afrika haben gar nichts und wären froh darüber." gehasst. Immer diese Kinder in Afrika. Wer waren die überhaupt?
Aber wir müssen nicht einmal bis nach Afrika reisen. Denn sie sind realer als wir oft glauben. Diese Menschen, die gar nichts haben. Und wahrscheinlich sehen wir genau darum so gerne einfach nicht hin. Weil es dann nicht Teil unserer Realität ist. Weil man es dann nicht an sich und das eigene geregelte Leben herankommen lassen muss.
Aber wenn man es zulässt, dass die Armut ein Gesicht bekommt. Eine Geschichte erzählt. Dann berührt das. Dann beginnt man vieles zu überdenken. Zu relativieren.

Jeder Mensch sollte ein Dach über dem Kopf haben. Nahrung und alles was nötig ist um das eigene Kind zu versorgen.
Einige meiner Freunde erhalten seit kurzem "Bildungskarenz". Mehrere hundert Euro im Monat. Einfach so. Ohne dass sie es wirklich bräuchten und ohne dass sie dafür wirklich etwas tun müssen.
Und währenddessen kann sich eine Frau auf der Straße keine Windeln leisten.

Wir haben nicht nur alles was wir brauchen.
Wir haben viel zu viel.
Und trotzdem noch viel weniger als andere.
Neid und Hass. Das alles entsteht aus 'haben'.
Macht haben. Länder haben. Geld haben. Besitz haben.
Wann, frage ich mich, werden wir endlich beginnen weniger haben zu wollen und viel mehr zu sein?

VA

Diagnose Mensch. #4: Leben mit Borderline, Schizophrenie und Asperger...


In der Reihe "Diagnose: Mensch." erzählen Betroffene von psychischen Erkrankungen ihre Geschichte. 
Die Einleitung und den ersten Beitrag findest du hier.
 
Nicole (20)
"Besonders. Schräg. Nervenaufreibend": 
Leben mit Borderline, Schizophrenie und Asperger-Autismus 

Meine längste Krankheit ist die Schizophrenie. Die wurde festgestellt, als ich 10 Jahre alt war. Damals habe ich das alles abgetan als normale Fantasie. Doch dann wurde es schlimmer. Ich begann Leichen zu sehen und wahrhaftige Monster, ich konnte nicht schlafen und hatte vor allem Angst. Und ich hörte Stimmen.
Schizophrenie ist für mich, als wäre der Teufel in einem Selbst. Es fühlt sich an, als hätte sich mein Körper gegen mich verschworen. Aber manchmal ist es auch so, dass mich das "Monster" in meinem Inneren versteht. Oft rede ich tagelang nur mit ihm. Schizophrenie ist für mich nicht immer schlecht.

Die Borderlinestörung habe ich zum ersten Mal wirklich bewusst wahrgenommen, als ich mir bereits meine Arme und Beine aufgeschnitten habe und mich bewusst umbringen wollte. Damals war ich 14 und bin gerade sexuell belästigt wurden. Ich kam in die Klink. Da wurde ich mehreren Tests unterzogen, die schließlich alle Borderline ergaben.
Meine Borderline Störung ist für mich eine seltsame Angelegenheit. Mein Körper ist manchmal mein ärgster Feind und dann wieder mein bester Freund. Manchmal ist es wie ein Kurzschluss im Kopf, der einen verrückt macht. 


Die Asperger Diagnose habe ich erst seit kurzem. Sie wurde während meiner ambulanten Therapie diagnostiziert. Ich habe es an meinem sehr schlechten Sozialverhalten gemerkt. Ich habe kaum bis gar kein Verständnis für Dinge, die in meinem Alter ganz normal sind.
Für mich ist Asperger ein Zeichen von wahrer Besonderheit. Es ist zwar anstrengend, aber dennoch lohnenswert. Denn Asperger hat mich oft beschützt, mich Menschen einfach so an den Hals zu werfen.

Mein Alltag gestaltet sich oft schwierig, da ich manchmal nicht weiß, in welcher Stimmung ich heute sein werde. Wenn ich in guter Stimmung bin, kann das auch schnell mal umschlagen und ich bin sofort aggressiv und verletzend. Aber wenn ich dann meinen Verlobten um mich habe, weiß ich, dass er mir helfen kann. Er bietet in diesen unsicheren Zeiten einen unvergleichlichen Schutz, auf den ich niemals mehr verzichten möchte.

Manchmal ist es so, dass ich voller Tatendrang bin und am liebsten alles sofort erledigen möchte. Aber dann gibt es wiederum Tage, an denen ich noch nicht einmal aufstehen kann. Wenn es mir halbwegs gut geht, kann ich sogar für ein paar Minuten außerhalb der Arbeit mit Menschen umgehen. Aber meistens habe ich Angst vor ihnen.

Beziehungen sind auf vielen Ebenen schwer. Zu meinen Eltern habe ich ein gutes Verhältnis, auch wenn ich manchmal sehr bösartig auf scheinbar harmlose Dinge reagiere. Ich bin seit kurzem erst geschieden, nachdem ich 2 Jahre lang von meinem Ex nur geschlagen und misshandelt wurde.

Einen Job habe ich auf den normalen Wegen nicht gefunden, aber eine sehr liebe Betreuerin des Arbeitsamtes hat mich schließlich in eine Ausbildung für Menschen mit psychischen Erkrankungen eingliedern können. Dort lerne ich den Beruf der Mediengestalterin und habe dabei verlässliches Betreuungspersonal an meiner Seite. Auch später werde ich diese Betreuung haben, denn ich gelte als behindert und kann nicht wie andere Menschen arbeiten.
Durch meine Asperger Störung habe ich eine Inselbegabung. Das heißt, dass ich auf einem Gebiet besonders begabt bin. Das ist bei mir die Sprache. Ich habe einen sehr hohen IQ und das merkt man auch. Leider, muss ich dazu sagen. Denn durch mein Verhalten und meine Wortwahl gelte ich als arrogant und bin selbst auf der Arbeit unbeliebt. Aber das macht mir nichts aus. Denn ich habe lange genug versucht, wie alle anderen zu sein. Ich möchte einfach ich sein. Egal wie seltsam ich auch bin.

Gefühle sind oft Mangelware bei mir. Aber wenn sie mal auftreten, dann heftig und mit allen Facetten. Oft führt das auch dazu, dass ich mich vor lauter Stress selbst verletzen muss. Für solche Situationen habe ich immer ein Buch bei mir. Ebenso mein Smartphone, um mir alles genau aufzuschreiben, damit ich es später mit meiner Therapeutin durchsprechen kann.
Seit 7 Jahren bin ich in Therapie – heute bin ich 20. Es hilft mir sehr, wenn ich Ratschläge bekomme, wie ich mit mir selbst und den Menschen da draußen umgehen kann.

Ich habe mich früher oft selbst verletzt. Wollte sterben, um endlich die Menschen von der Qual meines Daseins zu befreien.
Wenn ich frische Narben habe, dann ziehen die Eltern ihre Kinder immer weg und schauen mich böse an. Das ist sehr verletzend. Mit Mobbing wurde ich in der Schule auch oft konfrontiert. Das waren scheußliche Sachen, die tief in der Seele weh tun.
Heute verletze ich mich ab und zu immer noch selbst, aber es ist sehr viel besser geworden. Ich habe meinen Verlobten, der mich versteht und mich nimmt wie ich bin. Und ich habe eine Familie, die immer hinter mir steht.

Wenn ihr auch betroffen seid, ist mein Rat für euch: Niemals aufgeben. Niemals Nachgeben. Kämpft um euer Leben.



Nicole schreibt auf dem Blog: nicolelostinbooks


Du möchtest ebenfalls deine Geschichte erzählen? (anonym möglich)
Melde dich unter: info@valeriannala.com 


Citytrip: Wien - Graz - Salzburg...

Wie die meisten von euch vielleicht mitbekommen haben, war ich im Mai auf einem kleinen Roadtrip. Leider nicht in den USA und auch nicht in Australien, sondern einfach 'nur' hier bei uns in Österreich. Dass dies aber mindestens genauso schön sein kann, hat die Fahrt durch das Salzkammergut bewiesen.
Aber fangen wir von vorne an:

Am Freitagnachmittag machten mein Freund und ich uns auf den Weg zum Opel-Werk, um unseren wichtigen Begleiter für das Wochenende abzuholen. Das Werk befindet sich in Aspern, weshalb wir die Nähe zu Niederösterreich gleich ausnutzten und ich meinen Freund zu seinem Fußballspiel in Mannsdorf fuhr.
Ich wusste bereits im Vorfeld, dass mich ein Opel Adam erwarten würde, hatte jedoch keine Ahnung wie dieser dann live genau aussehen würde. Ich war jedoch sofort begeistert. Zwar ist die Farbe ein wenig gewöhnungsbedürftig, trotzdem machte er sowohl von innen als auch von außen eine sehr gute Figur. Da ich in Wien normalerweise kein Auto habe, komme ich nicht oft zum Fahren. Umso mehr hat es mich gefreut, wieder einmal durch die Straßen cruisen zu können. Noch dazu mit einem Auto, welches sich so angenehm fahren lässt wie der Opel Adam. Es sollte jedoch erwähnt werden, dass ich von unserem Auto in Vorarlberg nicht gerade verwöhnt bin und für mich jedes bessere Auto gleich purer Luxus ist.


Auf der Fahrt von Niederösterreich zurück ins Zentrum nach Wien, wurde ich dann langsam ein wenig nervös. Ich hatte schon viel darüber gehört, wie nervenaufreibend es wäre in Wien Auto zu fahren. Gott sei Dank waren dann aber nicht mehr gar so viele Autos unterwegs und ich konnte die Strecke bis zum ibis Wien City Hotel gut meistern.
Der erste Eindruck vom Hotel war sehr positiv. Im schlichten, aber sehr schönen und sauberen Zimmer erwartete uns eine kleine Begrüßungspost inklusive Mannerschnitten. Zum Frühstück gab es dann eine Auswahl an Käse, Wurst, Müsli, Kaffee, Eierspeise, Speck, Brot etc. -alles was man für ein klassisches Frühstück so braucht. Natürlich kann man ein Buffet selten mit einem à la carte Frühstück vergleichen, aber man konnte sich über die Qualität auf keinen Fall beschweren und vor allem die Waffelstation, bei der man sich selbst frische Waffeln zubereiten konnte, fand ich persönlich sehr überzeugend.


Die Zotter Schokoladenmanufaktur in Riegersburg
Nach dem Frühstück ging es direkt weiter Richtung Graz. Mit guter Musik und ein paar Gesangseinlagen verging die Zeit dann auch ziemlich flott. Der erste Halt war jedoch nicht Graz selbst, sondern die Zotter Schokoladen Manufaktur. Gleich einmal vorweg: Ich empfehle absolut jede/r Schokoladenliebhaber/in diese ca. 16€ zu investieren. Am besten sollte man davor aber nicht allzu viel essen. Vor allem nichts Süßes! Denn neben einem kleinen Einführungs-Dokumentationsfilm über Herr Zotter, seine Familie und die Herkunft der Kakaobohne, ist die restliche Tour ein reines Vergnügen für den Gaumen. Man beginnt mit der Verkostung von noch eher weniger schmackhaften puren Bohnen, probiert sich dann durch allerlei flüssige Schokolade von weiß bis ganz dunkel und bitter. Später kommen dann Gänge, die eine einzige Aneinanderreihung von Probiersäulen sind. Jede erdenkliche Schokoladensorte kann hier gekostet werden. Erdbeere, Waldbeere, Vollmilch, 70%ige, 80%ige, Nougat, Banane,... Und meine Favoriten: Joghurt und Cashew Nougat. 'Kosten' ist dabei aber eigentlich fast schon unpassend. Sich damit vollfressen trifft es eher.
Später kommt man dann zu einem größeren Raum mit tollem Ausblick und der Möglichkeit eine der Trinkschokoladen zu probieren. Beide entschieden wir uns für Zimt-Banane. Damit ja keiner (oder eher keine) danach jammert und tauschen möchte. Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung, denn obwohl wir eh schon eine Schoko-Überdosis intus hatten, war diese Trinkschokolade einfach ein Traum. In diesem Raum konnten zudem auch noch einmal ganz exotische Schokoladensorten probiert werden, von denen ich mir die außergewöhnlichen Namen nicht merken konnte. Irgendetwas mit Hanf, Blüten und ähnlichen Dingen.
Danach gab mein Freund auf. Schwächling.
Ich verspürte -wohl zum ersten Mal in meinem Leben- auch nicht mehr sonderlich den Drang weiter Schokolade zu essen. Aber da es noch einmal einen Gang mit Spezialitäten gab, probierte ich zumindest noch diese, die mich vom Namen her richtig überzeugten. Schließlich hat man nicht alle Tage ein All you can eat Schokoladen Buffet vor sich.
Das Schild Running Chocolate vor dem letzten Gang entlockte meinem Freund ein "Oh Gott!" und auch mein Magen kapitulierte. Nichts ging mehr. Und somit gingen wir mit vollen Schoko-Bäuchen und ganz viel Glücksgefühlen wieder zurück zum Auto.


Next Stop: Graz
Ich war noch nie in Graz. Okay doch. In der Bahnhofshalle und am Flughafen. Aber sonst war ich noch nie in Graz. Fast schon traurig. Weshalb wir dieser Stadt auf jeden Fall einen Besuch abstatten wollten. Wir parkten das Auto und schlenderten durch die Straßen. Das Wetter eignete sich perfekt, um sich gemütlich draußen hinzusetzen und ein kaltes Getränk zu genießen. Danach gingen wir zur Murinsel, welche ich mir etwas spektakulärer vorgestellt hatte und bestiegen anschließend die Treppen hinauf zum Uhrturm. Die Aussicht, der Turm an sich und die Gärten rundherum mit den wunderschönen Blumen haben mich auf Anhieb fasziniert, weshalb wir noch ein wenig dort oben auf einer Sitzbank verweilten.
Später holten wir das Auto wieder ab und fuhren zu Bekannten von meinem Freund, die ein wenig außerhalb von Graz leben. Da wir aufgrund der vielen Schokolade das Mittagessen ausfallen haben lassen, war dann am Abend der Hunger -zumindest ein bisschen- wieder da und wir wurden noch mit gegrilltem Fleisch, Grillwürsten, Salat und einem Eiskaffee verwöhnt. Wir genossen den gemütlichen Abend auf der Terrasse und als dann noch der riesige Vollmond am Himmel aufging war ich hin und weg. Schade, dass meine Kamera diese Stimmung niemals so gut festhalten konnte, wie sie tatsächlich war. Aber manche Momente sind vielleicht nur für das Jetzt gedacht und nicht für die Ewigkeit.
Erst spät erledigten wir den Check-in beim ibis Graz am Hauptbahnhof. Mir persönlich gefiel das ibis Wien City besser, obwohl die Zimmer von der Einrichtung her nicht sonderlich anders waren. Dafür fand ich das Frühstück in Graz eine Spur besser, was aber wohl an dem sehr leckeren Zopf lag, womit man mich immer glücklich machen kann.


Die Fahrt durch das Salzkammergut
Viele Wege führen nach Salzburg. Wir entschieden uns für den schönsten. Vorbei an den malerischen Seen, mitten durch das strahlende Grün. Und weil das Wetter wieder nicht besser hätte sein können, legten wir einen kurzen Halt am Fuschlsee ein. Schuhe aus, die Füße ins Wasser. Ins eiskalte Wasser wohlgemerkt. Aber wenn dich draußen die Hitze plagt, ist so eine Erfrischung ja ganz angenehm.


Next Stop: Salzburg
Weiter ging die Fahrt Richtung Salzburg. Dort angekommen erfolgte sogleich der Check-in ins Mercure Salzburg City, welches so ganz nach meinem Geschmack war. Große Lobby, sehr freundliche Damen an der Rezeption, wunderschöne, saubere Zimmer mit tollem Bad. Eindeutig mein Favorit unter den drei Accor Hotels. Der Unterschied von den drei Sterne Hotels zum vier Sterne Hotel war ersichtlich. Für kurze Städtetrips, bei denen man sowieso hauptsächlich unterwegs ist, sind die ibis Hotels völlig zu empfehlen. Sie sind gut ausgestattet, das Personal ist sehr hilfsbereit und es gab bei uns auch in den Zimmern nichts zu meckern. Wer sich gerne ein bisschen mehr Luxus gönnt, fährt mit den Mercure Hotels jedoch noch besser.
Ich war auch noch nie wirklich in Salzburg. Naja, doch. Als Kind. Aber ich kann mich praktisch gar nicht mehr daran erinnern. Was mich eigentlich wundert, weil mein zweiter erster Eindruck von der Stadt ein außerordentlich positiver war und ich mich frage, warum ich nicht schon früher einen Salzburg-Trip unternommen habe.
Wir schlenderten durch die Stadt und ich verliebte mich spätestens in der Goldgasse. Wir suchten uns ein Restaurant fürs Mittagessen. "Spargel muss es dort geben!", war meine einzige Bedingung. Gestärkt machten wir uns dann auf den Weg zur Festung Hohensalzburg. Bevor wir uns aber auf die Besichtigung derer konzentrieren konnten, mussten noch die ersten Hochrechnungen der Bundespräsidentschaftswahl am Handy gestreamt werden. Ein wenig aufgewühlt sahen wir uns dann die Festung an und waren von der Aussicht auf dem Turm begeistert. Strahlender Sonnenschein, nur ein paar helle Wolken am Himmel und unter uns die Stadt, die Berge, der Fluss, das Grün.
Im Anschluss an die Besichtigung der Festung schlenderten wir noch durch den Park vom Schloss Mirabelle. Später holten wir uns noch ein Eis (Sorte Mozartkugel für mich!) und gingen dann wieder Richtung Hotel.


Schloss Hellbrunn, Strömender Regen und das Wahlergebnis
Nach einer Nacht im Mercure Salzburg City machten wir uns auf den Weg zum Schloss Hellbrunn. Von außen sieht es sehr schön aus, die Ausstellung drinnen war jedoch weniger überzeugend. Obwohl das Wetter leider nicht mehr ganz so toll war wie die Tage zuvor, sahen wir uns die Wasserspiele an. Scheinbar war ich hier auch schon als Kind, aber wie gesagt - ich erinnere mich kaum und sowieso ist die Wahrnehmung als Kind immer irgendwie eine komplett andere. Die Wasserspiele waren aber sehr nett und besonders als Familie sollte man sie sich auf jeden Fall ansehen.
Danach machten wir uns auch schon wieder auf den Heimweg. Der Regen ließ dann nicht mehr lange auf sich warten und zeigte sich in seiner vollen Pracht. Während ich versuchte im strömendem Regen überhaupt noch irgendetwas von der Autobahn zu sehen, aktualisierte mein Freund sekündlich die Twitter-Meldungen zur Bundespräsidentschaftswahl und versuchte den ORF-Stream zum Laufen zu bringen. Die Erleichterung ließ lange auf sich warten.
Trotz Regen schafften wir es sicher wieder zurück nach Wien und ich bekam den 'anstrengenden Wiener Verkehr' dann doch noch so richtig zu spüren.
Nicht sonderlich gerne verabschiedete ich mich dann vom kleinen Cityflitzer am Opel-Werk.


Es war ein aufregender Kurztrip. Für meinen Geschmack aber auch viel zu kurz. Weil Graz und Salzburg definitiv mehr Zeit verdient hätten und ich generell nicht zurück in den Alltag wollte.
Aber jetzt heißt es noch einmal durchbeißen. Die Masterarbeit hinter mich bringen und den Auszug aus meiner Wohnung stressfrei zu überstehen, damit ich dann erleichtert in den Sommer starten kann, wo die nächste Reise auf mich wartet!


VA

*ein großes Dankeschön an Opel und Accor Hotels
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