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meine Worte

Momentaufnahme: Was ist (mein) Glück?

Life Update. Mein letztes und auch erstes Life Update kam sehr gut an. Weil ich generell versuche meinen Blog endlich ein wenig zu strukturieren, habe ich beschlossen so etwas jeden zweiten Sonntag zu schreiben. Ich mag es jedoch nicht Life Update nennen. Ich nenne es Momentaufnahme. Und was dabei jeweils heraus kommt, wird sich zeigen. Ich könnte mich jetzt fragen: „Wer interessiert sich denn überhaupt für mein Leben und wen interessiert was ich denke?“. Aber ganz ehrlich, die Menschen interessieren sich dafür. Weil Menschen sich generell für das Leben anderer stets brennend interessieren. Für die positiven Dinge, aber auch ganz besonders für die negativen. Ich kann euch beides liefern.

Momentan fragen mich so viele Leute, was ich denn nun eigentlich mache. Ich glaube sie sind sogar noch verwirrter als ich und das will was heißen. Ich habe in letzter Zeit so viele Pläne geschmiedet und wieder verworfen, dass ich sie schon gar nicht mehr zählen kann. Weil sich immer wenn ich einen hatte, 1000e Abers dazwischen stellten. Unzählige Möglichkeiten zu haben ist wirklich Fluch und Segen zugleich. Aber vielleicht bin ich auch einfach zu sehr darauf fixiert den perfekten Lebensplan zu finden und vergesse darum, dass es viel klüger wäre einfach einmal drauf los zu leben. Umentscheiden kann man sich immer noch. Gleichzeitig will ich meine Zeit aber auch nicht mit etwas verschwenden, das ich nicht wirklich will. Nur wenn man nicht so recht weiß was man wirklich will, wird das Ganze ein wenig kompliziert.

Ich bin unsicher, weil ich nichts verschwenden, nichts verpassen und alles ausschöpfen möchte. Und gleichzeitig lähmt mich genau diese Unsicherheit und ich kann nichts machen ohne es zu hinterfragen. Und manchmal mache ich dann nichts von all den Ideen, die in meinem Kopf herumschwirren. Denn wenn ich eines gemerkt habe, dann dass ich selbst das bin, was mir am meisten im Weg steht. Ich steh mir im Weg. Ich steh mir bei fast allem was mir wichtig ist im Weg. Ich kann für andere Aufträge und Arbeiten so zuverlässig wie nur möglich erledigen, aber wenn es um meine eigenen Dinge geht, dann kommt da diese Blockade. Dann schließt sich die Schranke in meinem Hirn. Egal ob das meinen Blog betrifft, meinen Roman, welcher wirklich schon immer mein größter Traum war, mein Video-Projekt, das ich schon lange starten möchte, oder die ganzen Ideen, die mir für ein eigenes (Online-)Business im Kopf herumschwirren. Ich suche Gründe und Ausreden im Außen. Aber langsam gehen sie mir aus. Und immer mehr merke ich, dass ganz allein ich der Grund bin, warum all das bis jetzt nur eine Realität im Kopf ist. Ich weiß auch gar nicht so wirklich woran das liegt. Ob ich mich selbst weniger ernst und wichtig nehme, ob ich mir zu wenig zutraue, ob ich Angst vor irgendetwas habe oder ob es ganz etwas anderes ist, das mich immer wieder zum Zögern bringt. Was ich jedoch ganz sicher weiß ist, dass ich noch nicht dort bin, wo ich sein könnte und sein sollte.

Ich habe das Gefühl auf einen Berg zu wandern, von dem ich die Spitze noch nicht sehen kann. Ich weiß, dass sie da ist, dass die Aussicht großartig sein wird und ich dort sicher lange verweilen werde. Aber noch bin ich zu verkrampft und gleichzeitig zu unruhig. Ich schwanke. Von der größten Motivation meine Träume zu verfolgen zu den größten Zweifeln, ob das denn überhaupt meine Träume sind. Und wenn ja, dann sind das doch ziemlich scheiß Träume. Oder nicht? Und außerdem und generell – die wichtigste Frage ist doch, ob es mich glücklich macht. Was macht mich glücklich? Würde es mich nicht vielleicht glücklich machen das alles zu verwerfen, um endlich meine Schultern von diesem selbstauferlegten Druck zu befreien? Ein Druck der immer da ist. Ungefähr so, wie wenn man sich auf eine Prüfung vorbereitet und bei allem was man macht das Gefühl hat, man sollte doch eigentlich lernen. Ich habe bei allem was ich mache das Gefühl, ich sollte doch eigentlich an meinen Träumen arbeiten.
Motivation und Frust liegen sehr nah beieinander. Wundert euch also nicht, wenn es diesen Blog von heute auf morgen nicht mehr gibt. Wundert euch nicht, wenn ich von heute auf morgen nie mehr einen Satz schreibe und ein langweiliges Büro-Leben beginne, oder doch noch als Hausfrau ende und endlich lerne wie man bügelt. Wundert euch nicht. Denn ich bin momentan mehr denn je damit beschäftigt herauszufinden was mich glücklich macht.

Und trotzdem. Es gibt ihn. Den Grundriss, den ich für die nächsten paar Jahre meines Lebens gezeichnet habe. Einige Entscheidungen wurden getroffen, aber noch ist alles aus Bleistift und von maßstabsgetreu kann nicht die Rede sein. Aber ich will mir auch gar nicht mehr länger so viele Sorgen um meine Pläne machen. Wenn ich mir nämlich ansehe wie privilegiert ich eigentlich bin, könnte ich mir sowieso gleich mit einem Holz auf den Kopf schlagen. Ich habe alles was ich brauche. Und noch dazu bin ich diesen Monat eine Woche in Portugal, werde den ganzen August durch Europa reisen (dazu ein anderes Mal mehr) und im September noch einmal eine Woche weiter weg verbringen. Ich ziehe im Herbst in eine wunderschöne neue Wohnung in Wien und kann mir dort endlich ein kleines Büro einrichten und ich fange im November eine richtig spannende Ausbildung an. Wenn ich mich momentan also über irgendetwas beschweren darf, dann wirklich nur über mich selbst und diesen kleinen Kobold, der in meinem Hirn sitzt und Hürden aufstellt, über die ich so unglaublich schwer springen kann.

Vielleicht übersehe ich aber auch noch irgendetwas. Eine Unbekannte. X. Die Gleichung ist noch nicht gelöst.

VA

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1 Comment

  • Reply
    Gerd Ender
    4. Juli 2017 at 8:42

    ach Vale – ich kenne dich seit deinem 1. Lebenstag – und ja – du warst immer perfekt – aber das interessiert keinen – ich mag dich als Mensch, ob du jetzt perfekt bist oder super pferfekt – und der von dir angesprochene Perfektionismus, der ist lebensgefährlich – glaube es mir – ich kenne das.. und noch was..Hausfrau zu sein oder in einem Büro zu sitzen muss nicht langweilig sein – es kann genauso mit Sinnn erfüllt werden wie unsere „Buchstabenaneinanderreiherei“ https://briefevongerd.wordpress.com/2016/02/02/brief-von-gerd-lieber-perfektionismus-du-saboteur-des-gluecks/

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