valeriannala
meine Worte

Easy

Und manchmal lähmt es mich. Das alles. Weil es überall passiert. Weil ich nicht mehr hinter her komme. Was sind die? Und was bin ich? Zu viele Fußspuren im Sand und ich finde meine nicht mehr. Meinen Weg, den ich gehen muss.
Ich muss mir zu viele Gedanken machen und weiß nicht, wer das überhaupt sagt. Woher kommt das Müssen? Ständig über uns lauernd.
Ich will Texte schreiben, die scheiße sind, obwohl sie gut sein müssten.
Ich will inspirationslos sein, weil mich gerade nichts inspiriert.
Manchmal will ich mich nicht zusammen reißen, Anstand bewahren. Manchmal will ich nichts erklären, ich will verstanden werden.
Warum ständig auf Sicherheiten warten, wenn jede Sekunde meine Welt stehen bleiben kann. Wenn jeder Tropfen das Meer verändert. Jetzt. Jederzeit.

Und manchmal lähmt es mich. Das alles. Weil es so leicht sein könnte, aber an jeder Litfaßsäule steht „kompliziert“.
Manchmal bin ich mein größter Feind und wir streiten uns. Und ich hasse das. Weil eigentlich nicht ich das größte Übel bin, sondern das was ich mit mir mache.
Glücklich ist jeder manchmal, doch die wenigsten sind zufrieden. Die wenigsten finden Frieden mit sich und der Welt. Und während sie suchen, verkrampft und verzweifelt, wächst Wut und Hass und Angst. Gegen sich selbst, getarnt im Mantel des „immer die anderen“.
So will ich nie enden. Ich will keinen Neid, keine Reue und kein tief schmerzendes Bedauern verspüren. Ich will keine Lücke in mir, denn wenn man ganz ist, lebt es sich leichter.

Und manchmal lähmt es mich. Das alles. Weil ich oft 10 Schritte nach vorne mache und 9 wieder zurück. Weil sich die Fortschritte wie Rückschritte anfühlen, wie ein Sich-im-Kreis-drehen.
Hier war ich doch schon einmal. Schon oft. Vielleicht helfen Richtungswechsel, vielleicht Sprünge, vielleicht sollte ich manchmal fliegen anstatt zu gehen. Mich leichter machen, damit die Schwerkraft mich nicht so erdrückt.
Der Zug, für den ich First-Class-Tickets habe, rast an mir vorbei. Lässt mich stehen. Im Regen. Und ich bin wieder gelähmt. Ich wollte mit, habe gebucht. Alle sitzen drinnen und winken mir zu.
Neben mir spielt Avril Lavigne „Complicated“, aber ich wünsche mir „Easy“ von Cro.
Vielleicht sind First-Class-Tickets nicht immer so sehr Gold wie sie glänzen. Vielleicht brauche ich keinen Expresszug. Welches Ziel hat man, wenn man am Ziel ist?

Und manchmal lähmt es mich. Das alles. Dann scheint das Aufgeben eine zartere Versuchung als Milka zu sein. Alles hinschmeißen, wegschmeißen, nicht immer erfahren was andere machen, sondern selbst Erfahrungen machen.
Aber ich gehe immer weiter. 10 Schritte nach vorne, 9 wieder zurück. Manchmal da schaffe ich mehr. Und manchmal weniger. Das ist egal, das ist gut so, denn selbst der Worst-Case ist immer noch Hoffnung.
Ich lasse alles passieren, komm nicht hinterher, aber vielleicht irgendwann mit Anlauf und einem großen Sprung.
Die vielen Fußspuren im Sand sind gleichgültig, wenn das Meer sie verwischt.

Immer wieder neu.
Immer wieder Neustart.

Easy.

VA

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6 Comments

  • Reply
    Linh
    20. Februar 2016 at 21:35

    sehr schön geschrieben 🙂

    http://www.inhighfashionlaune.com

  • Reply
    Priscilla
    22. Februar 2016 at 12:15

    wow, toll geschriebener Text :).

    Liebe Grüße
    Priscilla

  • Reply
    Nena Nguyen
    1. März 2016 at 13:34

    Wow, toller Text! 🙂

    Lg,
    Nena
    http://nenangyn.blogspot.co.at

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