valeriannala
Wien

Frühstück im ‚Café Z‘

Als Kind war es für mich immer das Allergrößte mit meinen Cousins bei meiner Uroma zu übernachten. Wir gründeten -inspiriert durch die Knickerbocker- unsere eigene Bande, stellten den riesigen Dachboden auf den Kopf und bauten uns eine Hütte. Wir verdienten Geld für unsere Banden-Kassa, indem wir von Haus zu Haus gingen und selbst gepflückte Blumensträuße verkauften oder unseren eigenen Flohmarkt aufbauten. Nur bei unserer Uroma durften wir am Morgen immer extra früh aufstehen, um uns Tom Turbo und Darkwing Duck anzusehen. Kurzum, bei Uroma fühlten wir uns wohl. Das war zu Hause. Hier waren wir sicher.

Und als ich den Teppich am Boden vom Café Z erblickte, war mein erster Gedanke: Omi. Denn genau so einer liegt auch bei ihr im Wohnzimmer.

Die Vielfalt ist das Besondere. Wenn man sich dank Good Morning Vienna durch die Landschaft der Frühstückslokale in Wien testen darf. In dem einen fühlt man sich wie eine Prinzessin, in dem anderen in die Kindheit bei Omi zurück versetzt.

Das Café Z ist von außen recht unscheinbar. Auch die Inneneinrichtung ist schlicht und klassisch. Kein großer Schnickschnack und ein bisschen Retro-Style. Ein besonderes Flair verpassen dem Ganzen die Schriftzüge ‚TOREI‘ ‚KONDI‘, sowie ‚MAYER‘ und ‚ANGEL‘, welche auch gleich ein Stück Geschichte des Cafés erzählen. Früher befand sich nämlich in diesen Räumlichkeiten die Konditorei Angelmayer.

Beim Durchblättern der Karte ist mir gleich positiv aufgefallen, dass auf der letzten Seite auf die Herkunft der Produkte hingewiesen wird. So heißt es: „Die Zutaten für die Speisen stammen Großteils aus biologischer Landwirtschaft (Eier, Getreide, Butter), wurden regional eingekauft oder selber geerntet.“ Außerdem kommt die Marille aus einem eigenen Garten auf der Schmelz und wird im Café zu Marmelade verarbeitet. Die Säfte und Limonaden kommen von Kleinbetrieben, das Brot von der Bäckerei Schrott und das Eis von der Eisdiele Daniel. Zudem wird die Energie von Ökostrom geliefert.

 

Die Frühstückskarte ist eher klein und klassisch. Sie besteht hauptsächlich aus Handsemmerl mit Butter, Marmelade/Honig, Spiegel- und Rührei und Schinken, Käse und Aufstrich. Ein Special sind hier eindeutig die hausgemachten Crêpes, welche es mit Ahornsirup, für Mutige jedoch auch zusätzlich zum Sirup mit Schinken und Spiegelei gibt.
Die Preise sind wirklich sehr in Ordnung. Die teuerste Kombi ist das ‚Café Z komplett‘ für 7,20€ mit Spiegel- oder Rührei, Handsemmerl mit Butter, Crêpe mit Ahornsirup und kleinem Smoothie.

Ich habe mich für ein Butterbrot mit Schnittlauch (1,80€) und ein Crêpe mit Ahornsirup (3,10€) sowie einen Smoothie (2,50€) entschieden. Meine zwei Begleiter nahmen jeweils das ‚Café Z komplett‘ und waren mit Geschmack und Qualität sehr zufrieden.
Ich persönlich fand den Smoothie zwar sehr erfrischend, jedoch ist er mit 0,12l doch sehr klein. Das Schnittlauchbrot war sehr lecker, vom Crêpe war ich jedoch so richtig begeistert. Ich habe wirklich selten so ein leckeres gegessen und hätte darum bestimmt noch zwei verdrücken können. Zum Schluss habe ich mir dann noch eine heiße Ingwer-Limonade gegönnt. Für die kalte Jahreszeit auf jeden Fall perfekt!

Zusammenfassend: 
Ambiente: Schlichte Einrichtung mit besonderem Retro-Flair. Die Sitzmöglichkeiten sind zum Teil (im vorderen Bereich) vielleicht weniger bequem als anderswo, jedoch fühlt man sich trotzdem wohl.
Service: Persönlich, unkompliziert und unaufdringlich.
Qualität: Sehr hochwertige Produkte, was man auch schmeckt! Somit auch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Auswahl: Die Auswahl könnte ein wenig größer sein. Für Liebhaber des klassischen Frühstücks ist es ausreichend, ich persönlich habe jedoch Dinge wie Müslivariationen und mein heißgeliebtes Croissant vermisst. Dafür lohnt es sich alleine schon wegen den fantastischen Crêpes einmal vorbei zu schauen!

Café Z
Meiselstraße 2
1150 Wien
(Frühstück ganztags ab 10:00 Uhr. Montage und Feiertage sind Ruhetage.)

VA

*Ein großes Dankeschön an Café Z

You Might Also Like...

No Comments

Leave a Reply

*