25 September 2016

Nizza, Monaco & die Côte d'Azur...

Sich zwei Wochen lang immer auf dieselbe Liege am selben Strand zu klatschen - das war noch nie so wirklich meins. Sogar eine Woche lang ist mir das meist schon zu viel.
Ein Urlaub ist für mich dann perfekt, wenn ich auf Erkundungstour gehen kann. Kleine Gassen erforschen, leckeres Essen entdecken, am Abend auf der Promenade flanieren - das Meer immer an meiner Seite. Und wenn man dann einmal einen Nachmittag lang einfach nur chillen mag, dann legt man sich spontan mit einem guten Buch an den Strand.
Genau das alles haben wir dieses Jahr im Juli in Nizza gefunden.
Ich muss gestehen, Nizza stand nicht ganz oben auf meiner Reisewunschliste. Nach Santorini wollte ich. Da habe ich mich wohl ein bisschen von den Fluten von weißen Häusern mit blauen Dächern auf Instagram dazu verleiten lassen. Genau diese weißen Häuser mit blauen Dächern waren jedoch auch der Grund warum sich mein Freund gewehrt hat. So in die Richtung: "Sieht ja ganz schön aus, aber was machen wir, wenn wir die weißen Häuser mit den blauen Dächern gesehen haben?".

Nizza, meinte er dann. Eine lebendige Stadt, direkt am Meer und reihenweise Ausflugsziele in der nahen Umgebung. Ein Hin- und Rückflug um 93€ und eine große Auswahl von günstigen, zentralen und schönen Airbnbs überzeugten mich dann schlussendlich.

Und ich bin verdammt froh darüber.



Was du in Nizza tun kannst

Die Altstadt (Vieille Ville) erkunden
Auch wenn die ganze Stadt ein besonderes Flair ausstrahlt, so ist die Altstadt an Charme wohl kaum zu überbieten. Enge Gassen, unzählige Restaurants, Bars, Galerien und kleine Geschäfte. Ich hätte hier Stunden verbringen können und besonders die Atmosphäre am Abend ließ mich immer mit einem Dauergrinsen herum spazieren. Auch spät abends sitzen hier noch unzählige Menschen draußen und genießen ihre Speisen und Getränke. Die Altstadt ist lebendig und vielfältig und an ihr führt daher sowieso quasi kein Weg vorbei.


Den Ausblick vom Colline du chateau genießen
Eine wunderbare Aussicht über die gesamte Stadt sowie hinaus aufs offene Meer hat man vom Colline du chateau. Auch wenn sich hierhin verständlicherweise schon der eine oder andere Tourist verirrt, so waren wir doch überrascht wie angenehm wenig los war. Den meisten Trubel machten eigentlich die einheimischen Kinder im großen Park auf dem Hügel. Ansonsten kann man hier auf jeden Fall verweilen und auch der Wasserfall ist sehenswert.


Über den Place Masséna schlendern
Der Place Masséna ist im Grunde keine richtige Attraktion, da es sich schlichtweg um einen großen Platz handelt. Ich persönlich fand ihn jedoch mit seinen majestätischen Gebäuden so wunderschön, dass ich ihn hier trotzdem unbedingt erwähnen muss.


Dem Parc Phoenix einen Besuch abstatten
Der Parc Phoenix liegt ein bisschen außerhalb vom Zentrum der Stadt - quasi direkt beim Flughafen. Den Weg auf sich zu nehmen hat sich jedoch nur bedingt gelohnt. Zwar waren die 3€ Eintritt nicht wirklich viel, die kleinen Wasserspiele waren ganz nett und auch das Tropenhaus sehr schön. Wenn es draußen aber sowieso schon viel zu heiß ist und man ständig die Flugzeuge so laut hört als stünde man direkt auf der Startbahn, dann gibt es doch bessere Plätze, um sich die Zeit zu vertreiben.
(405 Prom. des Anglais)


Das Monastère de Cimiez besichtigen
Der öffentliche Bus bringt einen direkt vor das Monastère de Cimiez. Auf einem Hügel befindet sich hier ein Kloster mit einem netten, gut gepflegten Garten. Man kann sich dies auf jeden Fall einmal ansehen und vielleicht auch ein wenig im Garten entspannen. Wer es auslässt hat jedoch trotzdem nicht allzu viel verpasst.
(Place Jean Paul 2)


An der Promenade des Anglais entlang schlendern
Auf der Promenade des Anglais am langen Kiesstrand von Nizza ist immer etwas los. Verständlich, denn der Ausblick über das Meer lädt hier zu langen Spaziergängen ein, aber auch Restaurants und Cafés freuen sich ganztags über Kundschaft.


Das Hotel Negresco bestaunen
Aus irgendeinem Grund hat mich das Hotel Negresco von Anfang an in seinen Bann gezogen. Es wäre auf jeden Fall schön, dieses Luxushotel einmal von innen bewundern zu dürfen.
(37 Prom. des Anglais)


Was/wie du in Nizza essen kannst
Am ersten Abend sind wir von unserer Wohnung aus einfach einmal los gegangen und haben auf gut Glück etwas zu essen gesucht. Wir waren ein wenig überrascht, dass uns in der Fußgängerzone ein Pizza-Schild nach dem anderen entgegensprang und entschieden uns dann für eines der Restaurants. Später mussten wir jedoch feststellen, dass das ein Fehler war. Prinzipiell ist es immer besser, sich ein Restaurant in der Altstadt zu suchen, auch wenn man natürlich sicher auch an anderen Ecken der Stadt gut essen kann.

Empfehlenswerte Restaurants:

L'Escalinada
Super lecker, schöne Atmosphäre und das Menü ist preislich völlig in Ordnung. Am Abend öffnet es erst um 19:00 Uhr. Wer sicher einen Tisch haben möchte, schaut am besten gleich dann vorbei.
(22 Rue Pairolière)


Le bistro du fromager
Mein persönliches Highlight. Auch wenn ich für das Käsebuffet 23€ bezahlt habe und somit nicht einmal eine warme Mahlzeit hatte, war ich begeistert. Denn ich liebe Käse und wenn man sich dann noch in All-you-can-eat-Manier durch die verschiedensten Sorten von weich bis hart, von mild bis extrem würzig testen kann, dann ist das für mich der Himmel auf Erden. Noch dazu kommt die Weinkeller-Atmosphäre, der gute Service und auch die anderen Käsegerichte sahen sehr lecker aus bzw. können wir bestätigen, dass das Gratin (mit ca. 5kg geschmolzenem Käse) vorzüglich schmeckte.
TIPP: Unbedingt reservieren!
(29 Rue Benoit Bunico)


L'Ybane
Die Tische des L'Ybane stehen leider direkt neben einer kleinen Straße. Abgesehen davon ist es jedoch ein sehr nettes Restaurant mit richtig leckerem Essen und ich habe mich sogar tatsächlich einmal an die Meeresfrüchte-Spaghetti gewagt. 
(1 Rue de la Liberté)


Picknick am Strand & Frühstück von der Boulangerie
Essen in Nizza ist nicht sonderlich günstig. Was bei uns schon eher gehobenere Preise sind, ist dort so ziemlich der Durchschnitt. Ob man sich wirklich noch eine Kugel Eis gönnt, überlegt man sich darum meist zwei Mal und dass eine Pizza Margherita über 10€ kostet, daran muss man sich gewöhnen. Wir waren deshalb auch nicht drei Mal am Tag essen, sondern haben es vorwiegend auf das Abendessen beschränkt.
Aber auch wenn die Speisen relativ teuer sind, so kann man fast schon zu einem Spottpreis richtig lecker frühstücken. Denn das Preis-Leistungs-Verhältnis von den 'Boulangeries' ist wirklich top.
TIPP: Was man für untertags so braucht, sollte man sich in Nizza nicht bei 'SPAR' kaufen. Denn was hier SPAR ist, hat für uns eindeutig nichts mit sparen zu tun. Die anderen Supermärkte sind eindeutig günstiger.
Ein Picknick am Strand ist beispielsweise auch eine gute und günstige(re) Alternative und ich versprech es euch - kein Ausblick ist besser!


TIPP: Wenn dir die Getränke-Preise zu hoch sind: es gibt fast überall 'Sirop à l'eau' zu bestellen. Das ist -wie der Name schon sagt- Sirup mit Wasser, wobei der Sirup ein wenig anders ist als wir das gewohnt sind. Wenn du Glück hast, schmeckt es richtig lecker, wenn du Pech hast, ein Tick zu süß. Ist aber auf jeden Fall die günstigste Variante, um in einem Restaurant ein Getränk mit Geschmack zu bekommen.


Wie du in Nizza von A nach B kommst

Prinzipiell würde ich auf jeden Fall von einem Mietauto abraten. Es sei denn, man ist länger unterwegs und will wirklich auch ins Landesinnere fahren. Nur für Nizza und Umgebung ist man mit Bus und Zug sicher besser bedient. Ein Busticket innerhalb der Stadt kostet pro Weg 1,50€. Ein Tagesticket kostet 5€. Manche Busse fahren häufig, andere weniger. Da sollte man sich vorher einfach informieren.
TIPP: Wenn man am Flughafen in Nizza ankommt und in die Stadt fahren möchte, auf keinen Fall einen der Busse nehmen, die direkt 'vor der Tür' stehen, sondern zur Straße nach vorne gehen und eine der normalen Linien nehmen. Von denen fahren mehrere direkt an der Promenade entlang in die Stadt und sie sind mit 1,50€ viel günstiger als die 'Tourifalle'.


Ausflüge, die du von Nizza aus machen kannst

Auch nach Monaco kommt man einfach und günstig mit dem Bus. Dauer: ca. 1h.; Kosten: insgesamt 3€.
Nach Antibes mit dem Bus: Dauer: ca. 1h; Kosten: insgesamt 3€. Nach Antibes kann man ein wenig teurer, dafür schneller auch mit dem Zug fahren.
Nach Cannes mit dem Zug: Dauer: ca. 40 min (je nach Zug); Kosten: ca. 10€ insgesamt. Günstiger, dafür langsamer ist man auch hier mit dem Bus unterwegs.
TIPP: Um lange Wartezeiten am Bahnhof in Nizza zu vermeiden, lohnt es sich genügend Münzen für die Automaten mitzunehmen, da diese sich nicht mit Scheinen füttern lassen. Die meisten Automaten sind übrigens nur auf Französisch. 

Cannes
Über Cannes hatte ich im Vorfeld sehr viel Positives gehört. Dementsprechend waren meine Erwartungen hoch, welche jedoch nicht erfüllt wurden. Klar, die Promenade ist auch hier wunderschön und ein Vorteil ist sicher der Sandstrand. Die Stadt an sich kann meiner Meinung nach jedoch nicht mit Nizza mithalten. Es dürfen praktisch überall Autos fahren und darum war es auch einfach nicht so gemütlich.
Vom Musee de la Castre hat man einen tollen Ausblick über die Stadt, aber auch hier hat mir der Colline du chateau in Nizza besser gefallen.
Eine große Auswahl an leckeren Macarons gibt es bei Jean Luc Pelé. (36 Rue Meynadier)


Antibes 
Wie schon erwähnt, gibt es in Nizza ausschließlich Kiesstrand. Antibes ist jedoch nicht weit von Nizza entfernt und hat mehrere schöne Sandstrände. Am Wochenende ist hier jedoch einiges los. Trotzdem hatten wir Glück und konnten uns 'Front-Row'-Plätze ergattern und so am Strand von Juan Les Pins einen schönen und entspannten Nachmittag verbringen.


Monaco 


Casino de Monte-Carlo
Das Casino de Monte-Carlo ist auf jeden Fall ein imposanter Anblick und ein Foto davor fast schon obligatorisch. Auf dem Platz ist auch ziemlich viel los und wir hatten sogar das Glück eine richtig coole Band performen zu sehen. Von innen haben wir nur den Eingangsbereich gesehen, da es zu der Zeit auch gerade nicht geöffnet hatte. In diesem Casino zu spielen muss jedoch auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis sein.


Yachten bewundern
Wie viel Geld im Hafen von Monaco parkt, ist fast schon absurd. Ein Whirlpool an Board gehört bei den meisten Yachten zur Standardausstattung und es ist amüsant und frustrierend zugleich, sich die ganzen Prachtstücke aus der Ferne anzusehen.


Palais Princier de Monaco
Es lohnt sich auf jeden Fall zum Fürstenpalast hinauf zu gehen und mit ein wenig Glück bekommt man auch noch die Ablöse der Wachen zu sehen.


Kathedrale Notre-Dame-Immaculée
Der Anblick der Kathedrale Notre-Dame-Immaculée hat mich wirklich begeistert. Aber auch der Justizpalast gleich nebenan kann sich sehen lassen, weshalb die beiden gemeinsam ein ziemlich schönes Paar abgeben.
(4 Rue Colonel Bellando de Castro)


Der Rosengarten Von Prinzessin Grace
Von der Kathedrale zum Rosengarten war es zu Fuß und bei der Hitze eine halbe Weltreise, die sich nicht wirklich lohnte. Ein nett angelegter Garten mit den unterschiedlichsten Rosen, welche alle schön beschriftet wurden. Leider blühten die wenigsten Rosen und insgesamt wirkte alles ein wenig vernachlässigt. Vielleicht haben wir aber auch einfach nur eine unglückliche Zeit erwischt. 


Insgesamt war es wirklich ein perfekter Urlaub, der von allem etwas zu bieten hatte - genau so wie ich es mag.

Ich komme wieder. Am besten dann mit Auto und ganz viel Zeit, um Südfrankreich so richtig auszukosten.


Wer noch Fragen hat oder selbst Tipps auf Lager hat, kann sich sehr gerne in den Kommentaren melden.

VA

18 September 2016

"Ja, ich habe mir Instagramfollower gekauft"...

Nein, ich habe mir keine Instagramfollower gekauft.
Aber sie. Katja. Katja ist Bloggerin. Genau wie ich.

Katja hat sich Follower gekauft. Aber was viel wichtiger ist, sie hat es offen zugegeben und auf ihrem Blog darüber geschrieben. Einige LeserInnen bewunderten in den Kommentaren ihre Ehrlichkeit. Die ganze Sache wurde paradoxerweise mehr positiv als negativ aufgenommen und erregte kein sonderliches Aufsehen. Das alleine spricht ja schon für sich. Katja äußerte sich daraufhin mit:
"...mit so wenig Resonanz hatte ich aber nicht gerechnet. Wenigstens auf eine kleine Diskussion über Richtig und Falsch, die Gesellschaft und unsere Moral hatte ich mich eingestellt und gefreut."

Die Reaktionen ihrer Follower beschränkten sich wiederum mehr oder weniger auf: "Wieso sollte man noch diskutieren, wenn jemand seinen Fehler eingesehen hat? Ich hab verstanden worum es dir ging, aber ich glaube auch, dass du deswegen kein schlechtes Gewissen haben solltest."
Aber ich möchte doch noch etwas dazu sagen. Doch noch das Ganze aufgreifen, diskutieren und genauer hinterfragen.
Nicht, weil ich sie dafür verurteile. Nicht, weil ich sie nicht verstehen könnte. Nicht, weil sie mir dadurch unsympathisch wäre. Sondern gerade weil ich es so traurig finde, dass sich eine Frau mit so viel Talent, Liebe zum Detail und Sinn für Ästhetik dazu genötigt fühlt, sich selbst zu verraten.


Der Druck in der Bloggerwelt ist tatsächlich groß. Besonders auf Instagram. Diese vieldiskutierte Scheinwelt, die vor Heuchelei und überbelichteten Flatlays mit rosa Farbakzenten nur so strotzt. Ich habe nie verstanden an welchem Punkt das echte Leben, echte Farben und Abenteuer, weniger interessant geworden sind als sauber drapierte Marken-Produkte und Nike-Sportschuhe auf weißen Laken. Aber das soll nun gar nicht primär das Thema sein.
Was viel mehr im Zentrum steht ist diese Zahl. Schwarz auf weiß. Die Zahl, die zeigen soll, wie viele Menschen sich für einen interessieren. Die Zahl, die scheinbar immer mehr zur Maßzahl dafür wird, wie viel Wert eine Person hat. Wert für andere Blogger, Wert für Follower und letztendlich Wert für Unternehmen. Und genau dieses Bedürfnis 'mehr wert' zu sein, nutzen diese ganzen Instagram-Follower-Verkäufer natürlich gnadenlos aus. Fünf Euro für 3000 Follower. Man muss ja fast schon bescheuert sein, ein solches Angebot auszuschlagen.

"Nach 24 Stunden sollten diese Follower auf meiner Seite erscheinen und tatsächlich, am nächsten Morgen schon war meine Zahl um 3.000 Menschen gewachsen. Ich fühlte mich richtig gut und mein Selbstwertgefühl war wohl in diesem Moment so groß wie noch nie."

Das Selbstwertgefühl war so groß wie noch nie. Genau hier möchte ich ansetzen.
Das Bedürfnis den eigenen Wert zu finden, sich selbst als wichtig, nützlich und bedeutsam in dieser oft verwirrenden Welt zu erleben, trägt jeder von uns in sich. Manche zeigen es mehr, manche weniger. Manche sind sich dessen bewusst, manche sind zu cool es sich selbst einzugestehen. Manche versuchen es durch die perfekte Figur zu erreichen, manche mit der Anzahl der Frauen, die sie ins Bett gebracht haben, mit teuren Autos, sportlichen/beruflichen Erfolgen oder schlichtweg mit ständigem Lügen und dem was allgemein als "Wichtigtuerei" bekannt ist.

Oder aber eben durch Follower. Die Maßzahl der Blogger. Das Urteil, ob du etwas bist oder nicht. Ob du Wert hast oder nicht.
Warum definieren wir unseren Selbstwert eigentlich immer über andere, wenn es doch eigentlich genau um das Selbst geht? Warum können wir uns immer erst dann als wichtig erleben, wenn uns andere dies bestätigen?

Unsicher. Die meisten von uns sind unsicher und die wenigsten stehen dazu.
Ich sehe tagtäglich so viele Fassaden und so wenige Menschen. Bin selbst manchmal eine Fassade, wenn ich mich nicht angekommen fühle.
Hinter so vielen Taten und so vielen Worten steckt Unsicherheit.

Katjas Selbstwertgefühl war im ersten Moment so groß wie noch nie, sagt sie. Wir können uns Selbstwertgefühl also inzwischen kaufen. Für fünf Euro. Im Internet. Doch was wir uns eigentlich kaufen ist Selbstbetrug. Denn wir verarschen dadurch nicht nur Unternehmen, unsere echten Follower, unsere "Konkurrenten", sondern in erster Linie auch uns selbst. Aufrichtige Anerkennung und einen tiefgreifenden Selbstwert kann man sich schließlich leider doch nicht auf Knopfdruck bestellen. 

Wir waren vor kurzem wandern. Das erste Stück auf dem Weg zu diesem Berggipfel fährt dabei praktisch jeder mit der Bahn. Man muss fast schon bescheuert sein es nicht zu tun.
Wir waren so bescheuert. Und als wir schlussendlich oben am Gipfel standen, waren da noch viele andere. Keiner von denen wusste, ob wir das erste steile Stück zu Fuß gegangen, oder wie alle anderen gefahren waren. Keinen interessierte es. Alle waren schlussendlich an der Spitze. Aber für mich war es nicht dasselbe. Auch wenn ich keine Anerkennung von außen dafür bekommen würde, wusste ich innerlich, dass ich an meine Grenzen gegangen war und nicht aufgegeben hatte. Dass ich mehr Anstrengung in meinen Füßen spürte als die meisten anderen und sich das nicht bescheuert, sondern richtig gut anfühlte.

Ich will mir keine Follower kaufen. Ich will nicht mit der Bahn an die Spitze fahren und ich will mich auch selbst nicht dafür betrügen.
Der Weg ist außerdem viel zu spannend, um ihn für ein einfaches Erreichen des Zieles aufzugeben.

"Nach einer Weile beschloss ich einfach die Augen vor der Wahrheit zu verschließen und mich mit meinem schlechten Gewissen anzufreunden, in der Hoffnung niemand anderes würde es bemerken."

Wenn ich mir Follower kaufe, dann stimme ich quasi dem System zu. Ich sage "Ja, ich mache da mit. Ja, ich lasse mich auf eine Zahl reduzieren. Ja, ich bin so viel wert wie diese hoch ist." Aber wer wirklich Sinn, Bedeutung, Selbstwert in seinem Leben spüren will, dem ist weder mit Geld, mit Ruhm, mit unzähligen Produkten oder der Anerkennung von einer anonymen Masse geholfen. Was Menschen wirklich glücklich macht sind (wissenschaftlich belegt) gute soziale Beziehungen, Tätigkeiten, in denen wir aufgehen können und Hilfsbereitschaft gegenüber anderen. Brechen wir es runter auf: Liebe. Liebe von und für andere, Liebe für eine Leidenschaft.

Katja hat eine Leidenschaft. Hat mehrere Leidenschaften. Sowohl ihr Blog, als auch ihr Instagramaccount sind Kunst.
Immer wenn ich wieder einmal an meiner Schreiberei zweifle, sage ich mir selbst: 'Your art matters.'. Und das will ich auch ihr sagen. Und allen anderen da draußen, die Liebe und Leidenschaft in ihre Kunst stecken.
Wir dürfen unseren echten Selbstwert nicht verkaufen, indem wir uns falschen kaufen. Indem wir irgendwelchen geldgeilen Unternehmen auch nur einen Cent dafür geben, damit wir uns besser, wichtiger fühlen. Für 10 Sekunden vielleicht.

Lasst uns mehr Mensch und weniger Fassade sein. Unsere Unsicherheiten nicht hinter Zahlen verstecken und von außen bestimmen lassen wie viel wert wir sind.
Oder wie bedeutsam das ist was wir machen. 

Katjas Ehrlichkeit ist bewundernswert. Aber ich wünsche ihr, dass sie in Zukunft ihr Selbstwertgefühl von innen und nicht von außen erlebt. Dass sie noch tausende Follower bekommt, aber nicht für fünf Euro, sondern für ganz viel Liebe zu ihrer Leidenschaft.


VA


Katjas Instagram: hier klicken.
Katjas Blog: hier klicken.
11 September 2016

Mit anderen Augen...

Sie war schon lange gefangen. Eine Gefangene ihrer immer wiederkehrenden Gedanken.
Oft umzingelt. Bedrängt. Von eigenen Erwartungen. Erwartungen, welche lauerten. Sich später aufbäumten. Den richtigen Moment abwarteten, um ihr erneut das Kleid der Enttäuschung überzustülpen. Dann trug sie es. Mit Fassung. Schließlich waren Kleider dazu da.

Er verstand nicht viel von Kleidern. Kannte ihre, aber kannte diese nicht. Er wusste, wie man sie beseitigte. Nur wenn sie aus Stoff waren. Sehen heißt nicht immer wahrnehmen. Heißt nicht immer begreifen. Gut, dass Liebe nicht nur blind macht, sondern man auch blind lieben kann.

Jeder Blick in den Spiegel war Hass. Jeder erkenntliche Makel wurde mit Verachtung bestraft. Perfektion. Alles andere kam nicht in Frage. Alles andere würde ihr nur noch mehr Kleider beschaffen, die sie nicht haben wollte. Enttäuschung, Enttäuschung, Enttäuschung. In rot und gelb und grün. Wut, Eifersucht, erdrückte, sich windende Hoffnung.


Er sah sie jeden Tag. Und er nahm sie wahr. Er nahm sie, wie sie war. Er liebte es, ihre Kleider zu beseitigen. Die aus Stoff. Jede Berührung war Bewunderung. Jeder Makel wurde mit Küssen überhäuft. Perfektion. Er hatte nie zu träumen gewagt, sie in dieser Form zu finden. In ihrer Form.

Sieben Dinge würde sie an ihrem Körper ändern. Wenn sie könnte. Sie hatte sie gezählt. Um ja nicht zu vergessen. Erwartungen.
Der Körper war nur die Fassade. Die Fassade der Enttäuschung. Dahinter war noch mehr. Zu wenig Ehrgeiz, zu wenig Konsequenz, zu chaotisch, zu orientierungslos, zu unentspannt, zu wenig beste Freundin, zu kompliziert. Sieben Dinge.

Er sah sie leiden. Aber sehen heißt nicht immer begreifen. Er wollte helfen. Verstand nicht wie. Für ihn war es ein Helfen, wo keine Hilfe benötigt wurde. Ihre Erwartungen, ihre Enttäuschungen. Er war einer alleine. Allein, gegen das ihm Unbekannte. Gegen das ihm vollkommen Absurde.

Weißt du, dass das kompletter Wahnsinn ist? Weißt du, dass das einfach nicht fair ist?
Was ist nicht fair?
Das was du tust. Das was du sagst. Weder dir, noch all den anderen Frauen gegenüber.
Warum den anderen Frauen gegenüber?
Wenn du sagst, du wärst hässlich, du wärst fett. Was sind dann bitte die? Wie sollen die sich dann fühlen? Wenn sie nicht so schön sind. Nicht so schlank.
...

Weißt du, ich habe das Gefühl, dass ich alles was ich mache, so viel schlechter als alle anderen mach.
Dann haben wir ein Problem. Denn ich habe ständig das Gefühl, dass du alles was du machst, so unglaublich gut machst. Ich wäre gerne so gut wie du.
...

Ein Blick in den Spiegel. Sie hasste sich nicht immer. Er hatte schon recht. Mit dem Wahnsinn. Sie hasste sich meistens dann, wenn sie wieder einmal wahnsinnig geworden war. Den Boden unter den Füßen verloren hatte. Wenn eine Leere sie heimsuchte, welche sie mit immer besser, immer schöner, immer erfolgreicher zu füllen versuchte.
Erwartung, Enttäuschung. Höhere Erwartung, größere Enttäuschung.

Sie ist schon ziemlich neidisch auf dich.
Auf mich?
Ja klar auf dich. Weißt du eigentlich wie viele neidisch sind auf dich?
Auf mich?
...

Manchmal, wenn sie hörte, wie andere über sie dachten. Manchmal war das für sie wie eisig kaltes Wasser mitten ins Gesicht. Ein Erwachen. Die Erkenntnis ihres Wahnsinns. Ihrer Gefangenschaft in sich wiederkehrenden Gedanken. Erwartungen. Enttäuschungen. Viel zu beschäftigt sich selbst 'zu...' und 'nicht genug...' zu finden. Keinen freien Kopf mehr. Weil das Kleid viel mehr ein Korsett war und jedem klaren Gedanken die Luft abschnürte.
Sehen. Aber nicht wahrnehmen. Das Falsche wahrnehmen. Verzerrte Realität.

Abstand.

Ein Blick in den Spiegel. Ein Blick auf ihr Leben. Nicht als sie selbst. Als eine andere. Beobachterin. Sie sah sich Bilder von sich an, so wie sie die von anderen ansehen würde. Sie dachte über ihre Erfolge nach, so wie sie die von anderen beurteilen würde.

Abstand.
Distanz.
Kein Korsett.

Mehr Platz zum Atmen.


VA

04 September 2016

Ich muss mich neu verlieben...

Sommerpause.
Es kam die Frage auf, ob mein Blog denn eine Sommerpause einlegen würde.
Im Nachhinein kann man es vielleicht so nennen. Geplant war das Ganze jedoch nicht wirklich.
Dass ich anfangs des Sommers viel zu tun hatte und jetzt gegen Ende ein wenig Freizeitstress genoss, waren nicht die einzigen Gründe, warum das Bloggen in den Hintergrund gerückt ist.
Es war viel mehr eine innere Blockade und es gab für mich zwei Möglichkeiten mit dieser Blockade umzugehen: Sie zu verdrängen oder sie zu ergründen. Ich war hin- und hergerissen. Wollte irgendwie beides. Verdrängen war dann aber einfacher. Wie so oft. Verdrängen ging eine Zeitlang gut. Solange ich mit genug anderen Dingen beschäftigt war.
Aber je länger ich nichts geschrieben habe, desto enttäuschter war ich von mir selbst, desto stärker fühlte ich mich unter Druck gesetzt. Genau dieser ständige Druck und diese ständige Enttäuschung waren für mich ausschlaggebend, mich mit der Frage zu beschäftigen, wohin die Reise mit meinem Blog denn überhaupt noch gehen sollte. Ob ich weitermachen möchte, oder eigentlich schon längst die Freude daran verloren hatte.
Ich war kurz davor alles hinzuschmeißen, zwei Tage später motivierter denn je so richtig durchzustarten und kurze Zeit danach wieder bereit der Bloggerwelt für immer den Rücken zuzukehren.
Eines war für mich jedoch klar: Entweder ganz oder gar nicht.


Ich muss zugeben "gar nicht" wäre eine unglaubliche Erleichterung für mich. In vielerlei Hinsicht. Weil dann nichts mehr von mir erwartet werden würde und vor allem: Ich selbst nichts mehr von mir erwarten würde. Einfach aussteigen aus diesem Zwang, aus diesem teils schon ziemlich absurden System und dem Gefühl sich ständig mit anderen vergleichen zu müssen. Ja, es wäre eine Erleichterung. Eine Sorge weniger.
Ich habe mir immer schon schwer getan mich in dieser Blogosphäre zurechtzufinden. Umgeben von so vielen Fashion-, Beauty-, Lifestyle-Blogs, mit welchen ich mich eindeutig nicht identifizieren konnte. So ein Mädchen bin ich nicht. So eine Frau bin ich nicht. Und jedes Mal, wenn mich jemand auf meinen Blog ansprach und ihn im gleichen Atemzug als "Modeblog" abstempelte, gab mir das einen kleinen Stich ins Herz. Hat der überhaupt jemals gelesen, worüber ich schreibe? Hingesehen, was mir wirklich wichtig ist, wo ich mein ganzes Herzblut hinein stecke? Mode war für mich immer zweit- ja eigentlich sagen wir fünftrangig. Wenn plötzlich 100e Blogposts mit einer rosa Bomberjacke auftauchen, kann ich nur den Kopf schütteln, ich finde die Preise der meisten Markenprodukte einfach nur lächerlich und ich war schon öfters vollkommen überrascht, wie viele Beauty-Produkte sich manche Mädls jeden Tag ins Gesicht schmieren.
Ich bekam von vielen in meinem Umkreis das Label "Bloggerin", verbunden mit all diesen Vorurteilen, die zwar tatsächlich einige Bloggerinnen bestätigen, aber einfach nicht auf mich zutreffen.

Auch merkte ich vermehrt, dass das was scheinbar die meisten da draußen lesen oder sehen wollen, nicht das ist was ich bieten kann. Auf Recherchen herauszufinden was gut ankommt und was Erfolg bringt, bin ich auf einige Dinge gestoßen, die ich zwar auch so machen hätte können, aber sich einfach nicht mit dem vereinbaren lassen hätten, was und wie ich bin. Denn auch wenn ich es manchmal vielleicht ansatzweise versucht habe, ich kann und will mich nicht auf eine Art und Weise präsentieren, die mir und meinen Werten nicht entspricht. Ich will dass mein Blog zu 100% ich bin. Deswegen habe ich es satt mich in eine Ecke drängen zu lassen, in der ich mich definitiv nicht wohl fühle. 

Punkt 1 meiner Blockade gleicht also praktisch jenen philosophischen Fragen, mit denen sich wohl jeder während seines Lebens einmal konfrontiert sieht: Wer bin ich? Und wo auf dieser Welt ist Platz für das was ich bin? - Nur eben auf meinen Blog umgemünzt: Wer ist mein Blog? Und wo in diesem www ist Platz für das was er ist?

Punkt 2: Ich will keine Blogger-Klischees übergestülpt bekommen, sofern sie mir nicht entsprechen. 

und Punkt 3: Ich habe mir "erfolgreiche Blogs" angesehen und mich immer wieder darüber geärgert, wieso ich mir bei meinen Texten immer so viel Mühe gebe, wenn andere praktisch davon leben, nur schöne Fotos zu haben.  
(Selbstverständlich nicht alle! Es gibt einige wunderbare Blogs, die mir Hoffnung machen.)

Ein weiterer Punkt war wohl, dass ich in Gedanken schon tausende Texte begonnen und sie dann immer wieder verworfen habe. Weil dann ja der oder die, das oder jenes denken könnte. Es hat mich genervt, wenn mich Leute gefragt haben für wen ich denn den letzten Text geschrieben hätte. Oder wenn mich jemand gefragt hat, ob es mir denn schon gut gehen würde, weil er irgendetwas in bestimmte Sätze hineininterpretiert hatte. Ich teile meine Worte gerne mit anderen, aber ich will mich einfach "im echten Leben" dafür nicht ständig rechtfertigen müssen. Manchmal schreibe ich meine Gedanken nieder, manchmal inspirieren mich reale Gegebenheiten zu fiktiven Texten, manchmal schreibe ich aus der Sicht eines anderen, weil mich seine Geschichte fasziniert und manchmal ist es vielleicht von allem ein bisschen.

Daraus ergibt sich Punkt 4: Ich war mir in letzter Zeit nicht mehr sicher, ob ich andere in dieser Form an meinen Geschichten teilhaben lassen möchte.

Vier Punkte konnte ich identifizieren, die mir die Freude am Bloggen immer stärker genommen haben. Ein weiterer fünfter Punkt war ein generelles: Wozu? Warum? Für was überhaupt noch? 

Es gab wohl noch mehr Einflussfaktoren. Solche die ich immer noch nicht benennen kann. Aber alleine schon, dass es mich so sehr belastet, wenn ich es nicht mehr schaffe zu schreiben, zeigt mir wie wichtig es mir ist.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich manche Dinge so sehr will, dass sie mir Angst machen. Und dann will ich sie nicht mehr.

Aber dann denke ich an Kommentare und E-Mails von fremden Menschen, bei denen ich mit meinem Blog genau das erreicht habe, was ich ursprünglich immer wollte: Berühren, zum Nachdenken anregen, ermutigen, fesseln, andere Perspektiven aufzeigen.
Und genau das ist mein Wozu? Warum? Für was überhaupt?. 
Und nur weil mich jemand einmal gefragt hat, was denn mein Blog nun ist, wenn er kein Fashion-, Beauty-, Lifestyle- oder Food-Blog ist, heißt das nicht, dass er nicht seine Berechtigung hat. Wieso kann ein Blog nicht einfach ein Blog sein? In seiner ursprünglichsten Form? Warum kann ich hier nicht einfach meine Texte niederschreiben, anstatt sie in irgendwelchen Word-Dokumenten versauern zu lassen?
Ich brauche kein Label, um Geschichten zu schreiben. 

Ein Blog ist eine wunderbare Plattform. Eine wunderbare Möglichkeit, sich ganz unabhängig und ohne großes Budget eine Stimme zu verschaffen. Er ist eine Möglichkeit kreativ zu sein, sich auszuprobieren, zu reifen und zu lernen.

Ich bin noch nicht bereit alles hinzuschmeißen. Aufgeben ist irgendwie nicht so meins und solange sich aufhören noch nach aufgeben anfühlen würde, weiß ich, dass ich noch weiter machen muss.

Die nächsten Wochen werden sehr lernintensiv. Die Masterprüfung steht an.
Aber ich will trotzdem nicht mehr weiter Sommerschlaf halten.
Zumindest jeden Sonntag wird es hier einen Text zu lesen geben.
Anfang November geht es für mich dann auf eine große Reise und ich hoffe, dass ich es auch dort schaffe, euch mit wöchentlichen Updates zu versorgen.
Mitte Jänner bin ich wieder zurück und dann wird es heißen: Ganz oder gar nicht.

Ich muss mich neu verlieben. In das regelmäßige Schreiben, in das Teilen des Geschriebenen, in das Gefühl nach dem Klicken des "Veröffentlichen"-Buttons und in mein Wozu? Warum? Für was überhaupt?.
 
Für den Fall, dass ich es schaffe mich wieder zu verlieben, schwirren mir schon 100e Ideen im Kopf herum, wie ich das Projekt "Blog" wirklich endlich zu dem machen kann, was es eigentlich schon immer hätte sein sollen. Dazu muss ich jedoch noch deutlich über mich hinaus wachsen, einige Comfort Zones verlassen und um einiges mehr an meine eigenen Stärken glauben.

Ganz oder gar nicht.

Wir werden sehen.


VA

02 September 2016

Frühstück im 'Café Oper'...

Was ich an der Zusammenarbeit mit Good Morning Vienna besonders schön finde, ist dass ich dadurch immer wieder auf neue, einzigartige Frühstückslocations stoße, die ich sonst wohl nie entdeckt bzw. ausprobiert hätte.

Beinahe täglich tuckerte ich in den letzten Jahren mit der 1er-Straßenbahn an der wunderschönen Oper vorbei. Und tatsächlich hat es uns an einem kalten Wintertag letztes Jahr durch Zufall ins Café Oper verschlagen. Dort wärmten wir uns jedoch nur an einer Tasse heißer Schokolade mit Sahne auf und beobachteten, wie die OperngängerInnen in ihren teils sehr eleganten Kleidern auf den Einlass warteten.


Dieses Mal war die Situation eine ganz andere: Ein warmer Sommertag. Die Vorstellungen in der Oper pausieren. Wir sitzen gemütlich draußen an einem der kleinen Tische. Die Sonne blendet und statt der heißen Schokolade wird uns eine Melange und eine herrliche Frühstücksauswahl serviert.

Sobald ein Frühstück Lachs enthält, ist man bei mir schon einmal auf der sicheren Seite. Auf Käse und Wurst kann ich persönlich zwar immer sehr gut verzichten, jedoch kann es dann doch auch nicht schaden, nebenbei hin und wieder ein bisschen Käse oder Salami zu schnabulieren. Das Schnittlauchbrot schmeckte richtig lecker, aber am allermeisten haben mich auf jeden Fall die Croissants begeistert. Als große Croissant-Liebhaberin muss ich sagen, dass dies ganz klar die besten waren, die ich in Wien bisher gegessen habe. Geliefert werden sie von der Bäckerei Mühlenbrot, fertig gebacken jedoch direkt im Café Oper. Deswegen waren sie auch noch warm, außen leicht knusprig, innen fein weich. Auch die Semmeln werden vor Ort fertig gebacken und schmeckten wirklich ausgesprochen gut.
Kurz gesagt wurden wir rundum verwöhnt und konnten das Frühstück dank des schönen Wetters gleich doppelt genießen.


Die Frühstückskarte im Café Oper ist überschaubar und doch deckt sie so ziemlich alles ab, was man für ein klassisches Frühstück braucht. Zwischen fünf fertigen Frühstückskombinationen kann man wählen, wobei das Champagnerfrühstück praktisch ein erweitertes "Sänger"-Frühstück ist. Des Weiteren gibt es auch die Möglichkeit, sich das Frühstück aus einigen Produkten selbst zusammen zu stellen. Beachtlich ist im Café Oper auf jeden Fall auch die große Auswahl an Champagner-Sorten. Zum Frühstück (und auch sonst) kommt für mich Champagner zwar im Normalfall nicht in Frage, aber wer einmal so richtig etwas zu feiern hat, ist hier bestimmt an der richtigen Adresse.


Zum Abschluss, um den großen Durst zu stillen, probierten wir noch jeweils eine Limonade von John Lemon. Alleine schon wegen dem Namen. Es handelt sich dabei um 100% natürliche Limonaden und ich finde es faszinierend, wie viele von diesen "fancy drinks" es inzwischen schon auf dem Markt gibt.
Ich entschied mich für 'Yerbata Pomegranate' und der Geschmack erinnerte mich an Kombucha, welches ich persönlich sehr gerne mag. Auch 'John Lemon Black Currant' war lecker und wir somit rundum zufrieden.


Meine größte Motivation bald wieder ins Café Oper zu gehen? Ich muss auf jeden Fall testen, ob die Croissants jedes Mal so gut schmecken. Wenn ja, dann wird man mich dort wohl noch öfters zu Gesicht bekommen!

VA


*ein großes Dankeschön an 'Café Oper'