06 Dezember 2016

Mein erster Skydive (inkl. Video)...


Es stand eigentlich nie auf meiner Liste. Weder auf der Australien-To-Do-Liste, noch auf irgendeiner 'Bucketlist'. Aus mehreren tausend Metern aus einem Flugzeug zu springen war für mich immer so absurd, dass ich mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht hatte, ob ich es einmal machen möchte oder nicht. Bis ich darauf aufmerksam wurde, dass es in Australien einige ziemlich coole Spots gibt, um einen Skydive zu wagen.
Es passierte dann alles ziemlich spontan. Genauer gesagt informierte ich mich drei Tage vor dem Sprung über die Angebote, fasste nach ein paar Stunden hin und her überlegen den Entschluss und buchte daraufhin sofort.
Die Angst vor einem solchen Sprung war dann schlussendlich geringer als die Angst gegen meinen inneren Schweinehund und die Ängstlichkeit an sich zu verlieren. Ich musste es tun. Und sobald der Entschluss gefasst war, war ich auch hauptsächlich glücklich und aufgeregt und die Angst rückte generell in den Hintergrund.


Ich hatte auch nicht viel Zeit mir darüber noch länger Gedanken zu machen und schon war er da, der Tag. Erstaunlicherweise konnte ich in der Nacht davor richtig gut schlafen und ich war auch am Vormittag nicht sonderlich nervös. Die ersten Anzeichen von Nervosität kamen erst, als ich darauf wartete bis es endlich losging. Wir stiegen in ein sehr kleines Flugzeug, welches nicht einmal Sitze hatte. Geschweige denn Gurte oder irgendetwas an dem man sich gut festhalten hätte können. Es war nicht nur mein erster Sprung aus einem Flugzeug. Es war auch mein erster Flug mit einer solchen Maschine und es war ein ungewohntes Gefühl darin einfach wie in einem Kofferraum zu sitzen, während man sieht wie unten die ganze Welt immer kleiner wird.

Die ersten 'Warum mache ich das eigentlich noch einmal genau?'-Gedanken gingen mir durch den Kopf. Gott sei Dank erreichte ich aber ziemlich schnell ein surreales Gefühl von 'Mir ist jetzt alles egal, ich lasse es einfach passieren!'. Dieses Gefühl war es auch, welches mich bis zum Schluss nicht wirklich nervös werden ließ. Klar, ein paar Gedanken à la 'Ich will unbedingt wieder lebend und ganz da unten ankommen!' kreisten in meinem Kopf, aber in meinem Bauch fühlte ich keine Nervosität. Ich wollte einfach endlich springen. Und als der Pilot dann ankündigte wir wären gleich da, fühlte ich mich bereit. Die Tür wurde geöffnet, ich begab mich in die zuvor besprochene 'Absprung-Pose' und dann ging alles ganz schnell. Ich hatte keine Zeit nachzudenken und wollte es auch gar nicht mehr.


Dann bin ich geflogen. Nein, zuerst gefallen. Zu Beginn ein komplett lähmendes Gefühl. Weil der Körper wohl nicht sofort checkt was gerade passiert. Der starke Gegenwind ließ mich nicht richtig atmen, aber als dies wieder funktionierte bin ich einfach nur noch gefallen. Unter mir das Meer und die Landschaft Australiens.
Einen kurzen 'Okay, bei dieser Geschwindigkeit wäre es wohl schon echt ganz gut, wenn der Fallschirm aufgehen würde.'-Gedanken gab es. Die restliche Zeit war ich vollkommen aufgelöst, hin und weg und außer mir.
Der Moment in dem der Fallschirm aufging war dann trotzdem erleichternd und danach ist es nur noch ein genüssliches Fliegen. Gleiten. Es fühlt sich verrückt und herrlich zugleich an.


Als wir dann schon langsam auf die 'Landebahn' zuflogen, konnte ich nicht glauben, dass es schon vorbei sein sollte. Bis man vollkommen realisiert was da gerade passiert, ist man nämlich schon fast wieder mit beiden Füßen auf dem Boden.

Ich hätte definitiv nichts gegen einen zweiten Sprung gehabt. Wäre sofort ins nächste Flugzeug gestiegen und noch einmal hoch. Noch einmal fallen. Fliegen. Und noch mehr genießen!


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04 Dezember 2016

Wenn die Erde bebt...

Ich wache auf. Und alles geht ganz schnell. Viel zu schnell um sofort realisieren zu können was eigentlich gerade passiert. Mein Freund neben mir ist ebenfalls wach. Wer könnte da auch weiterschlafen. Wenn die Erde bebt. Wenn unser Fundament plötzlich beschließt nicht mehr stabil zu sein. Das Selbstverständlichste der Welt. Einen Boden unter den Füßen zu haben. Nicht ein Dach über dem Kopf. Nicht Nahrung im Magen. Noch viel basaler. Einen Boden unter den Füßen. Und genau dieser Boden bebte.


Wir sahen uns gegenseitig an. Halb verschlafen und vollkommen perplex. Das Zimmer bewegte sich. Das ganze Haus bewegte sich. Vor und zurück. Eine surreale Situation. Denn wie kann sich ein ganzes Haus gefühlt einen Meter nach vor und wieder zurück bewegen?

Es war nicht nur ein kurzer Moment. Es war mehr als nur ein Wackeln, ein kurzes Schütteln. Es blieb genug Zeit für Schock, gefolgt von dem Gefühl, dass es wohl ein schlechter Scherz sein musste, dass man zuvor noch von Erdbeben in Neuseeland gelesen hatte und am ersten Tag in diesem Land genau ein solches passierte. Kein normales, kleines, wie man es hier eh gewohnt war. Eines, welches die EinwohnerInnen von Wellington als das stärkste, welches sie bisher erlebt hatten beschrieben.

Erdbeben sind gruselig. Erdbeben sind wie Unfälle. Weil man machtlos ist. Weil es da diesen einen Moment gibt, diese eine Millisekunde, in welcher man die Kontrolle verliert. Sie abgibt. An das Ungewisse, den Lauf des Lebens, das Schicksal - irgendetwas da draußen. Wie auch immer man es nennen mag.

Ich hatte bisher nur einen kleinen Verkehrsunfall. Auf dem Moped. Wir saßen da zu zweit. Eine ziemlich starke Kurve voller Kies vor uns. Und dann erinnere ich mich nicht mehr an viel. Aber ich erinnere mich an diesen Moment des Fallenlassens. An den Moment, an dem ich die Kontrolle über mich selbst verlor und sie abgeben musste. Würde es nur ein kleiner Sturz sein, oder eine große Tragödie? Es war bereits entschieden und genau in dieser Millisekunde hatte ich kein Mitbestimmungsrecht mehr.

So lagen wir also im Bett. Nebeneinander. Und ich spürte den Moment. Den Moment in dem ich machtlos war. Kontrollverlust. Den Moment, in dem ich einfach alles ablegen und abgeben musste. Ausgeliefert. Wir lagen im Bett und wussten nicht was zu tun war. Wussten nicht ob man in so einer Situation schreiend nach draußen rennt oder sich auf den Boden legt und den Kopf schützt. Wir blieben liegen und jeder Meter vor. Jeder Meter zurück. War Kontrollverlust. Ich wusste, dass es jetzt nicht mehr in meiner Hand lag. Ob das Haus einstürtzt, ob der Spiegel zerspringt, wir den Hang hinunter rutschen, oder ob alles gut sein wird.

Die starken Nachbeben und Tsunamiwarnungen machten das Ganze nicht besser. 'Move to higher ground immediately.' hieß es in offiziellen Meldungen auf Twitter. Waren ca. 60m auf einem Hügel genug 'higher ground'? In meinem Kopf spielten sich Szenen ab, in denen eine Monsterwelle über dem Hügel direkt gegenüber von uns brach.
Früher war ich nie ängstlich. Ich weiß nicht wo diese übertriebene Furcht auf einmal herkam.

Ich habe zwei Nächte gar nicht und eine Nacht nur ganz unregelmäßig geschlafen. Ich konnte sie nicht freiwillig abgeben. Meine Kontrolle. Im Schlaf war ich zu machtlos. Aber ich wollte bereit sein.
Als unsere liebe Host-Lady dann meinte ich solle schlafen, 'Wenn das Erdbeben noch einmal kommt, dann kommt es.', war mir bewusst wie recht sie hatte. Dass ich auch wach und bei vollem Bewusstsein nicht kämpfen konnte. Dass ein Erdbeben eines von diesen Dingen im Leben war, die sich unserer Kontrolle entzogen. Und dies zu wissen schmerzte. Entweder würden die Nachbeben stärker werden und ganz Wellington zerstören (es gibt eindeutig zu viele Weltuntergangs-Filme), oder wir würden beruhigt unsere Reise gen Norden der Insel fortsetzten können. Es lag nicht in meiner Hand.

Es gibt diesen einen Moment. Diese eine Millisekunde. In der man alles abgibt. Loslässt. Weil gar nichts anderes möglich ist. Der Augenblick, der sich wie eine Szene in Zeitraffer anfühlt. Vertrauen oder verzweifeln? In jedem Fall jedoch abgeben. An etwas das wir nicht verstehen.

'What's comin' will come and we'll meet it when it does.'


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02 Dezember 2016

Frühstück im 'Café Drechsler'...

Kalt war es. Einer dieser grauen, windigen Tage in Wien. Als ich auf einen Freund wartete, um mit ihm in die Wärme des Café Drechslers zu flüchten. Bereits schon einmal habe ich auf dem Blog über einen Besuch im Café Drechsler berichtet. Da dies jedoch bereits über zwei Jahre her ist, habe ich in Zusammenarbeit mit Good Morning Vienna sehr gerne noch einmal vorbei geschaut. Schließlich hat man eine Frühstückskarte nach nur einem Mal ja auch noch nicht durchgetestet.


Ich fand es schön, wieder einmal im Café Drechsler zu sitzen. Denn dass ich seit dem ersten Besuch nicht mehr dort war, hat definitiv nichts mit dem Lokal zu tun, sondern vielmehr damit, dass es in Wien einfach eine unglaublich große Auswahl gibt und ich so gerne Neues ausprobiere.

Die Atmosphäre im Café Drechsler hat für mich etwas von 'typisch Wien' und das mag ich sehr. Von Einzelpersonen mit Buch oder Laptop, über Geschäftsleute oder einfach nur Genießer, sieht man hier alles. Im Laufe des Vormittags hat sich das Café ziemlich gefüllt, die Nähe zum Naschmarkt macht es nämlich zusätzlich besonders attraktiv.


Beim Blick in die Speisekarte hatten wir wieder einmal die Qual der Wahl. Es gibt vier fertige Frühstückskombinationen, zusätzlich aber noch eine große Auswahl an kleinen Portionen, um sich das Frühstück selbst zusammen zu stellen. Auch findet man in der Frühstückskarte 'kleine Speisen' wie Gulaschsuppe und Sacherwürstel - das Café Drechsler ist also auch als Katerfrühstücks-Location perfekt geeignet.

Meine Begleitung hat das große Wiener Frühstück inklusive Kaffee, Marmelade, Butter, weich gekochtem Ei, Schinken und Käse, 2x Gebäck und einem frisch gepressten Orangensaft (10,90€) gewählt. Ich habe mich für die Eggs Benedict (8,90€) und einen Grießkoch mit Himbeeren (4,20€) entschieden. Kaffee-technisch wollten wir einmal etwas Besonderes ausprobieren und haben somit einen 'Salon Einspänner' (doppelter Mokka mit Schlagobers) und einen 'Manner Kaffee' (Melange, Mannerlikör, Karamellsoße) bestellt.


Mein Kaffee war vielleicht ein Tick zu kalt, ansonsten war geschmacklich alles wirklich spitze. Auch wenn ich bisher Eggs Benedict immer nur mit Lachs anstelle von Schinken bestellt habe, so konnte mich die Variante mit Beinschinken tatsächlich auch sehr überzeugen. Der Orangensaft war sehr frisch und der warme Grießkoch verlieh dem Blick aus dem Fenster in die Kälte einen wohligen Beigeschmack.


Die Dame die uns bediente wirkte jedoch ein wenig verwirrt. Statt einem Kornspitz und einem Croissant wurden zwei Kornspitze serviert und auf eine spätere Frage nach dem Croissant wurde mit 'Oh, haben Sie das noch nicht bekommen?' und dann mit 'Wir haben nämlich gar keine mehr.' reagiert. Ich bekam aus irgendeinem Grund nur einen kleinen Orangensaft und bei meiner Grießkoch-Bestellung fragte sie drei Mal nach, was ich möchte. Vielleicht war sie neu oder hatte einfach keinen guten Tag. Ich fand es auf jeden Fall schade, da sonst wirklich alles super war und wir einen sehr entspannten Vormittag genossen haben.

Zusammenfassend:
Ambiente: Hat etwas von typischem Wiener Kaffeehaus-Stil. Wer das mag, mag das Café Drechsler!
Service: Ein wenig unaufmerksam und nicht ganz bei der Sache. Ich möchte dies wegen nur einem Besuch jedoch natürlich nicht verallgemeinern.
Auswahl: Klassisch und doch für jeden Geschmack etwas dabei.
Qualität der Speisen: Wir waren sehr zufrieden und der Gaumen wurde verwöhnt.


Café Drechsler
Linke Wienzeile 22/ Girardigasse 1
1060 Wien


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*Ein großes Dankeschön an Café Drechsler

28 November 2016

Ein Tag in Shanghai...

Ich sitze bei über 30 Grad in Australien auf einem kleinen Balkon. Vor mir ein toller Ausblick über Cairns. In der Nähe und Ferne höre ich exotische Vögel singen. Und endlich finde ich ein wenig Zeit, um zu schreiben und die bisherige Reise Revue passieren zu lassen.


Auf dem Weg von München nach Sydney mit Air China machten wir einen Zwischenstopp in Shanghai. Wir kamen sehr früh am Morgen an, der Weiterflug war jedoch erst für den Abend angesetzt. Aus diesem Grund wollten wir uns die Gelegenheit nicht nehmen, uns die Stadt ein wenig anzusehen. Denn wie oft ist man schon in China! Durchreisende brauchen dafür auch kein spezielles Visum, sie müssen lediglich ein Ticket für den Weiterflug vorweisen können.

Um in die Stadt zu kommen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Die schnellste und coolste ist jedoch auf jeden Fall die Fahrt mit der Maglev. Diese Bahn kann eine Geschwindigkeit von bis zu 431 km/h erreichen und ist in ca. 8 Minuten vom Flughafen in der Stadt. Nicht ganz im Zentrum, aber vom Ankunftsort aus kann man auf jeden Fall überall gut hin. Die Bahnfahrt an sich ist bereits ein Erlebnis. Man rast an den eh schon schnell fahrenden Autos vorbei und in der Schräge hat man sogar das Gefühl man fliegt gleich aus den Gleisen. Für 85 Yuan haben wir ein Hin-und retour Ticket inklusive Metro-Tages-Ticket für die Stadt bekommen. Umgerechnet sind das ca. 12€.


Mit der Metro fuhren wir weiter zum People's Square. Dabei wurden wir zum ersten Mal mit der Hektik der Stadt konfrontiert. Es war wohl gerade die morgendliche Stoßzeit. Wie ein Schwarm voller Fische strömten die Menschen an einem vorbei und man musste schnell sein, um sich in diesen Strom unauffällig einzuordnen. Unauffällig waren wir als einzige Touristen weit und breit jedoch sowieso nicht. Am People's Square mussten wir uns bei einer Tasse Kaffee zuerst einmal orientieren. An diesen Platz grenzt übrigens ein sehr schöner kleiner Park, in welchem wir unter anderem einige Menschen dabei beobachten konnte, wie sie zu Musik ihre Tai Chi Übungen praktizierten.


Das Wetter war leider nicht gerade einladend und wir kämpften nach dem langen Flug beide mit der Müdigkeit. Trotzdem schlenderten wir die Einkaufsstraße Nanjing Road entlang und bestaunten die zum Teil sehr ausgefallenen Gebäude und Geschäfte. Außerdem haben wir die für Shanghai scheinbar bekannten Dumplings ausprobiert. 15 Yuan für 8 Stück. Mehr als eines hat dann aber keiner von uns gegessen. Mir persönlich hat es nämlich leider alleine beim Anblick der sehr rosanen Fleischfüllung den Magen umgedreht.


Wir sind anschließend weiterspaziert bis zum The Bund, der Promenade am Huangpu River von welcher aus wohl wirklich jeder Tourist die Skyline auf der gegenüberliegenden Seite versucht optimal mit der Kamera einzufangen. Weiter ging es The Bund entlang bis wir zur Anlegestation der kleinen Fähre kamen, welche uns über den Fluss von Puxi nach Pudong brachte. Bezahlt haben wir für die Überfahrt nur 2 Yuan pro Person. Auf der anderen Seite angekommen waren wir sehr beeindruckt vom Anblick der hohen Türme. Darunter der Shanghai Tower und der Jin Mao Tower. Dem Letzteren haben wir auch noch einen kurzen Besuch abgestattet. Wenn man in diesen nämlich hineinspaziert und mit dem Aufzug in den 53. Stock fährt, landet man direkt in der Lobby des Grand Hyatt Hotels. Von hier aus hat man einen wunderbaren Ausblick über die Stadt und das Beste daran - man zahlt nichts dafür.


Durch Zufall haben wir dann noch die Shanghai IFC Mall entdeckt, welche wirklich äußerst luxuriös ist. Hier sind alle Marken von Gucci bis Michael Kors vertreten, besonders gefallen hat mir aber die coole bunte Tee-Stube. Die Shanghai IFC Mall ist für Normalos wohl mehr zum Schauen und Staunen, als tatsächlich zum Kaufen geeignet. Ein Blick hinein lohnt sich jedoch und wer einfach nur eine saubere Toilette sucht, ist hier auch an der richtigen Adresse.


Zum Abschluss gönnten wir uns noch leckere salzige und süße Pancakes bei Mr. Pancakes, bevor wir uns wieder auf den Weg zum Flughafen machten. Ein weiterer sehr langer Flug stand bevor.


Wir hatten nicht viel Zeit für Shanghai und die Stadt hat bestimmt noch mehr zu bieten. Leider habe ich aber bisher noch nie so viele unfreundliche Menschen auf einem Haufen erlebt. Kaum einer lächelt, kaum einer ist hilfsbereit. Ein Volk, das ein bisschen so wirkt als hätte man ihm die Lebensfreude ausgesaugt. Wir waren auf jeden Fall froh, dass wir 11 Stunden später in Sydney in lauter freundliche und entspannte Gesichter blicken durften.


Places to be/see/do:
- eine Fahrt mit der Maglev vom Flughafen in die Stadt (und/oder zurück)
- People's Square und der angrenzende Park
- die Nanjing Road entlangschlendern
- Dumplings probieren
- The Bund entlang schlendern und ein Foto von der Skyline machen
-  mit der Fähre nach Pudong und die Türme bestaunen
- die Aussicht vom Jin Mao Tower in der Lobby vom Grand Hyatt Hotel genießen
- die Shanghai IFC Mall besuchen


VA
06 November 2016

Zum aus der Haut fahren...

Es gab Abende, an denen ich sieben Mal aufs Klo rannte. Nicht weil ich so eine schwache Blase hätte. Ich rannte an manchen Abenden sieben Mal aufs Klo, weil meine Arme so sehr juckten, dass ich kurz davor war durchzudrehen. Weil ich am liebsten weinend aus dem Club gerannt wäre. Weil kratzen nur vorübergehende Befriedigung gibt, danach aber alles nur noch schlimmer ist.
Es gab Nächte, da wurde ich kreativ. Habe meinen ganzen Körper mit Alufolie eingewickelt. Weil ich mich selbst davon abhalten wollte mich blutig zu kratzen.
Es gab Tage in der Bibliothek, an denen ich eigentlich lernen sollte. Prüfungswochen standen kurz bevor. Vollste Konzentration erforderlich. Und ich saß da und hätte mir am liebsten meine Haut vom Körper gerissen.
Es gab Zeiten, da traute ich mich keine kurzärmeligen Sachen mehr zu tragen. Weil die ganzen Arme rot waren. Rot und rau und unansehnlich.

Schlaflose Nächte, keine Konzentration mehr, nicht in der Lage zu sein manche Dinge zu genießen. Von Neurodermitis haben die meisten schon gehört. Wie furchtbar unangenehm es sein kann, wenn sie die Überhand gewinnt, können jedoch wohl nur Betroffene nachempfinden.  


Seit ich auf der Welt bin gehört Neurodermitis genauso zu mir wie alles andere an meinem Körper. Als Kind haben meine Mama, Oma und Uroma unzählige Diäten, Cremen, homöopathische Methoden und vieles mehr mit mir ausprobiert. Ohne wirklich herauszufinden woran es tatsächlich liegt, dass es manchmal halbwegs gut geht, und manchmal der gesamte Körper davon übersät ist. Eine Mischung aus dem Essen und psychischen Faktoren wie z.B. Stress - so etwas in diese Richtung, war die schlussendliche Annahme.

Wenn es dann da war, half bei mir früher nur eine Creme. Parfenac. Die man dann ein paar Jahre später nicht mehr kaufen konnte. Irgendeine verbotene Substanz soll sich darin befunden haben. Das ist jetzt ziemlich lange her. Und seitdem habe ich nichts gefunden. Nichts was mir hilft Stellen mit ausgeprägter Neurodermitis auf meiner Haut in den Griff zu bekommen. Außer Kortison. Was bekannter Weise auf Dauer nicht sonderlich gesund ist.
Inzwischen ist meine Neurodermitis längst nicht mehr so stark wie früher. Nur meine Hände sind beinahe immer übertrieben rau und entzünden sich häufig, schwellen dadurch an und machen schlafen durch den Juckreiz oft zur Qual. Alle anderen Körperstellen scheinen sich mehr oder weniger erholt zu haben. Wenn ich jedoch auf blöde Ideen komme, gibt mir die Neurodermitis Bescheid, dass sie noch da ist. Und verdammt hartnäckig sein kann. Wie zum Beispiel wenn ich meine, dass ich doch nach so langer Zeit inzwischen sicher ganz normale super fancy Sonnencreme wie alle andern verwenden könnte. Falsch gedacht.

Ihr merkt, meine Haut ist nicht nur sensibel. Sie ist ein Projekt. Und irgendwelche überparfümierten Duschgels oder Bodylotions mit Glitzer von Victoria's Secret traue ich mich nicht einmal anzusehen.
Das hat auch Vorteile. Wie wild Drogeriemärkte leer zu kaufen kommt für mich nicht in Frage. Ich muss mir meine Produkte sehr gezielt aussuchen. Denn bereits eine ganz normale Seife, kann meine Haut reizen, sie austrocknen und der Neurodermitis einen Nährboden bieten.

Vor kurzem hat man mich auf nartu aufmerksam gemacht. Bei Marken, die auf natürliche Substanzen mit biologischer Herkunft setzen und bewusst auf Farbstoffe, Parabene und synthetische Konservierungsstoffe verzichten weiß ich, dass ich gute Chancen habe Produkte zu finden, die meiner Haut nicht schaden. Zudem kommen die meisten Produkte von nartu ganz ohne Parfum aus bzw. enthalten sie wenn dann nur verarbeitete ätherische Öle.
Ich durfte freundlicherweise ein paar Produkte testen und habe mich für das Dusch-Shampoo Aloe, den Lip Balm Peach und die Pflegecreme Vine Extract entschieden. Letztere hauptsächlich deshalb, weil ich zuvor in der Beschreibung den Wirkstoff Ballonrebe entdeckt habe, welcher entzündungshemmend, juckreizstillend, antiekzematös und feuchtigkeitsspenden wirken soll und sogar als natürliches Kortison bezeichnet wird.
Es traf sich dann ziemlich gut, dass meine Hände wieder ziemlich stark von Neurodermitis befallen waren. Normale Pflegecremen helfen bei mir zwar bei Trockenheit, nicht jedoch bei bereits entzündeten Stellen. Ich kann ganz ehrlich sagen, dass bisher keine Creme ohne Kortison so wirksam war wie die Regenerationscreme von nartu. Sie riecht unheimlich gut, ohne Parfum zu enthalten. Aber noch viel wichtiger - sie ist tatsächlich juckreizstillend und meine Neurodermitis ging zurück, ohne dass ich meine Notfalls-Kortison-Creme anrührte. Klar hat es um einiges länger gedauert. Homöopathie wirkt eben langsamer. Sie ist jedoch auch um einiges schonender und somit besser für die Haut.


Auch das Dusch-Shampoo ist sehr angenehm und ich habe dadurch keine gereizte Haut bekommen, wie es bei üblichen Duschgels sonst oft der Fall ist. Ich habe es zusätzlich auch gleich für die Haare verwendet und bemerkt, dass es diese vielversprechenden künstlichen Shampoos eigentlich gar nicht zwingend braucht. Ein natürliches Shampoo erzielt mindestens denselben Effekt.
Den Lip Balm Peach mag ich ebenfalls gerne. Zwar bevorzuge ich normalerweise Sticks und nicht diese kleinen Dosen, seinen Zweck auf den Lippen erfüllt er jedoch hervorragend.

Ich möchte mir als nächstes auf jeden Fall die Reinigungsmilch und vielleicht auch das Ingwer-Körperöl oder die Tagescreme bestellen. Für alle, die wie ich unter einer übersensiblen Haut leiden, kann ich den nartu-Shop also guten Gewissens empfehlen. Wenn ihr euch die Produkte und alles weitere ansehen möchtet, um euch selbst zu überzeugen - hier entlang.

Für Neurodermitis-Menschen wie mich gibt es jedoch auch von der La Roche-Posay-Front erfreuliche Neuigkeiten. Ich habe nämlich vor kurzem die Lipikar-Produkte entdeckt, welche als 'Basispflege für Neurodermitis' gelten. Für mich die perfekte Ergänzung zur Regenerationscreme von nartu ist dabei der rückfettenden Balsam 'Lipikar Baume AP+'. Dieser enthält ebenfalls keine Duftstoffe und ist sehr gut geeignet für extrem trockene Haut. Zudem soll er auch juckreizlindernd und hautberuhigend sein. Ich habe ihn die letzten Tage nicht zur akuten Neurodermitis-Behandlung verwendet, sondern als Feuchtigkeitsspender und ich finde ihn wirklich sehr angenehm als Basis-Körperpflege.


Neurodermitis ist wortwörtlich zum aus der Haut fahren. Wie oft ich komplett verzweifelt und hilflos war. Wie oft ich mich dadurch eingeschränkt gefühlt habe, es verstecken wollte, das Gefühl hatte, mir die ganze Haut vom Körper kratzen zu wollen.
Die Haut ist das sichtbarste Organ, was das Ganze oft noch schlimmer macht. Jedoch habe ich gelernt, dass es nichts bringt sich dadurch komplett verrückt machen zu lassen. Wichtig ist es einfach der Neurodermitis die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Einfach darauf zu achten, was man sich auf den Körper schmiert und nicht irgendwelchen supercoolen, aber vollkommen künstlichen und hautirritierenden Produkten nachtrauern. Wir essen ja auch nicht ständig Junk-Food, genauso sollten wir unserer Haut nicht irgendwelche Junk-Pflege zumuten. Was nicht nur für Menschen mit Neurodermitis gilt, sondern weitestgehend für alle.


Ich freue mich übrigens immer sehr über weitere Pflege-Tipps. Wer also auch gute Produkte für/bei Neurodermitis kennt, kann sie mir gerne per Kommentar oder Nachricht zukommen lassen.



VA


*dieser Beitrag enthält PR-Samples
02 November 2016

Frühstück in 'Landtmann's Jausen Station'...

Schönbrunn muss man lieben. Ich könnte mir keinen Grund vorstellen, warum man dies nicht tun sollte. Egal ob es der faszinierende Anblick des Schlosses vom Haupteingang aus ist, die Wanderung zur Gloriette, der Ausblick von dort oben oder einfach das Schlendern durch den riesigen Park. Schönbrunn hat mich schon als kleines Kind immer begeistert und tut es heute noch. Dass sich hier in beinahe paradiesischer Umgebung auch eine wunderbare Frühstückslocation befindet, habe ich bis vor kurzem jedoch nicht gewusst.
Wohlfühloase. Ich glaube dieses Wort beschreibt Landtmann's Jausen Station am allerbesten. Nachdem wir hier im Sommer bereits ein Good Morning Vienna Treffen hatten, durfte ich vor zwei Wochen noch einmal mit einer lieben Freundin vorbei schauen und mit ihr das Frühstücksangebot testen. Das Schöne an Landtmann's Jausen Station ist, dass man sowohl draußen als auch drinnen richtig gemütlich sitzen kann. Mitten im Grünen. Der kleine Pavillon hat eine sehr hübsche Inneneinrichtung und auch rundherum ist alles sehr liebevoll hergerichtet. Inklusive eigenem Kräutergarten!


Ich habe mich für das Prinzessinnen-Frühstück mit Lachs, Frischkäse, Toast, Erdbeeren, hausgemachtem Milchreis und einem frisch gepressten Orangensaft entschieden. Meine Freundin probierte das Langschläfer-Frühstück mit Eierspeise, Schnittlauchbrot, Semmel, Butter & Marmelade. Zusätzlich haben wir uns noch ein Brioche-Kipferl bestellt, welches sich als überdurchschnittlich groß, aber gleichzeitig auch als überdurchschnittlich lecker entpuppte. Die verschiedenen Frühstücksvariationen finde ich persönlich sehr ansprechend und es ist auch wirklich für jeden etwas dabei. Die restliche Karte von Landtmann's Jausen Station kann sich übrigens auch sehen lassen. Besonders der Kaiserschmarrn soll angeblich sehr lecker sein. Dafür war jedoch kein Platz mehr in unseren Bäuchen, weshalb ich nur noch eine sehr erfrischende hausgemachte Melonen-Limonade probierte. 
Bedient wurden wir von zwei sehr sympathischen und freundlichen Herren und es gab auch an dieser Stelle nichts auszusetzen.


Zusammenfassend:
Ambiente: Kaum zu übertreffen. Eine Wohlfühloase im Grünen - wie schon erwähnt.
Service: Höflich und angenehm und wir mussten auf nichts lange warten.
Auswahl: Auf jeden Fall ausreichend. Neben den Frühstücksvariationen können auch einzelne Produkte zusätzlich bestellt werden.
Preise: Als einzigen Kritikpunkt könnte man die Preise sehen. Ein normaler Cappuccino für 4,90€ ist meiner Meinung nach ein wenig überteuert. Auch 15€ für z.B. das Prinzessinnenfrühstück ist an der Grenze, da die Portionen zwar ausreichend, aber auch nicht riesig sind und der Kaffee ja noch nicht inkludiert ist.
Qualität der Produkte: Uns hat alles wirklich hervorragend geschmeckt. Mir besonders das Brioche und der Milchreis! Zudem werden auch Bio-Eier für die Eier-Speisen verwendet.


Insgesamt ist ein Frühstück in Landtmann's Jausen Station ein Rundum-Verwöhnprogramm und auf jeden Fall weiter zu empfehlen, wenn man sich wieder einmal etwas Gutes tun möchte. Auch besonders geeignet, wenn man Besuch in Wien hat oder die Stadt als TouristIn besucht.  Denn hier lässt sich Sightseeing und Entspannung pur perfekt kombinieren.


Landtmann's Jausen Station
Schloss Schönbrunn
Kronprinzengarten
1130 Wien
(Frühstück bis 14:00 Uhr; Achtung: ab 18.12. Winterpause)


VA

*ein großes Dankeschön an Landtmann's Jausen Station