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Flüchtlinge willkommen – ein Geburtstag mit Tausenden Freunden

Ein Essen mit Freunden. So feierte Aytekin Yilmazer seinen Geburtstag bisher immer. Dieses Jahr auch. Mit einem einzigen kleinen Unterscheid: Er lernte seine Freunde erst bei der Party kennen.

Der Innenhof einer Moschee, Tausende Flüchtlinge und ca. 120 Helfer. Ein gemeinsames Essen. Eine Party für und mit den Menschen, welche im nahegelegenen Lager in Traiskirchen untergebracht sind.
„Warum?“, wurde er von allen Seiten gefragt. „Weil ich diesen Menschen einfach ein bisschen Abwechslung von ihrem tristen Alltag und die Gewissheit, dass sie hier willkommen sind schenken möchte. Schlussendlich war dann für mich die entscheidende Frage nicht ‚Warum?‘, sondern ‚Wie?‘!“
Doch auch darauf fiel ihm die Antwort nicht schwer. Social Media sei Dank waren fleißige Helfer bald gefunden und Geschenke von seinen Freunden werden dieses Jahr in Form von Spenden eintrudeln.

Über Facebook wurde ich auf die Veranstaltung aufmerksam und war sofort begeistert von der Idee. Gemeinsam mit einigen anderen freiwilligen Helfern begannen wir gestern bereits um 12:00 Uhr mit den Vorbereitungen. Zelte mussten aufgestellt, Tische geputzt und hergerichtet, Teller abgewaschen, Brot geschnitten und die Essensausgabe-Station aufgebaut werden. Auch wenn sich kaum jemand zuvor kannte, herrschte sofort eine lockere und sehr positive Atmosphäre. Es war offensichtlich, dass jeder mit anpacken wollte, damit es schlussendlich ein unvergesslicher Abend werden würde.

Bereits um 18:00 Uhr versammelten sich vor dem Gebäude unzählige Flüchtlinge, welche zuvor unter anderem über Flyer und Zettel an Zäunen informiert wurden. Pünktlich um 19:00 Uhr ging es dann los und das Essen wurde verteilt. Strahlende Gesichter nicht nur bei den Kindern und auch gute Laune bei all jenen, die noch draußen warteten bis sie an der Reihe waren.

Generell verlief alles sehr geregelt und somit wurden die im Vorfeld auf Facebook geäußerten Bedenken von „besorgten Bürgern“ widerlegt. Aytekin reagierte jedoch schon vor der Veranstaltung sehr gelassen auf Hasskommentare und nannte alle Zweifler noch einmal persönlich beim Namen, um sie zum Essen einzuladen. Sie sollten sich somit selbst ein Bild von dem Geschehen machen.
„Liebe gewinnt!“, war sein Statement dazu.

Ein klein wenig „Normalität“ zurückgewinnen. Für viele Flüchtlinge in den verschiedensten Lagern und Heimen eine Seltenheit. Und doch wurde mit diesem Event ein wohltuender Tropfen auf den heißen Stein gefeiert. Denn schließlich sollte „Refugees Welcome“ nicht einfach nur der Hashtag des Jahres 2015 werden und eine inhaltsleere Phrase bleiben. Die Idee dahinter muss auch tatsächlich in die Tat umgesetzt werden.
Mit kleinen oder großen Gesten, die zeigen: Ihr seid hier willkommen! Ihr gehört zu uns!
Wir sind alle Menschen.
Und die Liebe, die ist das was uns verbindet – egal woher wir kommen.

VA

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