valeriannala
meine Worte

Von hier an blinde Freiheit

 

Die Weichen nicht gestellt. Schilder in alle Richtungen. Distanzen nicht wichtig. Vorerst nicht.
Zeit läuft. Nein, rennt. Sie rennt mit. Jeder rennt mit. Jeder sagt: „Kein Stress!“
Kein Stress. Jeder Tag zu wenig Stunden. Jeder Tag fragt sich: „Wohin?“

Sie nimmt die Hand. Fragt sich von wem. Fragt in die Stille hinein: „Gehen wir?“
Wohin. Von hier an. Von hier weg. Hier bleiben? Die Weichen nicht gestellt.
Allein oder allein zu zweit? Zu weit? Wir werden uns schon finden. So verloren wie wir sind.

Verloren, sagte er. Wovor sich jeder fürchtet, sagte der andere. Alle wissen über alles nicht Bescheid.
Von hier an blind, summt es in ihrem Kopf. Sie schließt die Augen und schaut nach vorn.
Sie nimmt die Hand. Fragt sich von wem. Fragt in die Stille hinein: „Wo gehn‘ wir hin?“

Nichts kommt in Frage. Aber die Fragen hängen da. An Schildern. In alle Richtungen.
Sie stellt sich Fragen als Schuhe vor. Die hängen da, bunt an ihren Bändern. Jeder anders.
Wohin. Von hier an. Die Weichen nicht gestellt. Jeder verloren. Jeder sagt: „Kein Stress!“

Konturen. Schwarze, feste Linien. Mit Schwung und dann noch Farbe.
Sie nimmt die Hand. Fragt sich von wem. Fragt in die Stille hinein: „Malen wir?“
Sie schreibt. Schreibt Freiheit an die Wand. Tunkt sie in Blau.

Er sieht zu. Zu zweit allein. Zu weit. Weg. Er wird sie dann schon finden.
Sie malt und sagt: „Von hier an weiter.“ Sie malt. Von hier. Morgen weiter.
Jeder Tag fragt sich: „Wohin?“ Kein Stress. Freiheit an der Wand.

 

VA

 

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