Frühstück im 'JOMA'...

Das dritte Lokal, welches ich als Frühstücksbloggerin von Good Morning Vienna testen durfte war das JOMA. Bereits im Vorfeld hatte ich viel Gutes darüber gehört, weshalb ich mich auf den Besuch besonders freute.
Es war ein Sonntagvormittag und das JOMA somit gut besucht. Wir bekamen ein sehr gemütliches Plätzchen am Fenster, welches beinahe wie eine kleine Loge ausgerichtet war und einen den Trubel rundherum fast schon vergessen ließ. Die Einrichtung im JOMA würde ich als gemütlich und modern mit klassischen Elementen bezeichnen.

Trotz der vielen Gäste, kam es relativ flott zur Aufnahme der Bestellung und zum Servieren des Kaffees. Klassisch bestellte ich einen Cappuccino (3,80€) und einen frisch gepressten Orangensaft (4,90€). Fast noch besser hat mir dann aber der 'Apple Pie Poesie' (Espresso, Zimt, Mandel, Milchschaum - 3,90€), den mein Freund bestellt hat, geschmeckt. Wer auf süßen Kaffee mit Geschmack steht, sollte im JOMA auf jeden Fall diesen probieren!


Nachdem wir seit unserer London-Reise im Dezember, in Wien vergeblich nach Eggs Benedict mit Lachs statt Schinken gesucht haben, freuten wir uns sehr, dass uns dieser Sonderwunsch bei den 'Avocado Eggs Benedict' (9,50€) erfüllt wurde. Ich liebe Avocado und ich liebe Lachs. Die Kombination von beidem, mit Ei und Sauce Hollandaise, war dann richtig perfekt. Das Einzige was ich aus England diesbezüglich doch noch vermisse, sind die Buns, die sie dort beinahe überall für die Eggs Benedict verwenden, aber bei uns eher selten sind.
Die 'Avocado Eggs Benedict' im JOMA können wir jedoch beide sehr empfehlen und obwohl ich mir -wie immer- im Vorfeld dachte: "Die Portion ist aber viel zu klein für mich.", war es dann doch genau richtig.


Croissants gehen zudem immer und ich liebe es sie zu testen, weil sie irgendwie überall anders schmecken. Deswegen teilten wir uns noch ein Croissant (2,80€) als "Beilage". Test bestanden!


Danach gingen wir zum Süßen über. Ich frühstücke nämlich normalerweise eher süß, weshalb ein Frühstück ohne Müsli oder ähnlichem für mich nicht vollständig ist.
Das 'Hausgemachte Granola' (5,10€) war dann eine ordentliche Portion, die ich dann schlussendlich nicht mehr ganz geschafft habe. Geschmacklich war es jedoch top und besonders durch das Beerenmark hat das Granola so richtig lecker und erfrischend geschmeckt.
Mein Freund hat sich noch eine Portion French Toast (6,50€) gegönnt, die er auch als sehr gut befunden hat.


Es war also insgesamt wieder einmal ein gelungenes Frühstück und ich kann nur immer wieder betonen wie begeistert ich bin, dass man an so vielen Orten in Wien die wichtigste Mahlzeit des Tages so richtig genießen kann!


 VA


JOMA
Hoher Markt 10

1010 Wien

*Ein großes Dankeschön an 'JOMA'

Der Reiz der Selbstständigkeit...

Die Start-up Szene boomt. Schon länger. In meinem Freundeskreis wird phantasiert und diskutiert wie und womit man denn den großen Sprung schaffen könnte. Den Sprung in die Selbstständigkeit. Die Freiheit. Die Unabhängigkeit. Mit dieser einen, bahnbrechenden Idee. Vielleicht aber auch einfach mit dem eigenen Blog, der Band, der Kameraausrüstung,... Der Drang ist scheinbar stärker denn je. Noch zu meinen Schulzeiten hat beinahe keiner in meinem Umfeld daran gedacht sich später einmal selbst etwas aufzubauen. Jetzt ist es bestimmt die Hälfte all jener mit denen ich über die Zukunft spreche.
Doch warum ist gerade jetzt dieses Verlangen vieler junger Menschen so groß?
Was treibt sie dazu an, die Zügel selbst in die Hand nehmen zu wollen, um aus dem klassischen System auszubrechen?
Hier ein paar Gedanken dazu.


Selbstverwirklichung
Man muss nicht Psychologie studiert haben, um die berüchtigte Maslowsche Bedürfnispyramide zu kennen. Schon in der Schule wird sie gelehrt und in beinahe jedem Studium wieder aufgewärmt. Sie besagt, dass zuerst bestimmte Basisbedürfnisse eines Menschen erfüllt sein müssen, bevor andere Bedürfnisse gestillt werden können.
Wir haben das Glück in einem Land zu leben, in welchem die Basisbedürfnisse nach essen, trinken, wohnen und Sicherheit gestillt sind. Auch dürfen wir uns in den meisten Fällen über Freunde, Liebe und Gruppenzugehörigkeit freuen. Was jetzt also noch an der Spitze der Pyramide steht, sind soziale Anerkennung und ganz oben die Selbstverwirklichung.
An dieser Stelle haben sich jedoch meiner Meinung nach die Prioritäten verschoben. Immer weniger höre ich, dass Aspekte wie der soziale Status bei der Berufswahl an erster Stelle stehen. Den Menschen geht es immer mehr darum, die eigenen Leidenschaften zu entdecken und daraus etwas zu schaffen und immer weniger darum, nur von anderen für ihre Leistung anerkannt zu werden. Sich selbst zu verwirklichen und glücklich zu sein in dem was man tut hat Vorrang. Erst dann kommt der Wunsch sich mit dieser Tätigkeit auch Anerkennung zu verdienen. Dafür geschätzt und akzeptiert zu werden. Und auch nur so funktioniert es. Denn wer nur für die soziale Anerkennung arbeitet, wird sich sehr schwer selbstverwirklichen können. Nur wer zuerst unabhängig von allen Kritikern an sich und seine Ideen und Talente glaubt, wird Erfolg haben können.
Ich wage die These aufzustellen, dass in meiner Generation ein großes Umdenken stattgefunden hat. Dass viele (nicht alle) Maslow nicht mehr zustimmen würden und zuerst das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung erfüllt haben wollen, bevor die soziale Anerkennung bedeutsam wird.

Die Zeit der unbegrenzten Möglichkeiten
Wir müssen nicht mehr in die USA fliegen, um unbegrenzte Möglichkeiten zu genießen. Das Internet macht es einfacher denn je, innerhalb kurzer Zeit ein großes Publikum zu erreichen. Jeder kann sich unglaublich schnell, günstig und einfach eine Website erstellen. Über Social Media Kanäle kann praktisch jeder selbst zur Marketing Managerin werden. Das Wissen ist überall. Man braucht es sich nur zu holen. Viele Tools sind frei zugänglich und über einschlägige Gruppen und Foren kann man sich easy mit anderen Expertinnen vernetzen. Wer will, der kann. Oft ohne großes Budget. Und wenn man es doch braucht, dann gibt es immer noch eine Alternative zum reichen Onkel: z.B. Crowdfunding.
Natürlich wird allein die Tatsache, dass genügend Möglichkeiten vorhanden sind, nicht zum Garant für ein erfolgreiches Business. Aber jeder der den Ehrgeiz besitzt und bereit ist genügend Zeit zu investieren, hat zumindest die reelle Chance sein eigenes Ding durchzuziehen und davon tatsächlich auch zu leben.

Flexibilität & Freiheit
Für viele junge Menschen ist ein flexibler Job das A und O. Schließlich würden wir gerne die Welt entdecken und nicht nur in einem Büro versauern. Schließlich wollen wir auch als Mütter und Väter sowohl Zeit für die Familie als auch die Karriere haben. Schließlich wollen wir manchmal länger schlafen und dafür ist es uns egal, wenn wir dann am Abend länger arbeiten. Auch in diesen Belangen zeigt sich der Trend, dass vielen ein klassischer 9 to 5 Job nicht mehr zusagt. Dass man gerne in Kauf nimmt, dass sich Freizeit und Beruf vermischen. Weil man es ja gerne tut. Weil man sich eben genau diese Tätigkeit sucht und dieses Business aufbaut, das einen begeistert und nicht um 17:30 Uhr innerlich vor Freude schreiend aus dem Büro rennen lässt.
Die Zeit selbst einteilen. Selbst die Prioritäten setzen. Freiheiten genießen. Aber dadurch natürlich auch selbst die Verantwortung für den Erfolg oder den Misserfolg tragen. Immer mehr Menschen trauen sich dies zu und finden großen Gefallen daran.

Womöglich spielen noch mehrere andere Komponenten eine Rolle. Womöglich gibt es trotzdem immer noch einige, die ein 'normales' Arbeitsverhältnis genießen und damit zufrieden sind. Und das ist auch gut so. Trotzdem ist der Drang nach Selbstständigkeit bei vielen sehr groß.
Wer weiß wie viele es tatsächlich schaffen. Wer weiß wie langlebig diese ganze Entwicklung tatsächlich ist und wie es mit all diesen Start-Ups und Online Magazinen in 15 Jahren aussieht. Eines ist jedoch sicher: die Selbstverwirklichung bei der Berufswahl an erster Stelle zu sehen, kann nie schaden. Und wenn man diese in keinem Unternehmen, sondern nur in der Selbstständigkeit bzw. der Gründung sieht, sollte man den Schritt auch auf jeden Fall wagen.
Wir haben nur ein Leben. Warum also nicht mutig genug sein, die eigenen Ziele zu verfolgen? Warum also nicht die Zeit, die man hat, mit Dingen, die man leidenschaftlich gerne tut, füllen?

Wir haben den Luxus, die Möglichkeiten dies zu tun.
Wer will, der kann.

VA

Der Dämon in ihr...

Im Streben nach Perfektion fühlt sich die Absurdität am wohlsten.

Mia ging die Straße entlang. Es war dunkel. Wieder einmal hatte sie es getan. Ohne, dass sie es wollte. Ohne, dass sie es verhindern hätte können.
Sie weinte innerlich. Ein klarer Blick, ein starrer Mund, ein schneller Schritt. Das hatte sie gelernt. Ohne, dass sie es wollte. Ohne, dass sie es verhindern hätte können. Es war Selbstschutz und verbitterte Gleichgültigkeit in einem.


Sie weinte innerlich. Abgebrüht. Sie kannte das ja schon. Das was vorgefallen war. Sie wusste, dass es jedes Mal wie immer ablaufen würde. Sie nahm sich vor, stärker zu sein. Stärker als das was sich in ihr breit machte. Sie versuchte jedes Mal diesem Dämon in ihr klar zu machen, dass sie ein guter Mensch war. Dass er bei ihr nichts verloren hatte.

Sie weinte innerlich. Abgebrüht. Weil sie es wieder einmal nicht geschafft hatte. Weil er wieder einmal stärker war. Der Dämon in ihr. Weil es ein unfairer Kampf war. David gegen Goliath. Nur ohne Steinschleuder.

Mia ging die Straße entlang und versuchte zu verstehen. Wenn jemand sie kannte, dann sie selbst.
So sollte es doch sein?

Vielleicht war sie ein schlechter Mensch. Vielleicht war diese fröhliche, hilfsbereite und liebevolle Frau nicht das was sie war. Nur das was sie sein wollte.

Wieder einmal hatte sie es getan. Sie hasste sich für all die Worte, die sie nicht mehr rückgängig machen konnte. Für die Worte, die wieder Narben hinterlassen würden. Irgendwann würden sie zu tief sein.
Sie hasste sich dafür, dass sie wieder einmal die Kontrolle über sich selbst verloren hatte. Dieser Dämon in ihr. Er schnappte sich manchmal die Zügel. Übernahm das Kommando. Fragte nicht lange. War irrational. Versetzte sie in einen Rausch und ließ sie danach mit den Schäden zurück.
Allein.

Je mehr sie dagegen ankämpfte, desto öfter verlor sie. Verlor ihre Geduld, verlor ihren Stolz, verlor ihre Kraft.
Zurück blieb bittersüßes Bedauern. Gepaart mit Hilflosigkeit. Hilflosigkeit so stark, dass sie nur noch Zuversicht zuließ. Zuversicht, dass sie es das nächste Mal schaffen würde. Dass sie besser war als das Schlechte in ihr.

Innere Tränen trocknen nicht. Sie durften nie fließen.


Mia dachte über Blickwinkel nach. Dachte darüber nach, ihren zu ändern.
Das Kämpfen war eine Einbahnstraße. Eine lange Einbahnstraße, mit Dornbüschen an beiden Seiten.

"Denn...", so dachte sie sich "wenn dieser Dämon, kein Dämon ist. Wenn dieser Dämon ich bin. Ein Teil von mir..."
Sich selbst zu bekämpfen ist paradox. Das wusste sie. Das klang so süß simpel.
Blickwinkel ändern. Hatte nicht so David auch Goliath besiegt? 

Vielleicht musste sie dieses Böse in ihr annehmen. Nicht abstoßen. Vielleicht musste sie sich mit ihm anfreunden, ihm seine Berechtigung nicht abstreiten. Es würde dann mit sich reden lassen. Sie würde es dann vielleicht verstehen.

Sie würde kein perfekter Mensch sein. Sie würde weiterhin Narben hinterlassen.
Vielleicht aber war das was sie innerlich weinen ließ kein Dämon.
Vielleicht war das ein Teil von ihr.
Ein Teil, der gehört werden wollte.
Ein Teil, der manchmal keinen anderen Ausweg sah.
Das Kommando übernahm, irrational war.
Sie in einen Rausch versetzte und sie danach mit den Schäden zurück ließ.

Mia ging die Straße entlang. Es war dunkel.
Sie weinte.
"Mia, was willst du mir sagen?"


VA

Ein Tag in Brno...

Nach Budapest, Prag und Bratislava, beschloss ich die Nähe Wiens zu unseren östlichen Nachbarländer wieder einmal auszunutzen und mit einer lieben Freundin und meinem Freund Brno zu erkunden. Denn tatsächlich ist Brno mit ca. 380.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Tschechiens und die Fahrt von Wien dauert mit dem Bus nicht einmal ganz zwei Stunden. Sehr empfehlen kann ich dabei 'Student Agency'. Für Hin- und Rückfahrt bezahlt man nur 16€, in den Bussen kann man sich Serien und Filme ansehen, Musik hören und es gibt kostenlose Heißgetränke (in Automatenqualität). Die Tickets kann man easy online kaufen und eine Stornierung inklusive Rückerstattung ist sogar bis zu einer Stunde vor Abfahrt möglich.

In Brno angekommen freuten wir uns, dass wir nicht -wie angekündigt- mit Regen zu kämpfen hatten. Kalt war es jedoch trotzdem und um halb 9 an einem Sonntag war die Stadt noch ziemlich ausgestorben. Wir suchten daher ein Café und gönnten uns ein kleines Frühstück, bevor die Stadt immer mehr zum Leben erwachte und wir mit der Erkundungs-Tour begannen.



Das Labyrinth unter dem Krautmarkt
Wir starteten mit einem Besuch des Labyrinths von Brno. Die Bezeichnung "Labyrinth" fanden wir dabei ein wenig irreführend. Tatsächlich handelt es sich nämlich mehr um ein unterirdisches Museum der Geschichte der Stadt. Die Gewölbekeller sind jedoch auf jeden Fall wunderschön und die Ausstellungsstücke geben einen Einblick in das Brno der Vergangenheit. Das Labyrinth kann nur im Rahmen einer geführten Tour besichtigt werden, dauert ca. 45 Minuten und kostet für Studierende ca. 3€, Normalpreis ca. 6€.

Zelný trh 21


Kathedrale St. Peter und Paul
Nach dem Labyrinth sind wir auf gut Glück der 'Kathedrale St. Peter und Paul' entgegen spaziert, die sich über der Stadt erhebt und daher kaum zu übersehen ist. Dabei sind wir an schönen kleinen Gärten vorbei gekommen, die sich vor der Kathedrale befinden und einen Blick auf den eher weniger schönen Teil von Brno freigeben. Die Altstadt bzw. das Zentrum der Stadt ist nämlich wirklich schön, hat tolle Gebäude und man fühlt sich sofort wohl. Weiter am Rand der Stadt stehen jedoch viele übertrieben bunte Hochhäuser, welche weniger sympathisch wirken.
Die Kathedrale 'St. Peter und Paul' ist jedoch von außen sehr imposant. Auch ein kurzer Blick nach innen lohnt sich, auch wenn ich schon Kirchen gesehen habe, die mich mehr beeindruckt haben. Allen voran die Kathedrale in Valletta.

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Špilberk Castle
Das Schloss 'Špilberk' sieht man praktisch von überall, da es auf einem kleinen Hügel steht. Ein Spaziergang hinauf lohnt sich nicht unbedingt wegen dem Schloss an sich, jedoch aber wegen des schönen Parks, der es umgibt und der Aussicht, die man von oben über die Stadt hat.

Špilberk 1



SKØG Urban Hub
Nachdem sowohl Theri auf ihrem Blog davon geschwärmt hat, als auch meine Freundin gemeint hat wir müssten da hin, war klar, dass wir dem 'SKØG Urban Hub' einen Besuch abstatten würden. Zurecht. Vom Ambiente und der Einrichtung waren wir sofort total begeistert. Auf die Snacks mussten wir zwar ein wenig warten, jedoch schmeckten die hausgemachten Limonaden dafür umso besser. Sehr gerne hätte ich hier auch einmal an einem Samstagabend vorbei geschaut, da sich das 'SKØG Urban Hub' abends vom hippen Café zur angesagten Bar verwandelt.

Dominikánské nám. 187/5



Freedom Square
Danach spazierten wir über den Freedom Square, welcher sich inmitten von zahlreichen Cafés und Geschäften befindet. Sogar am Sonntag hatten einige Läden offen und so wurde auch noch ein Shopping-Quickie in den Tagesplan integriert.



Poe Poe
Nachdem die Lust auf Süßes sehr groß war, freuten wir uns, gerade zufällig am Poe Poe vorbei zu schlendern. Es handelt sich hierbei zwar um eine Fast-Food-Kette, jedoch sind sowohl die Inneneinrichtung, als auch die Qualität der Crêpes und der frisch gepressten Säfte sehr überzeugend und das Preis-Leistungs-Verhältnis somit einfach unfassbar. (z.B. 1€ für ein Marmeladencrêpe, 1,80€ für ein Bananen-Nutella-Crêpe)
Dazu muss gesagt sein, dass in Brno die Preise für Essen und Trinken generell ein Traum sind.

Masarykova 3



Der Turm vom alten Rathaus
Zum Abschluss gingen wir noch die Treppen des 63m hohen Turms im alten Rathaus hinauf. Auch wenn es oben sehr eng und vielleicht für Menschen mit Höhenangst nicht unbedingt geeignet ist, bietet dieser Turm auf jeden Fall die beste Aussicht, die man auf Brno haben kann.
Eintritt für Studierende ca. 2€, Normalpreis ca. 4€.

Radnická 8


Der Bus brachte uns am Abend wieder sicher nach Hause und wir wurden von einem traumhaften Sonnenuntergang begleitet.
Insgesamt ist Brno eine sehr schöne kleine Stadt, die man, wenn man schon quasi ums Eck wohnt, auf jeden Fall gesehen haben sollte. Mehr als ein Tag braucht es jedoch meiner Meinung nach nicht, um die Highlights der Stadt zu erkunden.



VA

Diagnose: Mensch. #3: Leben mit Depression und Sozialphobie...



In der Reihe "Diagnose: Mensch." erzählen Betroffene von psychischen Erkrankungen ihre Geschichte. 
Die Einleitung und den ersten Beitrag findest du hier.  

Anni (22)
 "Belastend. Unkontrollierbar. Nervig." - Leben mit Depression und Sozialphobie


Einen konkreten Zeitpunkt oder Auslöser gab es eigentlich nicht. Ich hatte eine relativ schwierige Kindheit. Seit Beginn der Pubertät fühlte ich mich dann so wie die meisten in meinem Alter – hässlich, fett und ungeliebt. Richtig schlimm wurde es dann nach dem Tod meiner Oma. Da war ich 18 und hatte zum ersten Mal Selbstmordgedanken. Es war eine furchtbare Zeit für mich. Nachts konnte ich nicht schlafen, tagsüber fühlte ich mich schlapp, unnütz und konnte mich zu nichts aufraffen. Ich verbrachte sehr viel Zeit in Online-Communities, die ich vor allem zum Chatten mit anderen Depressiven nutzte. Im Nachhinein kann ich sagen, dass mir dieser Austausch sehr geholfen hat. Auch weil ich im realen Leben keine Freunde hatte.

Damals hatte ich schon die Vermutung, dass ich krank bin, wurde von meinem Umfeld jedoch nicht ernstgenommen. Durch meine starke Sozialphobie war es mir auch unmöglich, Therapeuten anzurufen.
Auf Empfehlung der Psychologin meiner Uni wagte ich mich schließlich nach dem Tod meiner Mutter zu einer Therapeutin, bei der ich seitdem in Behandlung bin. Da war ich 20 Jahre alt. Sie diagnostizierte mich mit den Krankheiten Depression und Sozialphobie.
Die Symptome meiner Depression bestehen vor allem aus Antriebsstörungen. Das muss man sich so vorstellen, dass ich hin und wieder morgens nicht aus dem Bett komme. Obwohl ich früh genug ins Bett gegangen bin, geht es einfach nicht. Ich stelle dann meistens den Wecker aus und schlafe bis mittags. So verschlafe ich Unterrichtsstunden, Arzttermine und Vorlesungen. Nach dem Aufwachen habe ich meist starke Schuldgefühle und fühle mich wie eine Versagerin. Der Wille zum frühen Aufstehen ist da, aber ich schaffe es einfach nicht. Es ist, als ob ich in meinem eigenen Körper gefangen bin.

Des Weiteren leide ich unter unbegründeten, negativen Gedanken. Damit meine ich zum Beispiel Versagensängste und plötzliche Stimmungsumschwünge, die wie aus dem Nichts zu kommen scheinen. In letzter Zeit kommen auch noch Aggressionen dazu, unter denen ich sehr leide.
Meine Sozialphobie habe ich inzwischen gut im Griff. Darunter versteht man Angst vor sozialen Situationen. Während meiner Schulzeit war ich immer „die Stille“ und traute mich nicht, mich im Unterricht zu melden. Referate waren der reinste Horror für mich. Ich zog mich immer zurück. Einkaufen, telefonieren, Small Talk – was für andere Menschen zum Alltag gehört, konnte ich nicht ohne starkes Herzklopfen und Zittern und drückte mich daher meistens davor. Seit ich studiere und lernen musste, selbstständig zu sein, ist es jedoch sehr viel besser geworden. Viele meiner Probleme habe ich überwinden können.

Medikamente kommen für mich als Therapie nicht in Frage. Sehr oft wähle ich jedoch den Weg der Verdrängung: Ich stürze mich in Arbeit. Früher kam noch das Lesen dazu, heute ist es der Computer. Zudem mache ich eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Dabei wird tief ins Innere des Patienten geguckt und versucht, in seiner Vergangenheit Gründe und Auslöser für seine heutigen Symptome zu finden. Das ist teilweise nicht so schön, da dabei auch viele negative Erinnerungen hochkommen. Als gut empfinde ich jedoch die Betreuung von meiner Therapeutin. Anfangs kam ich mit ihrer distanzierten, professionellen Art nicht klar, doch inzwischen kann ich damit gut umgehen.

Depression und Sozialphobie sind zwei ernstzunehmende Krankheiten. Ich würde mir wünschen, dass die Gesellschaft aufhört, sie zu verharmlosen. Ich will auf gar kein Fall Mitleid, aber ich hätte gerne, dass man verständnisvoll mit mir umgeht, wenn ich Hilfe brauche.
Was ich auch überhaupt nicht leiden kann sind Sprüche wie „Stell‘ dich nicht so an!“. Das zeigt nur, wie wenig sich jemand Gedanken darüber gemacht hat was meine Krankheit überhaupt bedeutet. Viele meinen ich bin halt traurig. Sie verstehen nicht, dass ich krank bin. 

Wenn ihr auch betroffen seid, dann scheut euch nicht Hilfe in Anspruch zu nehmen. Depressiv bzw. sozialphobisch zu sein ist nichts wofür man sich schämen muss.




Du möchtest ebenfalls deine Geschichte erzählen?
Melde dich unter: info@valeriannala.com


Die Diskriminierung der Männer...

Ich bin Feministin.
Das heißt übersetzt: Ich bin für Gleichberechtigung.
Und gegen Sexismus.

Das heißt auch, dass ich weiß, dass Sexismus nicht nur in eine Richtung gehen kann.
Vielleicht sind die Ungerechtigkeiten der Männer im Vergleich zu geringerem Lohn oder ständiger Objektivierung Peanuts.
Und doch sind sie da. Kleine feine Dinge, die mir im Alltag immer wieder auffallen.
Unnötige Doppelstandards und Benachteiligungen allein aufgrund des (männlichen) Geschlechts.


Männer bezahlen, Frauen nicht.

Samstag. Party. Ihr wollt in den Club. Er zahlt. Sie nicht.
Sehr oft gibt es immer noch Unterscheidungen bei den Eintrittspreisen. Einfach nur weil einer ein Männlein ist und die andere ein Weiblein.
Klar, die Veranstalter wollen dadurch mehr weibliches Publikum in ihre Hütten locken.
Kein ausreichend guter Grund.
Und dass Männer 10€ bezahlen und Frauen nichts, ist stark übertrieben.
Ein einheitlicher Preis von 5€ für alle. Ich glaube auch Frauen könnten sich das leisten.

Sonntag. Nachmittag. Ein Fußballspiel in Vorarlberg.
Er zahlt Eintritt. Sie nicht.
Mit welcher Begründung?
"Frauen interessiert's eh nicht.", gilt schon lange nicht mehr.
Hat jemand noch eine besser Ausrede parat?


Wer hässlich ist, ist halt hässlich.

Wenn Frauen in ihrer Teenagerzeit (oder auch danach) von Pickeln geplagt werden, kann das ziemlich anstrengend sein und auch am Selbstbewusstsein zehren. Aber immerhin gibt es Make up in allen erdenklichen Variationen und wenn man dies richtig einsetzt, kann man damit auch wirklich gut schummeln.
Und wie ist das bei Männern? Kann es für sie nicht auch schrecklich belastend sein, sich mit einem verpickelten Gesicht präsentieren zu müssen? Naja. Deal with it!
Denn Make up für Männer wird zwar vielleicht bei Hollywood Stars akzeptiert, aber beim kleinen Normalo-Mann bestimmt nicht.
Doch was wäre schon dabei? Wenn ein Mann auch ganz selbstverständlich zum Abdeckstift oder Puder greifen dürfte, um zumindest das Schlimmste ein bisschen zu kaschieren?
Das macht ihn ja nicht gleich zur Dragqueen.


Wo sind die "Du bist gut so wie du bist."-Kampagnen für Männer?

Big news: Männer haben genauso Komplexe.
Sie trauen sich vielleicht in der Öffentlichkeit weniger darüber zu sprechen. Das heißt aber nicht, dass sie insgeheim nicht auch die ein oder andere Körperstelle haben, die sie gerne umtauschen würden. Gewisse Schönheitsideale gibt es auch für Männer. Und diese sind oft genauso unrealistisch wie jene für Frauen.
Entspricht ein Mann nicht dem Schönheitsideal, bekommt er dann die Frau die er will?
Und ist er denn überhaupt ein richtiger Mann, ohne breite Schultern und Sixpack?
Für Frauen ergreifen zumindest wenige Unternehmen wie Dove oder bestimmte Magazine das Wort und versuchen einfach einmal zu vermitteln: "Ihr seid gut so wie ihr seid. Egal mit welchem Körper.". Aber ich habe bisher noch nie einen Artikel darüber gelesen, wie Männern versichert wird, dass auch sie und ihre Körper okay sind. So wie sie sind.


Welches Shampoo darf ich verwenden?

Vor kurzem waren wir im dm. Mein Freund wollte sich noch ein Shampoo kaufen. Dabei ist mir aufgefallen, dass bei einer bestimmten Linie auf jeder Flasche eine Frau abgebildet war. Bis auf einer, bei der sowohl Mann und Frau vom Etikett strahlten - das Anti-Schuppen Shampoo.
Allgemeine Frage: Warum brauchen Männer ein anderes Shampoo als Frauen? Haben wir nicht alle einfach Haare? Sogar manche Frauen kurze und manche Männer lange.
Wieso gibt es dann 100 verschiedene Shampoos neben einem einzigen, auf dem oft noch dezidiert "for men" steht, damit sie ja wissen welches sie auch offiziell verwenden dürfen?
Entweder das gegen Schuppen, das gegen Haarausfall oder die Sports Edition.
Wäre ja schlimm wenn da einer versehentlich nach Pfirsich riechen würde.


Der Mythos des starken Geschlechts.

Im Durchschnitt sind Männer körperlich stärker als Frauen. True. Aber aus diesem Grund die Stärke auf sämtliche Lebensbereiche umzumünzen ist ein Trugschluss, welcher nicht nur für Frauen Nachteile mit sich bringt. Denn dass Männer immer stark sein müssen und nie Schwäche zeigen dürfen - ob im Job oder in der Familie - ist ein Bild, welchem kein menschliches Wesen entsprechen kann. Es sollte endlich nicht mehr länger ein Tabu sein, dass Männer genauso Gefühle haben wie Frauen. Dass Männer genauso das Bedürfnis nach Liebe und Anerkennung haben. Dass manchmal sogar (oder besonders) die größten Machos mit einem geringen Selbstbewusstsein herum rennen.



Feminismus heißt Gleichberechtigung.
Auch wenn das Wort oft missbraucht und in weiterer Folge missverstanden wird.

Und ich würde mir wünschen, dass auch Männer auf Celine Dion stehen dürfen.
Dass auch kleine Jungs mit Puppen spielen dürfen.
Dass Männer auch weinen dürfen, wenn es nicht um Sport geht.
Dass Werbungen Männern nicht ständig suggerieren sie müssten biertrinkende Superhelden mit schnellem Sportwagen sein.
Dass die Gesellschaft nicht mehr länger so stark an dieser strikten Dichotomie festhält.

Es gibt so viel mehr das uns eint, als das was uns trennt.


VA

Frühstück im 'Clementine im Glashaus'...

Das 'Clementine im Glashaus' zu betreten war für mich ein richtiger Wow-Moment. Die modernen Lampen, die Pflanzen, das große Gemälde, der Kronleuchter und einfach diese ganze Glashaus-Atmosphäre konnten mich auf Anhieb begeistern.
Von meinem Platz aus hatte ich dann zudem noch einen wunderbaren Ausblick auf das Palais Coburg. Elegant. Edel. Königlich. Und irgendwie schlich sich dadurch ein Gefühl von Gelassenheit und Urlaub bei mir ein.


Im Rahmen von Good Morning Vienna war ich wieder als Frühstücksbloggerin unterwegs.
Wir wurden von einer äußerst netten und kompetenten Kellnerin bedient und konnten uns bei der vielseitigen Auswahl der Speisen zuerst nur schwer entscheiden.
Frühstück wird von 07:00-11:30 Uhr serviert und neben einigen fix zusammengestellten Frühstücksvariationen gibt es auch noch kleinere süße und salzige Speisen.
Obwohl ich zuerst mit dem "Frühstück der Clementine"** und dem "Frühstück Low Carb"*** liebäugelte, entschied ich dann doch mir mein perfektes Frühstück selbst zusammen zu stellen.


Dieses bestand aus einem "Energieteller" (6,50€), "2 Stück im Glas (Ei) mit Spinat, Räucherlachs und Wildkräuter" (6,50€) und einem "Homemade Granola" (6,50€) als Nachspeise.
Mein Freund wählte den "Räucherlachs mit Rösti, Sauerrahm und Schnittlauch" (9€), die "Eierspeise mit Bergkäse und Speck" (7€) und als Nachspeise die "Waffeln mit Ahornsirup und Beeren" (7€), von welchen er jedoch nur noch eine kleine Portion bestellte - was absolut kein Problem war.
Dazu haben wir leckeren Cappuccino aus den wohl coolsten Tassen getrunken und uns noch einen frisch gepressten Orangen- bzw. Grapefruitsaft gegönnt.


In Wien gibt es wirklich sehr viele Orte an denen man richtig gut frühstücken kann und auch die Vielfalt dieser Locations ist mit ein Grund warum ich diese Stadt so liebe. Das 'Clementine im Glashaus' ist in dieser Landschaft auf jeden Fall ein kleines Highlight. Selbstverständlich sind die Preise gerade für Studierende nicht unbedingt das was man sich jede Woche leisten kann. Das muss aber auch nicht sein. Denn dieses Lokal ist besonders. Rundum. Für besondere Momente. Wie eine kleine Oase, in der man für eine kurze Zeit lang den Alltag komplett vergisst. Weil man sich richtig wohl und aufgehoben fühlt. Beim Essen schmeckt man in jedem Bissen die ausgezeichnete Qualität. Sogar die Semmel, die eigentlich nur eine kleine Nebendarstellerin war, überzeugte.
Wir haben den gemütlichen Vormittag sehr genossen und ich persönlich wäre am liebsten noch einige Stunden geblieben. Damit wieder Platz in meinem Magen ist. Für noch mehr Köstlichkeiten.


Ich empfehle das 'Clementine im Glashaus' also auf jeden Fall guten Gewissens weiter.
Vor allem für besondere Anlässe.
Aber auch wenn man sich einfach wieder einmal selbst etwas Gutes tun möchte.
Pause vom Alltag.
Genießen.


VA



**Brotkorb mit Brot & Bio-Dampfofensemmerl vom Joseph, Croissant & Apfeltasche, Butter, Clementinenmarmelade, Ei im Glas mit Radieschen und Schnittlauch, Obst der Saison, frisch gepresster Saft nach Wahl, Heißgetränk nach Wahl (19€)
***Semmel, Butter, Räucherlachs mit Radieschen, Tomate, Gurke, Avocado & Zitronendressing, Naturjoghurt mit Beeren, Omelett mit Frischkäse und Kräutern, Mineralwasser, Heißgetränk nach Wahl (21€)


Clementine im Glashaus
Coburgbastei 4
1010 Wien

*ein großes Dankeschön an 'Clementine im Glashaus'

Selbsterfahrung und was man dort so erfährt...

(Im Rahmen meiner Psychotherapie-Ausbildung habe ich an einem Gruppen-Selbsterfahrungsseminar teilgenommen, worauf sich der folgende Text bezieht.)

Du setzt dich auf einen leeren Stuhl im Kreis. Zwei von den Anwesenden kennst du bereits von deiner Ausbildung. Die anderen sind dir völlig fremd. Du weißt nicht wirklich was auf dich zukommt.
Manchmal sagt man, dass man eine Sache vollkommen ohne Erwartungen angegangen ist.
Ich würde sagen das war so eine Sache.
Auch wenn immer ein Hauch von Erwartung mitschwingt. Nur kann man diese dann halt nicht definieren. Will sie nicht definieren.

Wir saßen da und die Anweisung der Seminarleiter beschränkte sich in den meisten Fällen auf: "So, ihr habt jetzt eineinhalb Stunden Zeit."
So.
Kein Thema. Keine Aufgabenstellung.
Fremde Menschen die in einem Kreis sitzen und darüber reden sollen wie es ihnen gerade geht.
Klingt wenig spannend. War es zunächst auch nicht. Irgendwie seltsam. Eine angespannte Stimmung. Wer beginnt? Wie beginnt man? Was genau kann und will man sagen und was nicht?
Fremde Menschen die in einem Kreis sitzen und nichts haben. Außer Zeit.


Irgendwann entwickelt sich jedoch etwas aus dieser ungewohnten Situation. Die Gruppe beginnt zu leben und man lernt Menschen kennen, wie man sie sonst nie kennen lernt.
Selten nimmt man sich bei Fremden Zeit sie wirklich wahrzunehmen. Hinter die Fassaden zu blicken. Sie begreifen zu wollen. Wie sollte das auch gehen, wenn das Leben sowieso schon immer viel zu schnell an einem vorbei rast?
Und genau deshalb war es so anders. So besonders. 3 Tage. Einfach nur Zeit haben. Zeit sich mit dieser zusammengewürfelten Gruppe auseinander zu setzen. Mit den Menschen dahinter. Und gleichzeitig auch vieles über sich selbst zu erfahren.

Es kam dann alles anders als erwartet. Das passiert manchmal. Auch wenn man eigentlich gar keine Erwartungen hatte.
Innerhalb weniger Stunden entwickelte sich ein Konflikt innerhalb der Gruppe, der weder wirklich Inhalt noch einen bestimmten Sinn hatte. Im Speziellen richtete er sich aber gegen eine Person. Die nichts dafür konnte. Es ist faszinierend wie schnell es passieren kann, dass ein Mensch einem anderen ein Problem überstülpt, welches eigentlich sein eigenes ist.
Auch wenn ich selbst nicht direkt davon betroffen war, ließ es mich wütend werden. So wütend, dass ich am nächsten Morgen am liebsten nicht mehr hingegangen wäre.

Umso spannender war es, dass ich nach dem zweiten, sehr intensiven Tag ein eher unbekanntes Glücksgefühl verspürte. Ich war an diesem Abend für ein paar Stunden rundum glücklich und zufrieden. Einfach so. Ohne Grund. Von innen. Mit allem und jedem.

In manchen Phasen dieses Seminars dachte ich mir ich wäre komplett am falschen Ort. Mit den falschen Menschen. Und doch hat alles was in dieser kurzen Zeit passiert ist letztendlich irgendetwas in mir bewegt, dass ich selbst jetzt immer noch nicht benennen kann.


Es gab jedoch kleine definierbare Erkenntnisse. Zum Teil neu, zum Teil nur aufgewärmt.

Komplimente sind kleine Schätze. Für denjenigen der sie bekommt, aber auch für diejenige, die sie ausspricht. Kostbare Schätze, die man nicht für sich behalten sollte. Mit denen man ruhig ganz verschwenderisch umgehen kann. Wenn sie ehrlich sind. Wenn sie von Herzen kommen.
Ich merke selbst oft, wie ich Komplimente denke, sie aber nicht ausspreche. Ich bin bestimmt nicht die Einzige. Hunderte Komplimente, die einfach verloren gehen. Weil wir uns nicht trauen. Nicht gönnen. Nicht meinen, dass es wichtig sein könnte.
Aber manchmal gibt es Menschen, die sich schon lange nicht mehr geschätzt gefühlt haben. Die vielleicht gerade dabei sind komplett an sich zu zweifeln und einfach nur ein paar wenige nette Worte bräuchten.

Mir ist klar geworden, wie wichtig Feedback im Allgemeinen ist. Egal ob positiv oder negativ. Alles was geäußert wird, nimmt Spekulationen den Raum. Mit Wissen kann man arbeiten. Mit Vermutungen nur schlecht. Vermutungen führen zu Missverständnissen. Missverständnisse zu Streit. Wenn einfach jeder sagt, was er denkt, jeder ausspricht was er fühlt. Dann kann man sich über das Gute freuen und sich um das Schlechte kümmern.
Kommunikation. Ein einfacher Schlüssel, den wir alle bei uns tragen sollten.

Was andere denken.
"Ich habe Angst was andere denken, wenn ich..." war so häufig das Thema in diesen drei Tagen. Es ist erstaunlich wie sehr viele Menschen von diesen Gedanken geplagt werden. Sinnlos geplagt werden.
Ich bin inzwischen schon viel besser darin geworden mir eine gewisse "Scheiß auf andere!"-Einstellung anzueignen. Klar werde ich gerne gemocht. Aber an dem Anspruch, dass das alle tun müssen, zerbreche ich nur selbst. Ich bin um Welten glücklicher, wenn es mir egal sein kann was andere über mich denken. Viel glücklicher, als wenn ich versuchen müsste ständig alle zufrieden zu stellen.
"Selbstbewusstsein ist nicht gleich Selbstvertrauen.", sagte unsere Seminarleiterin. Selbstbewusst einen Raum betreten, selbstbewusst reden und sich präsentieren - das können viele. Selbstvertrauen sei jedoch das Vertrauen in sich selbst. Dass egal was andere sagen oder tun, ich darauf vertraue, dass ich gut bin so wie ich bin.

Je mehr ich mich mit diesem Gebiet beschäftige, desto mehr bin ich der Meinung, dass es absolut keinem schadet eine therapeutische Erfahrung zu machen. Denn gewisse Ängste und Sorgen hat jeder und um sich intensiv mit sich selbst auseinander zu setzen muss man nicht krank sein.
Sondern einfach nur Mensch. 

 VA
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