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Die Nordinsel Neuseelands in 8 Tagen

Australien war der Plan. Aber weil man ja nicht jedes Jahr so eine lange Reise auf sich nimmt, kam dann auch noch Neuseeland dazu. Wenn wir schon einmal da unten sind, können wir ja auch gleich noch ‚auf einen Sprung‘ nach Neuseeland. So der Gedanke. Dass wir darum (und weil die Flüge so auch am günstigsten waren) nur 12 Tage für Neuseeland einplanten, war im Nachhinein betrachtet vielleicht weniger klug. Aufgrund einer unnötig komplizierten Anreise und dem Festsitzen durch die Nachwehen des Erdbebens, hatten wir schlussendlich nämlich nur 8 Tage Zeit, um die Nordinsel aktiv zu erkunden. 8 Tage, die wir so gut es ging genutzt haben, um trotzdem noch das Beste aus unserem Neuseeland-Abstecher herauszuholen.

Allgemeine Infos:
– Für Neuseeland brauchst du kein Visum. Außer du bleibst länger als drei Monate.
– Nach Neuseeland darf kein Essen importiert werden. Nicht einmal eine Jause im Handgepäck.
– Oft sind (Auto-)Strecken länger als das vielleicht auf den ersten Blick aussehen mag, da die Straßen häufig sehr kurvenreich sind und kein allzu schnelles Fahren erlauben.
– Für ein Mietauto brauchst du einen internationalen Führerschein.
– Die Währung in Neuseeland ist neuseeländische Dollar (NZD).
– Studierenden-Rabatte gibt es (wenn überhaupt) nur für einheimische Studierende.

Halt #1: Wellington:

Wellington hat sich uns von seiner schönsten Seite präsentiert. Zuerst das Erdbeben mitten in der Nacht, dann die vielen Nachbeben, Tsunamiwarnungen, geschlossenes Stadtzentrum und ein Regensturm. Es blieb uns nur noch ein halber Tag, um die Stadt zumindest noch ein bisschen zu erkunden.

Gipsy Kitchen: Halb verhungert fanden wir in der Nähe unseres Airbnbs und somit ein wenig außerhalb vom Stadtzentrum durch Zufall dieses kleine Café, welches sich als absoluter Glücksgriff entpuppte. Ein tolles Ambiente, richtig guter Kaffee und leckere kleine süße und salzige Speisen erwarten dich hier.
Adresse: 6 Glamis Ave, Strathmore Park, Wellington 6022

Spruce Goose: Weil wir so ein Pech mit unserem Wellington-Aufenthalt hatten, lud uns unsere Airbnb-Gastgeberin am letzten Tag zum Frühstücken in ein richtig cooles Lokal in der Nähe vom Flughafen ein. Wir als Budget-Traveller hätten uns hier hin wohl nicht verirrt. Umso mehr genossen wir die Qualität des Kaffees und des leckeren Essens.
Adresse: 30 Cochrane street, Rongotai, Wellington 6011

Te Papa:
An Te Papa führt kein Weg vorbei. Schließlich schwärmen die Einheimischen davon und sind auch ziemlich stolz darauf. Nicht umsonst, denn es handelt sich hierbei um das Nationalmuseum von Neuseeland. Man erhält darin einen sehr schönen und umfangreichen Einblick in die Kultur und Geschichte Neuseelands. Te Papa ist modern und zum Teil interaktiv. Für uns sehr ironisch: Ein kleines Haus in welches man hineingehen kann und in dem dann ein Erdbeben simuliert wird.
Eintritt ist frei.
Adresse: 55 Cable St, Te Aro, Wellington 6011

Te Papa Wellington
Cable Car & Botanic Garden:
Die rote Standseilbahn fährt alle 10 Minuten eine 610 Meter lange Strecke von Labton Quay hoch nach Kelburn Heights. Hier befindet sich ein kleines Cable Car Museum, sowie der gepflegte botanische Garten, durch welchen man einen gemütlichen Spaziergang machen kann. Die Bahn startet mitten in der Stadt und der Eingang ist von der Straße her zunächst recht unscheinbar. Ein Ticket kostet aktuell für Erwachsene hin und retour 7,50$. Die Fahrt an sich dauert nicht lange und ist vielleicht auch nicht sonderlich spannend. Dafür hat man von oben einen schönen Ausblick über die Stadt und zudem ist die Standseilbahn auch ein Wahrzeichen Wellingtons.
Adresse: 280 Lambton Quay, Wellington, 6011

Die Haupteinkaufsstraße nennt sich Labton Quay und bei Hannahs Laneway (zwischen Leeds Street und Eva Street) findet man einige kulinarische Highlights.

Cable Car WellingtonWellingtonEva Street Wellington

Halt #2: Whanganui:

Die Fahrt von Wellington nach Whanganui führte an manchen Strecken direkt am Meer entlang, was wirklich ein fantastischer Anblick war. Whanganui selbst ist keine große Stadt und wir hatten sie eigentlich auch nur als kurzen Zwischenstopp geplant. Hier hieß es für uns: gegen Abend ankommen, durch die Stadt schlendern, etwas essen und dann entschlossen wir spontan (aufgrund der Kälte) uns in dem alten und sehr schönen Kino von Whanganui Hacksaw Ridge anzusehen (äußerst empfehlenswerter Film!).

Neuseeland

Halt #3: Taupo:

Die Fahrt nach Taupo war dann lang und sehr kurvenreich. Dafür lernt man die Landschaft Neuseelands kennen und wird mit einer zum Teil atemberaubenden Aussicht belohnt. Taupo liegt zudem am Lake Taupo, weshalb der Ort an sich wirklich sehr schön gelegen ist.

NeuseelandNeuseeland

DeBretts:
Das DeBretts wurde uns von einem Einheimischen empfohlen. Da wir Thermen lieben, waren wir auch gleich einstimmig der Meinung, dass wir der Empfehlung folgen sollten. In zwei großen „naturally fed mineral outdoor hot pools“ mit unterschiedlichen Temperaturen so wie zusätzlich zwei kleineren „Whirlpools“ konnten wir es uns gut gehen lassen. Die Anlage ist ganz nett, wenn auch vielleicht ein wenig veraltet, und wir verbrachten ein paar entspannte Stunden dort. Hätten wir jedoch gewusst was für ein Badeerlebnis uns in Rotorua erwarten würde, hätten wir vielleicht darauf verzichtet, da es mit 22$ dann doch nicht so günstig war.
Adresse: 76 Napier-Taupo Rd, Hilltop, Taupo 3330

Huka Falls:
Nicht weit von unserem Airbnb befanden sich die Huka Falls. Da ich zuvor eigentlich noch nie wirklich einen größeren Wasserfall gesehen hatte, war der Anblick der enormen fallenden Wassermengen auf jeden Fall etwas Besonderes. Wer möchte kann auch eine Huka Falls River Cruise machen, bei welcher man (wie wir von oben beobachten konnten) auch sehr nah an die Falls heranfährt.

Huka Falls

Tongariro Alpine Crossing:
Von Taupo aus haben wir auch unseren Tagestrip zum Tongariro Nationalpark gemacht, um dort am Fuße des „Schicksalsbergs“ zu wandern. Ausführlich habe ich darüber bereits in diesem Beitrag berichtet. Es war auf jeden Fall definitiv eines meiner Highlights in Neuseeland.

Tongariro Alpine Crossing

Halt #4: Rotorua:

Ich muss sagen Rotorua hat mich fasziniert. Nicht unbedingt die Stadt an sich, da man hier beispielsweise an einem Samstagabend die Leute auf der Straße suchen und für einen offenen Imbissstand beten musste. Was mich jedoch begeistert hat, ist die Natur, welche sich in Rotorua an allen Ecken und Enden den Weg durch die Stadt erkämpft. Ja, es stimmt: Es stinkt hier. Nach Schwefel. Und somit nach „verfaulten Eiern“. Aber so schlimm wie viele sagen, war es dann meiner Meinung nach doch nicht.

Wai-O-Tapu Thermal Wonderland:
Das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland wird von Trip Advisor als “One of the 20 Most Surreal Places in the World“ bezeichnet. Der Besuch des beeindruckenden Thermalgebiets lohnt sich auf jeden Fall. Klar, es ist wirklich sehr touristisch und 32,50$ Eintritt sind ein bisschen übertrieben, aber dafür ist das was man von der Natur hier geboten bekommt wirklich faszinierend.
Täglich um 10:15 Uhr wird übrigens der Lady Knox Geyser zum Ausbruch gebracht. Man muss sich dabei zuerst ein Ticket für das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland kaufen und fährt dann noch einmal ein Stückchen zurück und folgt der Beschilderung zum Lady Knox Geyser. Wer den Ausbruch nicht verpassen möchte, sollte also nicht erst um 10:10 Uhr dort sein. Es kann nämlich auch ein wenig dauern, bis man die Karten hat. Ob sich der Stress am Vormittag tatsächlich lohnt finde ich schwer zu beurteilen. Es wird zuerst ein wenig über den Lady Knox Geyser an sich erzählt und dann dauert es ein paar Minuten bis er auch tatsächlich ausbricht. Unzählige Touristen warten dabei gespannt mit ihren Handys und Kameras in der Hand. Das Spektakel an sich ist dann zwar ganz nett, aber auch ziemlich schnell wieder vorbei. Wer also den Ausbruch nicht unbedingt miterleben möchte, kann das eigentliche Thermal Wonderland sicher entspannter zu einer anderen Uhrzeit erkunden.
Adresse: 201 Waiotapu Loop Rd, Rotorua 3073

Waiotapu Thermal WonderlandWaiotapu Thermal WonderlandWaiotapu Thermal WonderlandWaiotapu Thermal Wonderland

Hot ’n‘ Cold Pool (Waiotapu Bridge Hot Springs):
Nicht weit vom Wai-O-Tapu Thermal Wonderland erlebten wir eines unserer Highlights auf der Reise. So simple und doch so genial war der geothermale Hot ’n‘ Cold Pool. Dabei handelt es sich nicht wirklich um einen Pool, sondern um das Zusammentreffen einer heißen Strömung auf einen kalten Fluss. Was dabei herauskommt? Quasi eine natürliche Therme in der man baden kann. Das Beste daran ist jedoch, dass man an manchen Stellen den Arm nach links hält und Kälte spürt, den anderen Arm nach rechts hält und Wärme spürt. Fast jeder Schritt bringt eine andere Temperatur mit sich und wenn man sich an den ganz warmen Stellen hinsetzt, fühlt es sich an als wäre man in einem Whirlpool. Das DeBretts war wie bereits erwähnt sehr gemütlich, aber verglichen zu diesem kleinen Naturwunder gar nichts. Auch ist dieser ‚Pool‘ frei zugänglich und somit kostenlos.
Leider keine Adresse, aber wenn man vom Wai-O-Tapu Thermal Wonderland die Waiotapu Loop Road weiterfährt und gut Ausschau hält, sollte man es nicht verpassen.

Der Hot ’n‘ Cold Pool ist übrigens nicht das einzige kostenlose Badeerlebnis in der Nähe von Rotorua. Auch Kerosene Creek soll genauso toll sein. Da dorthin jedoch eine ziemlich steinige und holprige Straße führt und unser Mietauto nicht das stabilste war, mussten wir auf dem Weg dorthin wieder umkehren.

Hot 'n' Cold Pool Neuseeland

Skyline Rotorua Gondola:
Unsere etwas ungewöhnliche Airbnb-Gastgeberin in Rotorua hat uns mit allen möglichen Tipps in der Gegend versorgt, jedoch waren wir -wie bereits erwähnt- eher sparsam unterwegs und die meisten ‚Attraktionen‘ kosteten einiges. So zum Beispiel die Fahrt mit der Skyline Rotorua Gondola. Für eine solche blättert man pro Person 30$ hin. Da man als Österreicherin jedoch schon oft genug mit Gondeln gefahren ist und sich das Ganze nur wegen der schönen Aussicht gelohnt hätte, versuchten wir uns diese auf einem anderen Weg zu holen. Wir haben uns also auf der Karte angesehen wo die Gondel ankommt und sind dann über einen kleinen Umweg auf die Mountain Road gekommen. Entlang dieser hat man ab einer bestimmten Höhe ebenfalls einen sehr schönen Ausblick über ganz Rotorua inklusive Lake Rotorua. Zwar muss man eine geeignete Stelle finden, da einem oft Bäume und Büsche im Weg sind, aber das kann man eindeutig verkraften, wenn man sich dadurch pro Person 30$ spart.
Eine andere Option wäre sicherlich das Restaurant Aorangi Peak, welches sich noch höher gelegen als das Ende der Gondel befindet. Wenn man sich da z.B. einfach einen Kaffee mit Muffin gönnt, kommt man immer noch günstiger davon.
Adresse Skyline Rotorua Gondola: 178 Fairy Springs Rd, Fairy Springs, Rotorua 3015
Adresse Aorangi Peak Restaurant: 353 Mountain Rd, Western Heights, Rotorua 3015

Rotorua

Kuirau Park:
Auch in diesem Park mitten in Rotorua kann man der Natur quasi beim Arbeiten zusehen. Es dampft an den unterschiedlichsten Orten, es wechseln sich stinkende Schwefelbäder ab mit normalem Grün und an kleinen Tümpeln mit warmem Thermalwasser kann man die Füße baden lassen.
Adresse: Pukuatua Street & Ranolf Street, Rotorua 3010

Kuirau ParkKuirau Park

Government Garden:
Schöner, kleiner öffentlicher Park zentral in Rotorua.
Adresse: 9 Queens Dr, Rotorua 3010

Government Garden

Ohinemutu Māori village:
Es gibt in und rundum Rotorua einige ‚Māori villages‘. Manche von ihnen mit (scheinbar) spektakulärer Show – so zum Beispiel das Te Puia. Dass diese jedoch ganz stark auf Touristen ausgelegt sind und deshalb nicht wenig kosten war zu erwarten. Wir hatten beide nicht sonderlich Lust uns eine komische, inszenierte Darstellung der Māoris für viel Geld anzusehen. Wo man jedoch bei einer Erkundungstour durch Rotorua vorbeischauen kann ist das Ohinemutu Māori village. Scheinbar leben hier immer noch Mitglieder des ‚Ngāti Whakaue tribe‘. Diese haben wir zwar nicht gesehen und das ‚Dorf‘ ist auch sehr klein, trotzdem aber ganz nett und man kann nicht viel falsch machen, wenn man es sich kurz ansieht.

 

Ohinemutu

Hamurana Springs Track:
Ich habe selten etwas so Schönes gesehen wie Hamurana Springs. Eigentlich waren wir schon unglaublich müde, aber da der Walk mit nur ca. 30 Minuten angeschrieben war, beschlossen wir ihn trotzdem noch zu machen. Gott sei Dank, denn selten hat mich die Natur so sehr in den Bann gezogen wie in diesem kleinen Paradies. Man hat das Gefühl hier automatisch ruhig zu werden. Weil alles rundherum so ruhig ist. Weil die Bäume zu ruhen scheinen, das Wasser, die Tiere. Die überwältigende Klarheit des Wassers der Quelle war dann noch das i-Tüpfelchen.
Adresse: 773 Hamurana Rd, Hamurana 3072

Hamurana SpringsHamurana SpringsHamurana Springs

Halt #5: Tauranga:

In Tauranga legten wir einen kleinen Zwischenstopp auf unserem Weg nach Matamata ein. Tauranga ist eine kleine Hafenstadt, in der es zwar nicht sonderlich viel Besonderes zu sehen gab, die jedoch ganz nett war, um ein wenig durch zu schlendern. Sehr viel schöner fand ich jedoch den nahegelegenen Omanu Beach. Ein langer, wunderschöner Sandstrand, welchen wir sehr lange entlang spazierten und bei dem ich zum ersten Mal auf der Reise das Meer so richtig genießen konnte. (Auch wenn es noch zu kalt zum Baden war.)

Omanu Beach

Halt #6: Matamata:

In Matamata haben wir mitten zwischen Kuhfeldern bei einem jungen Bauern gewohnt und ich habe es geliebt. Die Atmosphäre hatte einfach etwas Besonderes und auch wenn wir nur eine Nacht dort verbrachten, war es ein kleines Erlebnis und zudem der ideale Ort, um am nächsten Tag Richtung Hobbiton los zu starten. The Hobbiton Movie Set braucht jedoch mehr Platz als nur ein paar Zeilen, weshalb ihr in diesem Beitrag mehr darüber lesen könnt.

Hobbiton

Halt #7: Waitomo Glowworm Caves:

Es lag zwar nicht wirklich auf unserem Weg Richtung Hamilton, jedoch wollte ich mir die Glühwürmchen-Höhle nicht entgehen lassen. Fazit: 50$ für 45 Minuten sind eine Frechheit. Aber das war uns auch davor schon bewusst. Was wir nicht wussten ist, dass die Fahrt mit dem kleinen Boot durch die Glühwürmchen-Höhle an sich sogar noch weitaus kürzer ist. Die Tour durch die Tropfsteinhöhle davor war zwar auch schön, aber lange nicht so faszinierend wie der Anblick der unzähligen Glühwürmchen im Dunkel der Höhle, während man durchs Wasser fährt. Wie ein Sternenhimmel und absolut ein einmaliges Erlebnis. Wenn da nicht die 50$ und die Tatsache, dass die Touristen in Scharen und viel zu großen Gruppen durchgeschleust werden, wären, würde ich die Waitomo Glowworm Caves auf jeden Fall ohne schlechtem Gewissen weiterempfehlen. Denn die Glühwürmchen sind der absolute Wahnsinn, das Drumherum aber leider eher enttäuschend.
Fotos dürfen übrigens während der gesamten Tour keine gemacht werden, weshalb ich hier auch keine zeigen kann.
Adresse: 39 Waitomo Village Rd, Waitomo Caves, Otorohanga 3943

Halt #8: Hamilton:

Waikato Museum:
Im Waikato Museum werden Kunst und Geschichte vereint. Sehr nettes kleines Museum, bei welchem man auch wieder so einiges über Neuseeland lernen kann. Eintritt frei.
Adresse: 1 Grantham St, Hamilton 3204

Hamilton Gardens:
Definitiv das Highlight in Hamilton! Hier findet man wunderschön angelegte Gärten mit den unterschiedlichsten Themen (japanisch, englisch, tropisch etc.). Insgesamt sind die Hamilton Gardens wirklich sehr groß und man wird an jeder Ecke mit etwas Neuem überrascht.
Adresse: Hungerford Crescent, Hamilton 3216

Hamilton GardensHamilton GardensHamilton Gardens

Halt #9: Auckland:

Im Vorfeld ‚warnte‘ uns so ziemlich jeder vor Auckland. Durch Sätze à la „So ziemlich alles in Neuseeland ist schöner als Auckland.“ und „Was man in Auckland machen kann? So schnell wie möglich wegfahren!“ ließen wir uns beeinflussen und verbrachten daher nur ein paar Stunden in Auckland. Ich weiß nicht ob es an dem richtig schlechten Wetter, der Voreingenommenheit oder tatsächlich an Auckland selbst lag, aber viel länger hätte ich auch gar nicht bleiben wollen.

Auckland bei Nacht

Wir hatten insgesamt eindeutig zu wenig Zeit für Neuseeland, auch wenn die Tage die wir hatten sehr intensiv und abwechslungsreich waren. Den Hot Water Beach, Bay of Islands und den Leuchtturm am nördlichsten Punkt der Insel hätte ich auf jeden Fall noch sehr gerne gesehen. Von den Highlights der Südinsel ganz zu schweigen. Aber immerhin habe ich so auf jeden Fall ein paar gute Gründe, um Neuseeland irgendwann wieder einmal einen Besuch abzustatten!

Die Route im Überblick:

Neuseeland Route
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Tongariro Alpine Crossing – durch Mordor vorbei am Mount Doom

 

„One does not simply walk into Mordor.“

Oder doch?
Nicht nur Hobbiton befindet sich in Neuseeland, auch der Schicksalsberg (bzw. Mount Doom) und das düstere Mordor. In Wirklichkeit heißt der imposante Berg Mount Ngauruhoe und die dazugehörige Wanderung zu seinen Füßen ist unter dem Namen Tongariro Alpine Crossing weltbekannt.

Wer auf der Nordinsel Neuseelands in der Nähe vom Tongariro National Park Halt macht, sollte die Anstrengungen auf jeden Fall in Kauf nehmen und sich für das Tongariro Alpine Crossing entscheiden. Es gibt jedoch einige wichtige Punkte, die zuvor geplant bzw. beachtet werden sollten. Denn so spontan wie man vielleicht manchmal gerne möchte, lässt sich diese Wanderung leider nicht angehen.
Zum einen spielt der Faktor Wetter eine entscheidende Rolle. Denn auch wenn im nächstgelegenen Ort vielleicht gerade die Sonne vom wolkenlosen Himmel strahlt, heißt das noch lange nicht, dass perfekte Wettervoraussetzungen für die Wanderung gegeben sind. Tatsächlich hatten wir ein ziemliches Glück. Da wir durch die kurze Zeit in Neuseeland einen relativ straffen Zeitplan hatten, blieb uns nur ein Tag, an welchem wir die Tour starten konnten. Das heißt also eine einzige Chance. Bei zu viel Wind am Gipfel wird nämlich strengstens von der Wanderung abgeraten.
Ein zweiter Faktor, welcher gute Planung erfordert ist die Tatsache, dass es sich eben um ein ‚Crossing‘ handelt und man somit die Wanderung an einem ganz anderen Ort beginnt als man sie schlussendlich auch wieder beendet. Aus diesem Grund muss bereits im Vorfeld ein Shuttle gebucht werden, welcher einen zum Startpunkt bringt und vom Endpunkt wieder abholt. Bzw. kann man auch das Auto z.B. am Endpunkt abstellen und sich vom Shuttle zum Startpunkt bringen lassen. Ebendiese Umstände, dass sich der Shuttle nicht einfach vor Ort buchen lässt, dieser zudem nicht sehr häufig fährt und wir zu weit weg wohnten, ließ unser ‚Crossing‘ nämlich zu einer normalen Wanderung, also hinauf zum höchsten Punkt und wieder den gleichen Weg hinunter, werden.

Begonnen haben wir unseren Weg beim Mangatepopo Car Park, wo wir unser Auto stehen ließen. Nur mit Glück fanden wir noch einen freien Platz. Der Weg zum Carpark ist von der ‚Hauptstraße‘ aus angeschrieben und führt ca. 10 Minuten über einen holprigen Weg bis zum Parkplatz.
Danach ging es los Richtung Soda Springs. Eine ziemlich gemütliche Strecke, welche noch nicht sonderlich große Anstrengung erfordert. Danach beginnt dann der ein wenig schwierigere Teil zum South Crater. Oben angekommen mussten wir feststellen, dass alles komplett voller Schnee war. Uns war zwar schon im Vorfeld bewusst, dass normale Sportschuhe für eine solche Wanderung nicht unbedingt geeignet sind. Dass jedoch so viel Schnee liegen würde hatten wir nicht geahnt und es machte das Ganze ein wenig komplizierter. Der Anstieg Richtung Red Crater wurde somit zur richtigen Herausforderung. Nicht nur weil es steil war. Sondern weil es steil und dank Schnee verdammt rutschig war. Hinzu kam dann ab einer gewissen Höhe der eisig kalte Wind, welcher immer stärker wurde. Kurz vor dem Ziel war ich mir nicht mehr sicher, ob die Wetterbedingungen ein Weitergehen wirklich noch zulassen, meinen höhenängstlichen Freund zurücklassend kämpfte ich mich dann jedoch gegen den unfassbar starken Wind noch weiter hoch. Ich merkte, warum man hier bei schlechter Witterung nicht unbedingt wandern sollte. Belohnt wurde ich an der Spitze des Red Craters dafür mit einem fantastischen Ausblick, welchen ich wohl nicht mehr so schnell vergessen werde.

Wir waren insgesamt ca. 4,5h unterwegs, wenn man das Crossing macht, also den Abstieg auf der anderen Seite des Red Craters, dann soll man ca. 6h unterwegs sein. Dieses führt dann noch weiter an den Emerald Lakes, dem Central Crater, dem Blue Lake und dem Ketetahi Hut vorbei bis zum Ketetahi Car Park. Generell empfehle ich die Wanderung absolut jedem.
Mir persönlich gibt das Ankommen auf einem Berggipfel sowieso schon immer einen kleinen Adrenalin-Kick. Wenn dann aber noch diese atemberaubende und extrem facettenreiche Landschaft dazu kommt, kann man die Schönheit der Natur und das eigene Glück sie bestaunen zu dürfen kaum fassen. Auch wenn der Schnee alles ein wenig mühsamer gemacht hat, so war die Wanderung dadurch doch auch gleichzeitig noch einmal besonderer.
Bei guter Witterung ist die Wanderung auch wirklich für jeden ‚Durchschnittswanderer‘ locker machbar. Vor allem wenn man österreichische Berge gewohnt ist.

Wer wirklich keine Lust auf eine Wanderung hat und/oder gesundheitlich nicht fit genug ist, dem empfehle ich zumindest das relativ flache Stück bis nach Soda Springs zu gehen. Es dauert ca. eine Stunde und auch wenn man die Gegend noch nicht in all seiner Schönheit erlebt, bekommt man zumindest schon einen kleinen, wunderbaren Vorgeschmack.

Zu beachten:

  • Wetterbedingungen (sehr wechselhaft und wirklich nicht zu unterschätzen)
  • Shuttle früh genug buchen und in der Planung berücksichtigen, dass er nicht allzu oft fährt
  • gutes Schuhwerk
  • eine Windjacke ist sehr wichtig; Handschuhe und Mütze fanden wir übertrieben, haben sie danach aber schmerzlich vermisst
  • Sonnenbrille und vor allem auch Sonnencreme IMMER verwenden (ich hatte im Gesicht den Sonnenbrand meines Lebens und wurde aufgrund der Botox-artigen Schwellungen von meinem Freund 5 Tage lang nur noch ,Renée Zellweger‘ genannt)
  • genügend Wasser mitnehmen und wenn kein Essen, dann wenigstens ‚Notfalls-Riegel‘

Ansonsten: Genießen und die Eindrücke so richtig aufsaugen!

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The Hobbiton Movie Set

Für Herr der Ringe/Der Hobbit Fans ist das Hobbiton Movie Set in Neuseeland bekanntlich ein absolutes Muss. Bei einem Preis von 53€ für eine ca. zweistündige Tour überlegen sich manche im Vorfeld dann vielleicht aber doch, ob sich das Ganze auch wirklich lohnt.
Um euch, falls ihr in die glückliche Lage kommen solltet nach Neuseeland zu fliegen, diese Entscheidung zu erleichtern, folgt heute mein persönlicher Erfahrungsbericht dazu.

Saftiges Grün, eine unendlich wirkende Hügellandschaft, eine idyllische Atmosphäre und das Gefühl, dass diesem Ort niemand etwas anhaben kann und jegliches Böse meilenweit entfernt bleibt. Beim Betreten des Hobbiton Movie Sets fühlt man sich sofort in die Stimmung aus dem Film hineinversetzt. Die ganze Führung über summte ich im Kopf die beruhigende Hobbiton-Musik vor mich hin und ich hätte mir gewünscht sie wäre tatsächlich dagewesen.

Man startet die Tour entweder bei Matamata I-Site oder bei The Shire’s Rest. Für alle mit Auto ist es sicher sinnvoller gleich zu The Shire’s Rest zu fahren, ansonsten ist das Zentrum von Matamata wahrscheinlich die bessere Lösung. Zudem gibt es die Option sich vom ca. 60 km entfernten Rotorua mit dem Shuttle abholen zu lassen. Ich empfehle die Tickets im Voraus bereits online zu buchen, da vor Ort am Ticket-Schalter ziemlich viel los ist und man möglicherweise auf eine freie Tour warten muss.

Von The Shire’s Rest ist es nur noch eine kurze Busfahrt durch die Alexander Sheep Farm bis man am tatsächlichen Set von Hobbiton ankommt. Während der Busfahrt wird man durch ein Video mit den ersten Informationen versorgt. Auch der Farmbesitzer Russell Alexander kommt dabei zu Wort, welcher mit der Auswahl seiner Farm als Filmset wohl nicht mehr Glück haben hätte können. Entscheidend für die Wahl genau dieses Standortes war für den Produzenten neben der wunderschönen hügeligen Landschaft hauptsächlich der kleine See und der imposante große Baum direkt daneben.

Die Tour führte einen kleinen Weg entlang durch ganz Hobbiton. Die unterschiedlichsten Hobbit-Holes konnten bestaunt werden und immer wieder wurden wir mit Insider-Informationen versorgt, welche einen tiefen Einblick hinter die Kulissen der Filmproduktion erlaubten. Der Ausblick vom höchsten Punkt über ganz Hobbiton war traumhaft schön, besonders bei strahlendem Sonnenschein. Die Idylle aus dem Film ist definitiv nicht nur inszeniert, sondern tatsächlich genau so vorhanden. Mitten auf der Nordinsel Neuseelands.

Auch die Wiese auf welcher Bilbos Party stattfindet hatte Live sofort Wiedererkennungswert. Zum Schluss überquerten wir die bekannte Brücke auf dem Weg zum The Green Dragon Inn. Hier war für alle Tour-BesucherInnen ein Getränk inklusive. Bier, Cider und ein paar Softdrinks standen dabei zur Auswahl.

Den für mich schönsten Anblick gab es dann am Ende der Tour, als es wieder Richtung Bus ging. Der See, die kleine Wassermühle, die Brücke und wieder einmal das saftige Grün – wie gemalt und trotzdem vollkommen real.

Für mich hat sich die Tour auf alle Fälle gelohnt. Der einzige Nachteil waren die doch eher großen Gruppen und dass viele davon gleichzeitig unterwegs waren. Am Schluss musste ich den Rest meines Ciders noch ziemlich schnell hinunter leeren, weil wir schon aufbrechen mussten, da die nächsten Gruppen bereits im Anmarsch waren.

Klar, jeder will das Hobbiton Movie Set sehen und weniger Touren pro Tag hieße nicht nur weniger Geld für die Betreiber, sondern auch weniger Plätze für die BesucherInnen. Trotzdem hätte ich mir erwartet, dass es nicht ganz eine solche Massenabfertigung ist.

Eine interessante Info übrigens: anscheinend haben 30% der Hobbiton BesucherInnen zuvor weder eines der Bücher gelesen noch einen der Filme gesehen.

Trotz großem Trubel empfehle ich die Tour guten Gewissens weiter, weil sie einfach eine einmalige Erfahrung und das Hobbiton Movie Set an sich wirklich faszinierend ist. Wenn man sich danach noch einmal die entsprechenden Szenen ansieht, dann tut man dies außerdem mit einem ganz anderen Gefühl. Man lebt noch ein bisschen mehr mit und kann sich viel besser in alles hineinversetzen.

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Mein erster Skydive (inkl. Video)

Es stand eigentlich nie auf meiner Liste. Weder auf der Australien-To-Do-Liste, noch auf irgendeiner ‚Bucketlist‘. Aus mehreren tausend Metern aus einem Flugzeug zu springen war für mich immer so absurd, dass ich mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht hatte, ob ich es einmal machen möchte oder nicht. Bis ich darauf aufmerksam wurde, dass es in Australien einige ziemlich coole Spots gibt, um einen Skydive zu wagen.
Es passierte dann alles ziemlich spontan. Genauer gesagt informierte ich mich drei Tage vor dem Sprung über die Angebote, fasste nach ein paar Stunden hin und her überlegen den Entschluss und buchte daraufhin sofort.
Die Angst vor einem solchen Sprung war dann schlussendlich geringer als die Angst gegen meinen inneren Schweinehund und die Ängstlichkeit an sich zu verlieren. Ich musste es tun. Und sobald der Entschluss gefasst war, war ich auch hauptsächlich glücklich und aufgeregt und die Angst rückte generell in den Hintergrund.

Ich hatte auch nicht viel Zeit mir darüber noch länger Gedanken zu machen und schon war er da, der Tag. Erstaunlicherweise konnte ich in der Nacht davor richtig gut schlafen und ich war auch am Vormittag nicht sonderlich nervös. Die ersten Anzeichen von Nervosität kamen erst, als ich darauf wartete bis es endlich losging. Wir stiegen in ein sehr kleines Flugzeug, welches nicht einmal Sitze hatte. Geschweige denn Gurte oder irgendetwas an dem man sich gut festhalten hätte können. Es war nicht nur mein erster Sprung aus einem Flugzeug. Es war auch mein erster Flug mit einer solchen Maschine und es war ein ungewohntes Gefühl darin einfach wie in einem Kofferraum zu sitzen, während man sieht wie unten die ganze Welt immer kleiner wird.

Die ersten ‚Warum mache ich das eigentlich noch einmal genau?‘-Gedanken gingen mir durch den Kopf. Gott sei Dank erreichte ich aber ziemlich schnell ein surreales Gefühl von ‚Mir ist jetzt alles egal, ich lasse es einfach passieren!‘. Dieses Gefühl war es auch, welches mich bis zum Schluss nicht wirklich nervös werden ließ. Klar, ein paar Gedanken à la ‚Ich will unbedingt wieder lebend und ganz da unten ankommen!‘ kreisten in meinem Kopf, aber in meinem Bauch fühlte ich keine Nervosität. Ich wollte einfach endlich springen. Und als der Pilot dann ankündigte wir wären gleich da, fühlte ich mich bereit. Die Tür wurde geöffnet, ich begab mich in die zuvor besprochene ‚Absprung-Pose‘ und dann ging alles ganz schnell. Ich hatte keine Zeit nachzudenken und wollte es auch gar nicht mehr.

Dann bin ich geflogen. Nein, zuerst gefallen. Zu Beginn ein komplett lähmendes Gefühl. Weil der Körper wohl nicht sofort checkt was gerade passiert. Der starke Gegenwind ließ mich nicht richtig atmen, aber als dies wieder funktionierte bin ich einfach nur noch gefallen. Unter mir das Meer und die Landschaft Australiens.
Einen kurzen ‚Okay, bei dieser Geschwindigkeit wäre es wohl schon echt ganz gut, wenn der Fallschirm aufgehen würde.‘-Gedanken gab es. Die restliche Zeit war ich vollkommen aufgelöst, hin und weg und außer mir.
Der Moment in dem der Fallschirm aufging war dann trotzdem erleichternd und danach ist es nur noch ein genüssliches Fliegen. Gleiten. Es fühlt sich verrückt und herrlich zugleich an.

Als wir dann schon langsam auf die ‚Landebahn‘ zuflogen, konnte ich nicht glauben, dass es schon vorbei sein sollte. Bis man vollkommen realisiert was da gerade passiert, ist man nämlich schon fast wieder mit beiden Füßen auf dem Boden.

Ich hätte definitiv nichts gegen einen zweiten Sprung gehabt. Wäre sofort ins nächste Flugzeug gestiegen und noch einmal hoch. Noch einmal fallen. Fliegen. Und noch mehr genießen!

VA

Ein Tag in Shanghai

Ich sitze bei über 30 Grad in Australien auf einem kleinen Balkon. Vor mir ein toller Ausblick über Cairns. In der Nähe und Ferne höre ich exotische Vögel singen. Und endlich finde ich ein wenig Zeit, um zu schreiben und die bisherige Reise Revue passieren zu lassen.

Auf dem Weg von München nach Sydney mit Air China machten wir einen Zwischenstopp in Shanghai. Wir kamen sehr früh am Morgen an, der Weiterflug war jedoch erst für den Abend angesetzt. Aus diesem Grund wollten wir uns die Gelegenheit nicht nehmen, uns die Stadt ein wenig anzusehen. Denn wie oft ist man schon in China! Durchreisende brauchen dafür auch kein spezielles Visum, sie müssen lediglich ein Ticket für den Weiterflug vorweisen können.

Um in die Stadt zu kommen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Die schnellste und coolste ist jedoch auf jeden Fall die Fahrt mit der Maglev. Diese Bahn kann eine Geschwindigkeit von bis zu 431 km/h erreichen und ist in ca. 8 Minuten vom Flughafen in der Stadt. Nicht ganz im Zentrum, aber vom Ankunftsort aus kann man auf jeden Fall überall gut hin. Die Bahnfahrt an sich ist bereits ein Erlebnis. Man rast an den eh schon schnell fahrenden Autos vorbei und in der Schräge hat man sogar das Gefühl man fliegt gleich aus den Gleisen. Für 85 Yuan haben wir ein Hin-und retour Ticket inklusive Metro-Tages-Ticket für die Stadt bekommen. Umgerechnet sind das ca. 12€.

Mit der Metro fuhren wir weiter zum People’s Square. Dabei wurden wir zum ersten Mal mit der Hektik der Stadt konfrontiert. Es war wohl gerade die morgendliche Stoßzeit. Wie ein Schwarm voller Fische strömten die Menschen an einem vorbei und man musste schnell sein, um sich in diesen Strom unauffällig einzuordnen. Unauffällig waren wir als einzige Touristen weit und breit jedoch sowieso nicht. Am People’s Square mussten wir uns bei einer Tasse Kaffee zuerst einmal orientieren. An diesen Platz grenzt übrigens ein sehr schöner kleiner Park, in welchem wir unter anderem einige Menschen dabei beobachten konnte, wie sie zu Musik ihre Tai Chi Übungen praktizierten.

Das Wetter war leider nicht gerade einladend und wir kämpften nach dem langen Flug beide mit der Müdigkeit. Trotzdem schlenderten wir die Einkaufsstraße Nanjing Road entlang und bestaunten die zum Teil sehr ausgefallenen Gebäude und Geschäfte. Außerdem haben wir die für Shanghai scheinbar bekannten Dumplings ausprobiert. 15 Yuan für 8 Stück. Mehr als eines hat dann aber keiner von uns gegessen. Mir persönlich hat es nämlich leider alleine beim Anblick der sehr rosanen Fleischfüllung den Magen umgedreht.

Wir sind anschließend weiterspaziert bis zum The Bund, der Promenade am Huangpu River von welcher aus wohl wirklich jeder Tourist die Skyline auf der gegenüberliegenden Seite versucht optimal mit der Kamera einzufangen. Weiter ging es The Bund entlang bis wir zur Anlegestation der kleinen Fähre kamen, welche uns über den Fluss von Puxi nach Pudong brachte. Bezahlt haben wir für die Überfahrt nur 2 Yuan pro Person. Auf der anderen Seite angekommen waren wir sehr beeindruckt vom Anblick der hohen Türme. Darunter der Shanghai Tower und der Jin Mao Tower. Dem Letzteren haben wir auch noch einen kurzen Besuch abgestattet. Wenn man in diesen nämlich hineinspaziert und mit dem Aufzug in den 53. Stock fährt, landet man direkt in der Lobby des Grand Hyatt Hotels. Von hier aus hat man einen wunderbaren Ausblick über die Stadt und das Beste daran – man zahlt nichts dafür.

Durch Zufall haben wir dann noch die Shanghai IFC Mall entdeckt, welche wirklich äußerst luxuriös ist. Hier sind alle Marken von Gucci bis Michael Kors vertreten, besonders gefallen hat mir aber die coole bunte Tee-Stube. Die Shanghai IFC Mall ist für Normalos wohl mehr zum Schauen und Staunen, als tatsächlich zum Kaufen geeignet. Ein Blick hinein lohnt sich jedoch und wer einfach nur eine saubere Toilette sucht, ist hier auch an der richtigen Adresse.

Zum Abschluss gönnten wir uns noch leckere salzige und süße Pancakes bei Mr. Pancakes, bevor wir uns wieder auf den Weg zum Flughafen machten. Ein weiterer sehr langer Flug stand bevor.

Wir hatten nicht viel Zeit für Shanghai und die Stadt hat bestimmt noch mehr zu bieten. Leider habe ich aber bisher noch nie so viele unfreundliche Menschen auf einem Haufen erlebt. Kaum einer lächelt, kaum einer ist hilfsbereit. Ein Volk, das ein bisschen so wirkt als hätte man ihm die Lebensfreude ausgesaugt. Wir waren auf jeden Fall froh, dass wir 11 Stunden später in Sydney in lauter freundliche und entspannte Gesichter blicken durften.

Places to be/see/do:
– eine Fahrt mit der Maglev vom Flughafen in die Stadt (und/oder zurück)
People’s Square und der angrenzende Park
– die Nanjing Road entlangschlendern
– Dumplings probieren
The Bund entlang schlendern und ein Foto von der Skyline machen
–  mit der Fähre nach Pudong und die Türme bestaunen
– die Aussicht vom Jin Mao Tower in der Lobby vom Grand Hyatt Hotel genießen
– die Shanghai IFC Mall besuchen

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Nizza, Monaco & die Côte d’Azur

Sich zwei Wochen lang immer auf dieselbe Liege am selben Strand zu klatschen – das war noch nie so wirklich meins. Sogar eine Woche lang ist mir das meist schon zu viel.

Ein Urlaub ist für mich dann perfekt, wenn ich auf Erkundungstour gehen kann. Kleine Gassen erforschen, leckeres Essen entdecken, am Abend auf der Promenade flanieren – das Meer immer an meiner Seite. Und wenn man dann einmal einen Nachmittag lang einfach nur chillen mag, dann legt man sich spontan mit einem guten Buch an den Strand.
Genau das alles haben wir dieses Jahr im Juli in Nizza gefunden.
Ich muss gestehen, Nizza stand nicht ganz oben auf meiner Reisewunschliste. Nach Santorini wollte ich. Da habe ich mich wohl ein bisschen von den Fluten von weißen Häusern mit blauen Dächern auf Instagram dazu verleiten lassen. Genau diese weißen Häuser mit blauen Dächern waren jedoch auch der Grund warum sich mein Freund gewehrt hat. So in die Richtung: „Sieht ja ganz schön aus, aber was machen wir, wenn wir die weißen Häuser mit den blauen Dächern gesehen haben?“.

Nizza, meinte er dann. Eine lebendige Stadt, direkt am Meer und reihenweise Ausflugsziele in der nahen Umgebung. Ein Hin- und Rückflug um 93€ und eine große Auswahl von günstigen, zentralen und schönen Airbnbs überzeugten mich dann schlussendlich.

Und ich bin verdammt froh darüber.

Was du in Nizza tun kannst

Die Altstadt (Vieille Ville) erkunden
Auch wenn die ganze Stadt ein besonderes Flair ausstrahlt, so ist die Altstadt an Charme wohl kaum zu überbieten. Enge Gassen, unzählige Restaurants, Bars, Galerien und kleine Geschäfte. Ich hätte hier Stunden verbringen können und besonders die Atmosphäre am Abend ließ mich immer mit einem Dauergrinsen herum spazieren. Auch spät abends sitzen hier noch unzählige Menschen draußen und genießen ihre Speisen und Getränke. Die Altstadt ist lebendig und vielfältig und an ihr führt daher sowieso quasi kein Weg vorbei.

Den Ausblick vom Colline du chateau genießen
Eine wunderbare Aussicht über die gesamte Stadt sowie hinaus aufs offene Meer hat man vom Colline du chateau. Auch wenn sich hierhin verständlicherweise schon der eine oder andere Tourist verirrt, so waren wir doch überrascht wie angenehm wenig los war. Den meisten Trubel machten eigentlich die einheimischen Kinder im großen Park auf dem Hügel. Ansonsten kann man hier auf jeden Fall verweilen und auch der Wasserfall ist sehenswert.

Über den Place Masséna schlendern
Der Place Masséna ist im Grunde keine richtige Attraktion, da es sich schlichtweg um einen großen Platz handelt. Ich persönlich fand ihn jedoch mit seinen majestätischen Gebäuden so wunderschön, dass ich ihn hier trotzdem unbedingt erwähnen muss.

Dem Parc Phoenix einen Besuch abstatten
Der Parc Phoenix liegt ein bisschen außerhalb vom Zentrum der Stadt – quasi direkt beim Flughafen. Den Weg auf sich zu nehmen hat sich jedoch nur bedingt gelohnt. Zwar waren die 3€ Eintritt nicht wirklich viel, die kleinen Wasserspiele waren ganz nett und auch das Tropenhaus sehr schön. Wenn es draußen aber sowieso schon viel zu heiß ist und man ständig die Flugzeuge so laut hört als stünde man direkt auf der Startbahn, dann gibt es doch bessere Plätze, um sich die Zeit zu vertreiben.
(405 Prom. des Anglais)

Das Monastère de Cimiez besichtigen
Der öffentliche Bus bringt einen direkt vor das Monastère de Cimiez. Auf einem Hügel befindet sich hier ein Kloster mit einem netten, gut gepflegten Garten. Man kann sich dies auf jeden Fall einmal ansehen und vielleicht auch ein wenig im Garten entspannen. Wer es auslässt hat jedoch trotzdem nicht allzu viel verpasst.
(Place Jean Paul 2)

An der Promenade des Anglais entlang schlendern
Auf der Promenade des Anglais am langen Kiesstrand von Nizza ist immer etwas los. Verständlich, denn der Ausblick über das Meer lädt hier zu langen Spaziergängen ein, aber auch Restaurants und Cafés freuen sich ganztags über Kundschaft.

Das Hotel Negresco bestaunen
Aus irgendeinem Grund hat mich das Hotel Negresco von Anfang an in seinen Bann gezogen. Es wäre auf jeden Fall schön, dieses Luxushotel einmal von innen bewundern zu dürfen.
(37 Prom. des Anglais)

Was/wie du in Nizza essen kannst
Am ersten Abend sind wir von unserer Wohnung aus einfach einmal los gegangen und haben auf gut Glück etwas zu essen gesucht. Wir waren ein wenig überrascht, dass uns in der Fußgängerzone ein Pizza-Schild nach dem anderen entgegensprang und entschieden uns dann für eines der Restaurants. Später mussten wir jedoch feststellen, dass das ein Fehler war. Prinzipiell ist es immer besser, sich ein Restaurant in der Altstadt zu suchen, auch wenn man natürlich sicher auch an anderen Ecken der Stadt gut essen kann.

Empfehlenswerte Restaurants:

L’Escalinada
Super lecker, schöne Atmosphäre und das Menü ist preislich völlig in Ordnung. Am Abend öffnet es erst um 19:00 Uhr. Wer sicher einen Tisch haben möchte, schaut am besten gleich dann vorbei.
(22 Rue Pairolière)

Le bistro du fromager
Mein persönliches Highlight. Auch wenn ich für das Käsebuffet 23€ bezahlt habe und somit nicht einmal eine warme Mahlzeit hatte, war ich begeistert. Denn ich liebe Käse und wenn man sich dann noch in All-you-can-eat-Manier durch die verschiedensten Sorten von weich bis hart, von mild bis extrem würzig testen kann, dann ist das für mich der Himmel auf Erden. Noch dazu kommt die Weinkeller-Atmosphäre, der gute Service und auch die anderen Käsegerichte sahen sehr lecker aus bzw. können wir bestätigen, dass das Gratin (mit ca. 5kg geschmolzenem Käse) vorzüglich schmeckte.
TIPP: Unbedingt reservieren!
(29 Rue Benoit Bunico)

L’Ybane
Die Tische des L’Ybane stehen leider direkt neben einer kleinen Straße. Abgesehen davon ist es jedoch ein sehr nettes Restaurant mit richtig leckerem Essen und ich habe mich sogar tatsächlich einmal an die Meeresfrüchte-Spaghetti gewagt. 
(1 Rue de la Liberté)

Picknick am Strand & Frühstück von der Boulangerie
Essen in Nizza ist nicht sonderlich günstig. Was bei uns schon eher gehobenere Preise sind, ist dort so ziemlich der Durchschnitt. Ob man sich wirklich noch eine Kugel Eis gönnt, überlegt man sich darum meist zwei Mal und dass eine Pizza Margherita über 10€ kostet, daran muss man sich gewöhnen. Wir waren deshalb auch nicht drei Mal am Tag essen, sondern haben es vorwiegend auf das Abendessen beschränkt.
Aber auch wenn die Speisen relativ teuer sind, so kann man fast schon zu einem Spottpreis richtig lecker frühstücken. Denn das Preis-Leistungs-Verhältnis von den ‚Boulangeries‘ ist wirklich top.
TIPP: Was man für untertags so braucht, sollte man sich in Nizza nicht bei ‚SPAR‘ kaufen. Denn was hier SPAR ist, hat für uns eindeutig nichts mit sparen zu tun. Die anderen Supermärkte sind eindeutig günstiger.
Ein Picknick am Strand ist beispielsweise auch eine gute und günstige(re) Alternative und ich versprech es euch – kein Ausblick ist besser!

TIPP: Wenn dir die Getränke-Preise zu hoch sind: es gibt fast überall ‚Sirop à l’eau‘ zu bestellen. Das ist -wie der Name schon sagt- Sirup mit Wasser, wobei der Sirup ein wenig anders ist als wir das gewohnt sind. Wenn du Glück hast, schmeckt es richtig lecker, wenn du Pech hast, ein Tick zu süß. Ist aber auf jeden Fall die günstigste Variante, um in einem Restaurant ein Getränk mit Geschmack zu bekommen.

Wie du in Nizza von A nach B kommst

Prinzipiell würde ich auf jeden Fall von einem Mietauto abraten. Es sei denn, man ist länger unterwegs und will wirklich auch ins Landesinnere fahren. Nur für Nizza und Umgebung ist man mit Bus und Zug sicher besser bedient. Ein Busticket innerhalb der Stadt kostet pro Weg 1,50€. Ein Tagesticket kostet 5€. Manche Busse fahren häufig, andere weniger. Da sollte man sich vorher einfach informieren.
TIPP: Wenn man am Flughafen in Nizza ankommt und in die Stadt fahren möchte, auf keinen Fall einen der Busse nehmen, die direkt ‚vor der Tür‘ stehen, sondern zur Straße nach vorne gehen und eine der normalen Linien nehmen. Von denen fahren mehrere direkt an der Promenade entlang in die Stadt und sie sind mit 1,50€ viel günstiger als die ‚Tourifalle‘.

Ausflüge, die du von Nizza aus machen kannst

Auch nach Monaco kommt man einfach und günstig mit dem Bus. Dauer: ca. 1h.; Kosten: insgesamt 3€.
Nach Antibes mit dem Bus: Dauer: ca. 1h; Kosten: insgesamt 3€. Nach Antibes kann man ein wenig teurer, dafür schneller auch mit dem Zug fahren.
Nach Cannes mit dem Zug: Dauer: ca. 40 min (je nach Zug); Kosten: ca. 10€ insgesamt. Günstiger, dafür langsamer ist man auch hier mit dem Bus unterwegs.
TIPP: Um lange Wartezeiten am Bahnhof in Nizza zu vermeiden, lohnt es sich genügend Münzen für die Automaten mitzunehmen, da diese sich nicht mit Scheinen füttern lassen. Die meisten Automaten sind übrigens nur auf Französisch. 

Cannes
Über Cannes hatte ich im Vorfeld sehr viel Positives gehört. Dementsprechend waren meine Erwartungen hoch, welche jedoch nicht erfüllt wurden. Klar, die Promenade ist auch hier wunderschön und ein Vorteil ist sicher der Sandstrand. Die Stadt an sich kann meiner Meinung nach jedoch nicht mit Nizza mithalten. Es dürfen praktisch überall Autos fahren und darum war es auch einfach nicht so gemütlich.
Vom Musee de la Castre hat man einen tollen Ausblick über die Stadt, aber auch hier hat mir der Colline du chateau in Nizza besser gefallen.
Eine große Auswahl an leckeren Macarons gibt es bei Jean Luc Pelé. (36 Rue Meynadier)

Antibes 
Wie schon erwähnt, gibt es in Nizza
ausschließlich Kiesstrand. Antibes ist jedoch nicht weit von Nizza
entfernt und hat mehrere schöne Sandstrände. Am Wochenende ist hier
jedoch einiges los. Trotzdem hatten wir Glück und konnten uns
‚Front-Row‘-Plätze ergattern und so am Strand von Juan Les Pins einen
schönen und entspannten Nachmittag verbringen.

Monaco 

Casino de Monte-Carlo
Das Casino de Monte-Carlo ist auf jeden Fall ein imposanter Anblick und ein Foto davor fast schon obligatorisch. Auf dem Platz ist auch ziemlich viel los und wir hatten sogar das Glück eine richtig coole Band performen zu sehen. Von innen haben wir nur den Eingangsbereich gesehen, da es zu der Zeit auch gerade nicht geöffnet hatte. In diesem Casino zu spielen muss jedoch auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis sein.

Yachten bewundern
Wie viel Geld im Hafen von Monaco parkt, ist fast schon absurd. Ein Whirlpool an Board gehört bei den meisten Yachten zur Standardausstattung und es ist amüsant und frustrierend zugleich, sich die ganzen Prachtstücke aus der Ferne anzusehen.



Palais Princier de Monaco
Es lohnt sich auf jeden Fall zum Fürstenpalast hinauf zu gehen und mit ein wenig Glück bekommt man auch noch die Ablöse der Wachen zu sehen.

Kathedrale Notre-Dame-Immaculée
Der Anblick der Kathedrale Notre-Dame-Immaculée hat mich wirklich begeistert. Aber auch der Justizpalast gleich nebenan kann sich sehen lassen, weshalb die beiden gemeinsam ein ziemlich schönes Paar abgeben.
(4 Rue Colonel Bellando de Castro)

Der Rosengarten Von Prinzessin Grace
Von der Kathedrale zum Rosengarten war es zu Fuß und bei der Hitze eine halbe Weltreise, die sich nicht wirklich lohnte. Ein nett angelegter Garten mit den unterschiedlichsten Rosen, welche alle schön beschriftet wurden. Leider blühten die wenigsten Rosen und insgesamt wirkte alles ein wenig vernachlässigt. Vielleicht haben wir aber auch einfach nur eine unglückliche Zeit erwischt. 

Insgesamt war es wirklich ein perfekter Urlaub, der von allem etwas zu bieten hatte – genau so wie ich es mag.

Ich komme wieder. Am besten dann mit Auto und ganz viel Zeit, um Südfrankreich so richtig auszukosten.

Wer noch Fragen hat oder selbst Tipps auf Lager hat, kann sich sehr gerne in den Kommentaren melden.

VA

Citytrip: Wien – Graz – Salzburg

Wie die meisten von euch vielleicht mitbekommen haben, war ich im Mai auf einem kleinen Roadtrip. Leider nicht in den USA und auch nicht in Australien, sondern einfach ’nur‘ hier bei uns in Österreich. Dass dies aber mindestens genauso schön sein kann, hat die Fahrt durch das Salzkammergut bewiesen.
Aber fangen wir von vorne an:

Am Freitagnachmittag machten mein Freund und ich uns auf den Weg zum Opel-Werk, um unseren wichtigen Begleiter für das Wochenende abzuholen. Das Werk befindet sich in Aspern, weshalb wir die Nähe zu Niederösterreich gleich ausnutzten und ich meinen Freund zu seinem Fußballspiel in Mannsdorf fuhr.
Ich wusste bereits im Vorfeld, dass mich ein Opel Adam erwarten würde, hatte jedoch keine Ahnung wie dieser dann live genau aussehen würde. Ich war jedoch sofort begeistert. Zwar ist die Farbe ein wenig gewöhnungsbedürftig, trotzdem machte er sowohl von innen als auch von außen eine sehr gute Figur. Da ich in Wien normalerweise kein Auto habe, komme ich nicht oft zum Fahren. Umso mehr hat es mich gefreut, wieder einmal durch die Straßen cruisen zu können. Noch dazu mit einem Auto, welches sich so angenehm fahren lässt wie der Opel Adam. Es sollte jedoch erwähnt werden, dass ich von unserem Auto in Vorarlberg nicht gerade verwöhnt bin und für mich jedes bessere Auto gleich purer Luxus ist.

Auf der Fahrt von Niederösterreich zurück ins Zentrum nach Wien, wurde ich dann langsam ein wenig nervös. Ich hatte schon viel darüber gehört, wie nervenaufreibend es wäre in Wien Auto zu fahren. Gott sei Dank waren dann aber nicht mehr gar so viele Autos unterwegs und ich konnte die Strecke bis zum ibis Wien City Hotel gut meistern.
Der erste Eindruck vom Hotel war sehr positiv. Im schlichten, aber sehr schönen und sauberen Zimmer erwartete uns eine kleine Begrüßungspost inklusive Mannerschnitten. Zum Frühstück gab es dann eine Auswahl an Käse, Wurst, Müsli, Kaffee, Eierspeise, Speck, Brot etc. -alles was man für ein klassisches Frühstück so braucht. Natürlich kann man ein Buffet selten mit einem à la carte Frühstück vergleichen, aber man konnte sich über die Qualität auf keinen Fall beschweren und vor allem die Waffelstation, bei der man sich selbst frische Waffeln zubereiten konnte, fand ich persönlich sehr überzeugend.

Die Zotter Schokoladenmanufaktur in Riegersburg
Nach dem Frühstück ging es direkt weiter Richtung Graz. Mit guter Musik und ein paar Gesangseinlagen verging die Zeit dann auch ziemlich flott. Der erste Halt war jedoch nicht Graz selbst, sondern die Zotter Schokoladen Manufaktur. Gleich einmal vorweg: Ich empfehle absolut jede/r Schokoladenliebhaber/in diese ca. 16€ zu investieren. Am besten sollte man davor aber nicht allzu viel essen. Vor allem nichts Süßes! Denn neben einem kleinen Einführungs-Dokumentationsfilm über Herr Zotter, seine Familie und die Herkunft der Kakaobohne, ist die restliche Tour ein reines Vergnügen für den Gaumen. Man beginnt mit der Verkostung von noch eher weniger schmackhaften puren Bohnen, probiert sich dann durch allerlei flüssige Schokolade von weiß bis ganz dunkel und bitter. Später kommen dann Gänge, die eine einzige Aneinanderreihung von Probiersäulen sind. Jede erdenkliche Schokoladensorte kann hier gekostet werden. Erdbeere, Waldbeere, Vollmilch, 70%ige, 80%ige, Nougat, Banane,… Und meine Favoriten: Joghurt und Cashew Nougat. ‚Kosten‘ ist dabei aber eigentlich fast schon unpassend. Sich damit vollfressen trifft es eher.
Später kommt man dann zu einem größeren Raum mit tollem Ausblick und der Möglichkeit eine der Trinkschokoladen zu probieren. Beide entschieden wir uns für Zimt-Banane. Damit ja keiner (oder eher keine) danach jammert und tauschen möchte. Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung, denn obwohl wir eh schon eine Schoko-Überdosis intus hatten, war diese Trinkschokolade einfach ein Traum. In diesem Raum konnten zudem auch noch einmal ganz exotische Schokoladensorten probiert werden, von denen ich mir die außergewöhnlichen Namen nicht merken konnte. Irgendetwas mit Hanf, Blüten und ähnlichen Dingen.
Danach gab mein Freund auf. Schwächling.
Ich verspürte -wohl zum ersten Mal in meinem Leben- auch nicht mehr sonderlich den Drang weiter Schokolade zu essen. Aber da es noch einmal einen Gang mit Spezialitäten gab, probierte ich zumindest noch diese, die mich vom Namen her richtig überzeugten. Schließlich hat man nicht alle Tage ein All you can eat Schokoladen Buffet vor sich.
Das Schild Running Chocolate vor dem letzten Gang entlockte meinem Freund ein „Oh Gott!“ und auch mein Magen kapitulierte. Nichts ging mehr. Und somit gingen wir mit vollen Schoko-Bäuchen und ganz viel Glücksgefühlen wieder zurück zum Auto.

Next Stop: Graz
Ich war noch nie in Graz. Okay doch. In der Bahnhofshalle und am Flughafen. Aber sonst war ich noch nie in Graz. Fast schon traurig. Weshalb wir dieser Stadt auf jeden Fall einen Besuch abstatten wollten. Wir parkten das Auto und schlenderten durch die Straßen. Das Wetter eignete sich perfekt, um sich gemütlich draußen hinzusetzen und ein kaltes Getränk zu genießen. Danach gingen wir zur Murinsel, welche ich mir etwas spektakulärer vorgestellt hatte und bestiegen anschließend die Treppen hinauf zum Uhrturm. Die Aussicht, der Turm an sich und die Gärten rundherum mit den wunderschönen Blumen haben mich auf Anhieb fasziniert, weshalb wir noch ein wenig dort oben auf einer Sitzbank verweilten.
Später holten wir das Auto wieder ab und fuhren zu Bekannten von meinem Freund, die ein wenig außerhalb von Graz leben. Da wir aufgrund der vielen Schokolade das Mittagessen ausfallen haben lassen, war dann am Abend der Hunger -zumindest ein bisschen- wieder da und wir wurden noch mit gegrilltem Fleisch, Grillwürsten, Salat und einem Eiskaffee verwöhnt. Wir genossen den gemütlichen Abend auf der Terrasse und als dann noch der riesige Vollmond am Himmel aufging war ich hin und weg. Schade, dass meine Kamera diese Stimmung niemals so gut festhalten konnte, wie sie tatsächlich war. Aber manche Momente sind vielleicht nur für das Jetzt gedacht und nicht für die Ewigkeit.
Erst spät erledigten wir den Check-in beim ibis Graz am Hauptbahnhof. Mir persönlich gefiel das ibis Wien City besser, obwohl die Zimmer von der Einrichtung her nicht sonderlich anders waren. Dafür fand ich das Frühstück in Graz eine Spur besser, was aber wohl an dem sehr leckeren Zopf lag, womit man mich immer glücklich machen kann.

Die Fahrt durch das Salzkammergut
Viele Wege führen nach Salzburg. Wir entschieden uns für den schönsten. Vorbei an den malerischen Seen, mitten durch das strahlende Grün. Und weil das Wetter wieder nicht besser hätte sein können, legten wir einen kurzen Halt am Fuschlsee ein. Schuhe aus, die Füße ins Wasser. Ins eiskalte Wasser wohlgemerkt. Aber wenn dich draußen die Hitze plagt, ist so eine Erfrischung ja ganz angenehm.

Next Stop: Salzburg
Weiter ging die Fahrt Richtung Salzburg. Dort angekommen erfolgte sogleich der Check-in ins Mercure Salzburg City, welches so ganz nach meinem Geschmack war. Große Lobby, sehr freundliche Damen an der Rezeption, wunderschöne, saubere Zimmer mit tollem Bad. Eindeutig mein Favorit unter den drei Accor Hotels. Der Unterschied von den drei Sterne Hotels zum vier Sterne Hotel war ersichtlich. Für kurze Städtetrips, bei denen man sowieso hauptsächlich unterwegs ist, sind die ibis Hotels völlig zu empfehlen. Sie sind gut ausgestattet, das Personal ist sehr hilfsbereit und es gab bei uns auch in den Zimmern nichts zu meckern. Wer sich gerne ein bisschen mehr Luxus gönnt, fährt mit den Mercure Hotels jedoch noch besser.
Ich war auch noch nie wirklich in Salzburg. Naja, doch. Als Kind. Aber ich kann mich praktisch gar nicht mehr daran erinnern. Was mich eigentlich wundert, weil mein zweiter erster Eindruck von der Stadt ein außerordentlich positiver war und ich mich frage, warum ich nicht schon früher einen Salzburg-Trip unternommen habe.
Wir schlenderten durch die Stadt und ich verliebte mich spätestens in der Goldgasse. Wir suchten uns ein Restaurant fürs Mittagessen. „Spargel muss es dort geben!“, war meine einzige Bedingung. Gestärkt machten wir uns dann auf den Weg zur Festung Hohensalzburg. Bevor wir uns aber auf die Besichtigung derer konzentrieren konnten, mussten noch die ersten Hochrechnungen der Bundespräsidentschaftswahl am Handy gestreamt werden. Ein wenig aufgewühlt sahen wir uns dann die Festung an und waren von der Aussicht auf dem Turm begeistert. Strahlender Sonnenschein, nur ein paar helle Wolken am Himmel und unter uns die Stadt, die Berge, der Fluss, das Grün.
Im Anschluss an die Besichtigung der Festung schlenderten wir noch durch den Park vom Schloss Mirabelle. Später holten wir uns noch ein Eis (Sorte Mozartkugel für mich!) und gingen dann wieder Richtung Hotel.

Schloss Hellbrunn, Strömender Regen und das Wahlergebnis
Nach einer Nacht im Mercure Salzburg City machten wir uns auf den Weg zum Schloss Hellbrunn. Von außen sieht es sehr schön aus, die Ausstellung drinnen war jedoch weniger überzeugend. Obwohl das Wetter leider nicht mehr ganz so toll war wie die Tage zuvor, sahen wir uns die Wasserspiele an. Scheinbar war ich hier auch schon als Kind, aber wie gesagt – ich erinnere mich kaum und sowieso ist die Wahrnehmung als Kind immer irgendwie eine komplett andere. Die Wasserspiele waren aber sehr nett und besonders als Familie sollte man sie sich auf jeden Fall ansehen.
Danach machten wir uns auch schon wieder auf den Heimweg. Der Regen ließ dann nicht mehr lange auf sich warten und zeigte sich in seiner vollen Pracht. Während ich versuchte im strömendem Regen überhaupt noch irgendetwas von der Autobahn zu sehen, aktualisierte mein Freund sekündlich die Twitter-Meldungen zur Bundespräsidentschaftswahl und versuchte den ORF-Stream zum Laufen zu bringen. Die Erleichterung ließ lange auf sich warten.
Trotz Regen schafften wir es sicher wieder zurück nach Wien und ich bekam den ‚anstrengenden Wiener Verkehr‘ dann doch noch so richtig zu spüren.
Nicht sonderlich gerne verabschiedete ich mich dann vom kleinen Cityflitzer am Opel-Werk.

Es war ein aufregender Kurztrip. Für meinen Geschmack aber auch viel zu kurz. Weil Graz und Salzburg definitiv mehr Zeit verdient hätten und ich generell nicht zurück in den Alltag wollte.
Aber jetzt heißt es noch einmal durchbeißen. Die Masterarbeit hinter mich bringen und den Auszug aus meiner Wohnung stressfrei zu überstehen, damit ich dann erleichtert in den Sommer starten kann, wo die nächste Reise auf mich wartet!

VA

*ein großes Dankeschön an Opel und Accor Hotels