Ich sitze bei über 30 Grad in Australien auf einem kleinen Balkon. Vor mir ein toller Ausblick über Cairns. In der Nähe und Ferne höre ich exotische Vögel singen. Und endlich finde ich ein wenig Zeit, um zu schreiben und die bisherige Reise Revue passieren zu lassen.

Auf dem Weg von München nach Sydney mit Air China machten wir einen Zwischenstopp in Shanghai. Wir kamen sehr früh am Morgen an, der Weiterflug war jedoch erst für den Abend angesetzt. Aus diesem Grund wollten wir uns die Gelegenheit nicht nehmen, uns die Stadt ein wenig anzusehen. Denn wie oft ist man schon in China! Durchreisende brauchen dafür auch kein spezielles Visum, sie müssen lediglich ein Ticket für den Weiterflug vorweisen können.

Um in die Stadt zu kommen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Die schnellste und coolste ist jedoch auf jeden Fall die Fahrt mit der Maglev. Diese Bahn kann eine Geschwindigkeit von bis zu 431 km/h erreichen und ist in ca. 8 Minuten vom Flughafen in der Stadt. Nicht ganz im Zentrum, aber vom Ankunftsort aus kann man auf jeden Fall überall gut hin. Die Bahnfahrt an sich ist bereits ein Erlebnis. Man rast an den eh schon schnell fahrenden Autos vorbei und in der Schräge hat man sogar das Gefühl man fliegt gleich aus den Gleisen. Für 85 Yuan haben wir ein Hin-und retour Ticket inklusive Metro-Tages-Ticket für die Stadt bekommen. Umgerechnet sind das ca. 12€.

Mit der Metro fuhren wir weiter zum People’s Square. Dabei wurden wir zum ersten Mal mit der Hektik der Stadt konfrontiert. Es war wohl gerade die morgendliche Stoßzeit. Wie ein Schwarm voller Fische strömten die Menschen an einem vorbei und man musste schnell sein, um sich in diesen Strom unauffällig einzuordnen. Unauffällig waren wir als einzige Touristen weit und breit jedoch sowieso nicht. Am People’s Square mussten wir uns bei einer Tasse Kaffee zuerst einmal orientieren. An diesen Platz grenzt übrigens ein sehr schöner kleiner Park, in welchem wir unter anderem einige Menschen dabei beobachten konnte, wie sie zu Musik ihre Tai Chi Übungen praktizierten.

Das Wetter war leider nicht gerade einladend und wir kämpften nach dem langen Flug beide mit der Müdigkeit. Trotzdem schlenderten wir die Einkaufsstraße Nanjing Road entlang und bestaunten die zum Teil sehr ausgefallenen Gebäude und Geschäfte. Außerdem haben wir die für Shanghai scheinbar bekannten Dumplings ausprobiert. 15 Yuan für 8 Stück. Mehr als eines hat dann aber keiner von uns gegessen. Mir persönlich hat es nämlich leider alleine beim Anblick der sehr rosanen Fleischfüllung den Magen umgedreht.

Wir sind anschließend weiterspaziert bis zum The Bund, der Promenade am Huangpu River von welcher aus wohl wirklich jeder Tourist die Skyline auf der gegenüberliegenden Seite versucht optimal mit der Kamera einzufangen. Weiter ging es The Bund entlang bis wir zur Anlegestation der kleinen Fähre kamen, welche uns über den Fluss von Puxi nach Pudong brachte. Bezahlt haben wir für die Überfahrt nur 2 Yuan pro Person. Auf der anderen Seite angekommen waren wir sehr beeindruckt vom Anblick der hohen Türme. Darunter der Shanghai Tower und der Jin Mao Tower. Dem Letzteren haben wir auch noch einen kurzen Besuch abgestattet. Wenn man in diesen nämlich hineinspaziert und mit dem Aufzug in den 53. Stock fährt, landet man direkt in der Lobby des Grand Hyatt Hotels. Von hier aus hat man einen wunderbaren Ausblick über die Stadt und das Beste daran – man zahlt nichts dafür.

Durch Zufall haben wir dann noch die Shanghai IFC Mall entdeckt, welche wirklich äußerst luxuriös ist. Hier sind alle Marken von Gucci bis Michael Kors vertreten, besonders gefallen hat mir aber die coole bunte Tee-Stube. Die Shanghai IFC Mall ist für Normalos wohl mehr zum Schauen und Staunen, als tatsächlich zum Kaufen geeignet. Ein Blick hinein lohnt sich jedoch und wer einfach nur eine saubere Toilette sucht, ist hier auch an der richtigen Adresse.

Zum Abschluss gönnten wir uns noch leckere salzige und süße Pancakes bei Mr. Pancakes, bevor wir uns wieder auf den Weg zum Flughafen machten. Ein weiterer sehr langer Flug stand bevor.

Wir hatten nicht viel Zeit für Shanghai und die Stadt hat bestimmt noch mehr zu bieten. Leider habe ich aber bisher noch nie so viele unfreundliche Menschen auf einem Haufen erlebt. Kaum einer lächelt, kaum einer ist hilfsbereit. Ein Volk, das ein bisschen so wirkt als hätte man ihm die Lebensfreude ausgesaugt. Wir waren auf jeden Fall froh, dass wir 11 Stunden später in Sydney in lauter freundliche und entspannte Gesichter blicken durften.

Places to be/see/do:
– eine Fahrt mit der Maglev vom Flughafen in die Stadt (und/oder zurück)
People’s Square und der angrenzende Park
– die Nanjing Road entlangschlendern
– Dumplings probieren
The Bund entlang schlendern und ein Foto von der Skyline machen
–  mit der Fähre nach Pudong und die Türme bestaunen
– die Aussicht vom Jin Mao Tower in der Lobby vom Grand Hyatt Hotel genießen
– die Shanghai IFC Mall besuchen

VA

2 Comments

  1. Avatar Tanja Gammer 29. November 2016 at 17:37

    Oje, dabei sagt man immer, sie seien so freundlich und Lächeln immer, stimmt, das waren die Japaner. Trotzdem sicher ein kleines Erlebnis gewesen
    Liebe Grüße

    Reply
    1. Valeria Anna Valeria Anna - Site Author 1. Dezember 2016 at 11:05

      Ja das war es auf jeden Fall :)!
      Liebe Grüße,
      Valeria

      Reply

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