valeriannala
meine Worte

Goodbye Comfort Zone

Gemütlich. Alles wäre doch gerade so gemütlich und angenehm. Ich hatte mich eingenistet. Das hier war mein Wohlfühlnest. Ich habe es mir ausgesucht. Ich habe mich hineingelegt und langsam sehe ich darin den Abdruck meines Körpers. In diesem Nest würde ich bleiben, das war klar. Das war damals klar, das war noch bis vor einigen Wochen glasklar. Es würde alles in eine Richtung laufen. Eine Richtung die jeder kennt, die jeder geht. Jeder ähnlich, nur nicht zu sehr anders. Mit dem Nest immer ganz nah. Nie mehr als 10 Schritte davon entfernt. Die einen wünschen es sich noch. Ich hab es schon. Es hat den Abdruck meines Körpers. Sei doch endlich mal zufrieden.

Woher überhaupt der Gedanke, dass ich keinen Plan hätte? Er lag ja da. Der Plan. Schon die ganze Zeit. Mitten auf dem Tisch. Alles stimmig, machte Sinn. Ganz angenehm, ganz unkompliziert. Genau so wie es sein sollte. Genau so, wie man sich wünscht, dass das Leben sich anfühlt. Alles was ich tun musste, war ihn mir ansehen, ihn aufnehmen, ihn befolgen. Das konnte doch nicht so schwer sein. Ich hatte schon viele Pläne gesehen, aufgenommen, befolgt.

Der Plan war unterschrieben von vielen. Investoren. Nur ohne Geld. Möchtegern-Investoren. Meinungs-Investoren. Sie richten ihre Augen auf mich. Jede Handlung wird beobachtet, analysiert, hinterfragt. Ich bräuchte ihn doch nur anzusehen, aufzunehmen, zu befolgen. Ganz angenehm, ganz unkompliziert. Jeder Lebensbereich ganz wunderbar. Ich war doch prädestiniert -so wie alle- für dieses Wohlfühlnest mit Abdruck.

Alles war glasklar. Das Glas liegt jetzt in Scherben und das ist gar nichts Schlechtes. Ich darf mir die Stücke nun aussuchen. Ich darf sie neu zusammen setzen. Genau so, wie mir das gefällt. Vielleicht wird das Fenster dann zum Spiegel und ich sehe mich.

Gemütlich. Alles wäre doch gerade so gemütlich und angenehm. Aber während ich in meinem warmen Nest liege. So gleichmäßig vor mich hin träumend. So geschützt und umsorgt. Denke ich mir: „Was wäre wenn?“ . Wenn ich doch einfach. Und könnte ich nicht? Wäre jetzt nicht genau richtig? Ist JETZT nicht immer genau richtig?

Was wäre wenn? Ich schlafe mit dem Gedanken ein. Ich wache mit dem Gedanken auf und er fühlt sich unangenehm an. Unangenehm richtig. Ich halte den Gedanken. Ich halte ihn zwei Tage lang. Richtig unangenehm. Unangenehm richtig.

So etwas muss ich mir doch nicht antun. Da wird mein Nest nicht mitkommen. 1000 Schritte davon entfernt.

Was wäre wenn? Ich halte den Gedanken zwei Tage und merke, dass ich dadurch für mich eine Grenze überschreite. Etwas Neues wage. Mich herausfordere, genau dort wo ich es brauche.

Ich schalte meinen Kopf aus, lass mich leiten von irgendwas in mir, das immer wieder fragt: „Was wäre wenn?“. Ich drücke auf „Flug buchen“ und weiß gleichzeitig, dass es unangenehm werden wird. Im wahrsten Sinne des Wortes.

 
VA

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2 Comments

  • Reply
    Katja Heinemann
    4. Mai 2017 at 6:10

    oh, wo gehts denn dieses Mal hin? *-*

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      5. Mai 2017 at 13:56

      Folgt bald :)!

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