Valeria Anna Lampert | Autorin. Psychologin. Publizistin.
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Mein erster Skydive (inkl. Video)

Es stand eigentlich nie auf meiner Liste. Weder auf der Australien-To-Do-Liste, noch auf irgendeiner ‚Bucketlist‘. Aus mehreren tausend Metern aus einem Flugzeug zu springen war für mich immer so absurd, dass ich mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht hatte, ob ich es einmal machen möchte oder nicht. Bis ich darauf aufmerksam wurde, dass es in Australien einige ziemlich coole Spots gibt, um einen Skydive zu wagen.
Es passierte dann alles ziemlich spontan. Genauer gesagt informierte ich mich drei Tage vor dem Sprung über die Angebote, fasste nach ein paar Stunden hin und her überlegen den Entschluss und buchte daraufhin sofort.
Die Angst vor einem solchen Sprung war dann schlussendlich geringer als die Angst gegen meinen inneren Schweinehund und die Ängstlichkeit an sich zu verlieren. Ich musste es tun. Und sobald der Entschluss gefasst war, war ich auch hauptsächlich glücklich und aufgeregt und die Angst rückte generell in den Hintergrund.

Ich hatte auch nicht viel Zeit mir darüber noch länger Gedanken zu machen und schon war er da, der Tag. Erstaunlicherweise konnte ich in der Nacht davor richtig gut schlafen und ich war auch am Vormittag nicht sonderlich nervös. Die ersten Anzeichen von Nervosität kamen erst, als ich darauf wartete bis es endlich losging. Wir stiegen in ein sehr kleines Flugzeug, welches nicht einmal Sitze hatte. Geschweige denn Gurte oder irgendetwas an dem man sich gut festhalten hätte können. Es war nicht nur mein erster Sprung aus einem Flugzeug. Es war auch mein erster Flug mit einer solchen Maschine und es war ein ungewohntes Gefühl darin einfach wie in einem Kofferraum zu sitzen, während man sieht wie unten die ganze Welt immer kleiner wird.

Die ersten ‚Warum mache ich das eigentlich noch einmal genau?‘-Gedanken gingen mir durch den Kopf. Gott sei Dank erreichte ich aber ziemlich schnell ein surreales Gefühl von ‚Mir ist jetzt alles egal, ich lasse es einfach passieren!‘. Dieses Gefühl war es auch, welches mich bis zum Schluss nicht wirklich nervös werden ließ. Klar, ein paar Gedanken à la ‚Ich will unbedingt wieder lebend und ganz da unten ankommen!‘ kreisten in meinem Kopf, aber in meinem Bauch fühlte ich keine Nervosität. Ich wollte einfach endlich springen. Und als der Pilot dann ankündigte wir wären gleich da, fühlte ich mich bereit. Die Tür wurde geöffnet, ich begab mich in die zuvor besprochene ‚Absprung-Pose‘ und dann ging alles ganz schnell. Ich hatte keine Zeit nachzudenken und wollte es auch gar nicht mehr.

Dann bin ich geflogen. Nein, zuerst gefallen. Zu Beginn ein komplett lähmendes Gefühl. Weil der Körper wohl nicht sofort checkt was gerade passiert. Der starke Gegenwind ließ mich nicht richtig atmen, aber als dies wieder funktionierte bin ich einfach nur noch gefallen. Unter mir das Meer und die Landschaft Australiens.
Einen kurzen ‚Okay, bei dieser Geschwindigkeit wäre es wohl schon echt ganz gut, wenn der Fallschirm aufgehen würde.‘-Gedanken gab es. Die restliche Zeit war ich vollkommen aufgelöst, hin und weg und außer mir.
Der Moment in dem der Fallschirm aufging war dann trotzdem erleichternd und danach ist es nur noch ein genüssliches Fliegen. Gleiten. Es fühlt sich verrückt und herrlich zugleich an.

Als wir dann schon langsam auf die ‚Landebahn‘ zuflogen, konnte ich nicht glauben, dass es schon vorbei sein sollte. Bis man vollkommen realisiert was da gerade passiert, ist man nämlich schon fast wieder mit beiden Füßen auf dem Boden.

Ich hätte definitiv nichts gegen einen zweiten Sprung gehabt. Wäre sofort ins nächste Flugzeug gestiegen und noch einmal hoch. Noch einmal fallen. Fliegen. Und noch mehr genießen!

VA

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4 Comments

  • Reply
    Monika Andres
    6. Dezember 2016 at 15:34

    Wow,
    was für ein einmalig tolles Erlebnis. Ich würde mich das nicht trauen…absolut toller Post und ein super Video (Y)

    ganz lieben Gruß

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      6. Dezember 2016 at 23:00

      Ja das war es eindeutig 🙂
      Vielen Dank und liebe Grüße 🙂

  • Reply
    Edith Brandtner - Plötzlich Frei
    7. Dezember 2016 at 7:29

    Tolle Eindrücke und die Beschreibung deines Gefühls ist bewegend. Ich kann mir es ganz gut vorstellen, wie der Moment vor dem Sprung ist. Ich weiß nun nicht, ob ich es wagen würde.
    Danke, dass du uns darüber teilhaben lässt.
    LG
    Edith

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      11. Dezember 2016 at 13:03

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Sehr gerne lasse ich euch daran teilhaben 🙂
      Liebe Grüße,
      Valeria

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