valeriannala
meine Worte

Ich muss anfangen zu beginnen

Jetzt ist er gleich da. Der Tag. Fett markiert in meinem Kalender. D-Day, Tag X, Jour J.
Er lächelt mich verstohlen an, liebäugelt mit meinen Schwächen, flirtet mit mir, aber will mich doch eigentlich nur aus der Reserve locken. Er will, dass ich zeige ob ich zu etwas tauge, oder doch nur ein Sprüche klopfender Nichtsnutz bin.

Reden kann jeder. Reden tut jeder. Labern, immer nur labern. Und die Taten? Die liegen dann irgendwo Galaxien entfernt Däumchen drehend herum. Verständlich, dass mein auserkorener Tag dies satt hat. Verständlich, dass er sich zuerst einmal entspannt zurücklehnt und wartet, was ihm von mir so geboten wird. Wie ein König, der mich mit einem Daumen nach unten vernichten kann.
Und ich? Ich nähere mich zitternd der Arena, schwer bewaffnet mit all den guten Vorsätzen, mit all dem selbst auferlegten Druck und den großen Hoffnungen und Erwartungen.
Ich fühle wie mich das Schicksal auf die Probe stellen will. Ich fühle wie es mir eigentlich wohlgesinnt ist, aber mir doch auch nicht das Glück wie bei „Money Maker“ durch den Windkanal zufallen lassen will.
„Du musst dich anstrengen!“, flüstert es mir zu. „Du musst es wollen! Vom Haaransatz bis in die kleinen Zehen.“ Und ich weiß es hat recht. Und ich weiß inzwischen, dass nur ich allein dafür verantwortlich bin, was ich mit meinem Leben anstelle.

Jetzt ist er gleich da. Der Tag. Fett markiert in meinem Kalender. D-Day, Tag X, Jour J. Er fände es schön mich scheitern zu sehen. Schön fände er es, wieder einmal einen schwachen Naivling in die Knie gezwungen und seine Visionen begraben zu haben. Aber ich glaube ich bin jetzt bereit. Muss es fast sein. Denn irgendwie ist das hier nun ein „Jetzt oder in 40 Jahren!“, ein „Jetzt oder vielleicht nie!“. Und alles liegt in meiner Hand.
Man kann die Verantwortung für das eigene Glück niemandem in die Schuhe schieben. Womöglich läuft der sonst noch damit davon.

Das ist sie also, meine Reifeprüfung. Die Eigentliche, die Wirkliche. Der Tag geht keine Kompromisse ein und kommt mir keinen Schritt entgegen. Ich muss sie alleine gehen, die volle Strecke. Jetzt oder vielleicht nie.
Er schleicht sich schon an, will mich testen. Meine Willensstärke, meine Immunität gegen scheiß innere Schweinehunde, gehypte Comfort Zones und Firstworld-Ängste.

Ich bin hier, ich bin bereit.

Jetzt oder in 40 Jahren.
Jetzt oder vielleicht nie.

Nie.
Oder vielleicht jetzt…

VA

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8 Comments

  • Reply
    Zunder
    1. September 2015 at 17:22

    Super schön geschrieben! Und ich kann ganz genau nachvollziehen, wie es dir gerade geht…denn ich stehe vor einer (so scheint es mir) ähnlichen Entscheidung / ähnlichem Weg!

    Ich denke aber, wenn du dran bleibst und du es wirklich willst, kannst du es rocken. Auch wenn der Weg manchmal beschwerlich wird. 😉

    Liebst, Elisa
    http://www.elisazunder.de

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      3. September 2015 at 15:38

      Dankeschön <3
      Danke auch für das Mut zusprechen – das braucht man manchmal 🙂

      Wünsche dir auch ganz viel Erfolg bei deinem Vorhaben! Manchmal ist "einfach tun" wohl das Erfolgsrezept ;)!

  • Reply
    Maribel
    2. September 2015 at 16:19

    Jeder ist seines eigenes Glückes Schmied, ja so heißt es. Und ich weiß nicht, was es ist aber… tu es! Niemand von uns will irgendwann da sitzen und irgendwann bereuen. Denn am Ende bereuen wir nur das, was wir eben nicht getan haben. Himmel, so viele Phrasen, Sprichwörter. Aber es ist einfach so.

    Achso, das Kleid steht dir einfach mal unglaublich gut! Ich bin gerade ganz baff <3

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      3. September 2015 at 15:32

      Es ist tatsächlich einfach so! Du hast vollkommen recht!

      Vielen Dank für das liebe Kompliment <3 🙂

  • Reply
    annosarusrex
    2. September 2015 at 18:52

    mir geht es schon seit einer weile ganz genauso! ich bin gerade dabei etwas langersehntes umzusetzen, brauche aber eine gefühlte ewigkeit dafür! hoffe es ist bald geschafft und ich kann endlich mal wirklich stolz auf mich sein! den poppes hochzukriegen ist manchmal ganz schön schwer, selbst wenn es für etwas ist, das man liebt. irgendwie paradox. aber es ist eben so. jedenfalls bei mir.

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      3. September 2015 at 15:32

      Ich verstehe dich absolut :D. Etwas unbedingt wollen und dann aber trotzdem immer vor sich herschieben – richtig dumm ;). Aber wir schaffen das!! Und dann können wir endlich wirklich stolz auf uns sein!

  • Reply
    Sandy
    2. September 2015 at 21:09

    sehr schöner text, du hast einen tollen schreibstil! und das kleid was du trägst gefällt mir auch suuper gut 🙂

    Sandy http://unaddicted-heart.blogspot.de/

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