Sich zwei Wochen lang immer auf dieselbe Liege am selben Strand zu klatschen – das war noch nie so wirklich meins. Sogar eine Woche lang ist mir das meist schon zu viel.

Ein Urlaub ist für mich dann perfekt, wenn ich auf Erkundungstour gehen kann. Kleine Gassen erforschen, leckeres Essen entdecken, am Abend auf der Promenade flanieren – das Meer immer an meiner Seite. Und wenn man dann einmal einen Nachmittag lang einfach nur chillen mag, dann legt man sich spontan mit einem guten Buch an den Strand.
Genau das alles haben wir dieses Jahr im Juli in Nizza gefunden.
Ich muss gestehen, Nizza stand nicht ganz oben auf meiner Reisewunschliste. Nach Santorini wollte ich. Da habe ich mich wohl ein bisschen von den Fluten von weißen Häusern mit blauen Dächern auf Instagram dazu verleiten lassen. Genau diese weißen Häuser mit blauen Dächern waren jedoch auch der Grund warum sich mein Freund gewehrt hat. So in die Richtung: „Sieht ja ganz schön aus, aber was machen wir, wenn wir die weißen Häuser mit den blauen Dächern gesehen haben?“.

Nizza, meinte er dann. Eine lebendige Stadt, direkt am Meer und reihenweise Ausflugsziele in der nahen Umgebung. Ein Hin- und Rückflug um 93€ und eine große Auswahl von günstigen, zentralen und schönen Airbnbs überzeugten mich dann schlussendlich.

Und ich bin verdammt froh darüber.

Was du in Nizza tun kannst

Die Altstadt (Vieille Ville) erkunden
Auch wenn die ganze Stadt ein besonderes Flair ausstrahlt, so ist die Altstadt an Charme wohl kaum zu überbieten. Enge Gassen, unzählige Restaurants, Bars, Galerien und kleine Geschäfte. Ich hätte hier Stunden verbringen können und besonders die Atmosphäre am Abend ließ mich immer mit einem Dauergrinsen herum spazieren. Auch spät abends sitzen hier noch unzählige Menschen draußen und genießen ihre Speisen und Getränke. Die Altstadt ist lebendig und vielfältig und an ihr führt daher sowieso quasi kein Weg vorbei.

Den Ausblick vom Colline du chateau genießen
Eine wunderbare Aussicht über die gesamte Stadt sowie hinaus aufs offene Meer hat man vom Colline du chateau. Auch wenn sich hierhin verständlicherweise schon der eine oder andere Tourist verirrt, so waren wir doch überrascht wie angenehm wenig los war. Den meisten Trubel machten eigentlich die einheimischen Kinder im großen Park auf dem Hügel. Ansonsten kann man hier auf jeden Fall verweilen und auch der Wasserfall ist sehenswert.

Über den Place Masséna schlendern
Der Place Masséna ist im Grunde keine richtige Attraktion, da es sich schlichtweg um einen großen Platz handelt. Ich persönlich fand ihn jedoch mit seinen majestätischen Gebäuden so wunderschön, dass ich ihn hier trotzdem unbedingt erwähnen muss.

Dem Parc Phoenix einen Besuch abstatten
Der Parc Phoenix liegt ein bisschen außerhalb vom Zentrum der Stadt – quasi direkt beim Flughafen. Den Weg auf sich zu nehmen hat sich jedoch nur bedingt gelohnt. Zwar waren die 3€ Eintritt nicht wirklich viel, die kleinen Wasserspiele waren ganz nett und auch das Tropenhaus sehr schön. Wenn es draußen aber sowieso schon viel zu heiß ist und man ständig die Flugzeuge so laut hört als stünde man direkt auf der Startbahn, dann gibt es doch bessere Plätze, um sich die Zeit zu vertreiben.
(405 Prom. des Anglais)

Das Monastère de Cimiez besichtigen
Der öffentliche Bus bringt einen direkt vor das Monastère de Cimiez. Auf einem Hügel befindet sich hier ein Kloster mit einem netten, gut gepflegten Garten. Man kann sich dies auf jeden Fall einmal ansehen und vielleicht auch ein wenig im Garten entspannen. Wer es auslässt hat jedoch trotzdem nicht allzu viel verpasst.
(Place Jean Paul 2)

An der Promenade des Anglais entlang schlendern
Auf der Promenade des Anglais am langen Kiesstrand von Nizza ist immer etwas los. Verständlich, denn der Ausblick über das Meer lädt hier zu langen Spaziergängen ein, aber auch Restaurants und Cafés freuen sich ganztags über Kundschaft.

Das Hotel Negresco bestaunen
Aus irgendeinem Grund hat mich das Hotel Negresco von Anfang an in seinen Bann gezogen. Es wäre auf jeden Fall schön, dieses Luxushotel einmal von innen bewundern zu dürfen.
(37 Prom. des Anglais)

Was/wie du in Nizza essen kannst
Am ersten Abend sind wir von unserer Wohnung aus einfach einmal los gegangen und haben auf gut Glück etwas zu essen gesucht. Wir waren ein wenig überrascht, dass uns in der Fußgängerzone ein Pizza-Schild nach dem anderen entgegensprang und entschieden uns dann für eines der Restaurants. Später mussten wir jedoch feststellen, dass das ein Fehler war. Prinzipiell ist es immer besser, sich ein Restaurant in der Altstadt zu suchen, auch wenn man natürlich sicher auch an anderen Ecken der Stadt gut essen kann.

Empfehlenswerte Restaurants:

L’Escalinada
Super lecker, schöne Atmosphäre und das Menü ist preislich völlig in Ordnung. Am Abend öffnet es erst um 19:00 Uhr. Wer sicher einen Tisch haben möchte, schaut am besten gleich dann vorbei.
(22 Rue Pairolière)

Le bistro du fromager
Mein persönliches Highlight. Auch wenn ich für das Käsebuffet 23€ bezahlt habe und somit nicht einmal eine warme Mahlzeit hatte, war ich begeistert. Denn ich liebe Käse und wenn man sich dann noch in All-you-can-eat-Manier durch die verschiedensten Sorten von weich bis hart, von mild bis extrem würzig testen kann, dann ist das für mich der Himmel auf Erden. Noch dazu kommt die Weinkeller-Atmosphäre, der gute Service und auch die anderen Käsegerichte sahen sehr lecker aus bzw. können wir bestätigen, dass das Gratin (mit ca. 5kg geschmolzenem Käse) vorzüglich schmeckte.
TIPP: Unbedingt reservieren!
(29 Rue Benoit Bunico)

L’Ybane
Die Tische des L’Ybane stehen leider direkt neben einer kleinen Straße. Abgesehen davon ist es jedoch ein sehr nettes Restaurant mit richtig leckerem Essen und ich habe mich sogar tatsächlich einmal an die Meeresfrüchte-Spaghetti gewagt. 
(1 Rue de la Liberté)

Picknick am Strand & Frühstück von der Boulangerie
Essen in Nizza ist nicht sonderlich günstig. Was bei uns schon eher gehobenere Preise sind, ist dort so ziemlich der Durchschnitt. Ob man sich wirklich noch eine Kugel Eis gönnt, überlegt man sich darum meist zwei Mal und dass eine Pizza Margherita über 10€ kostet, daran muss man sich gewöhnen. Wir waren deshalb auch nicht drei Mal am Tag essen, sondern haben es vorwiegend auf das Abendessen beschränkt.
Aber auch wenn die Speisen relativ teuer sind, so kann man fast schon zu einem Spottpreis richtig lecker frühstücken. Denn das Preis-Leistungs-Verhältnis von den ‚Boulangeries‘ ist wirklich top.
TIPP: Was man für untertags so braucht, sollte man sich in Nizza nicht bei ‚SPAR‘ kaufen. Denn was hier SPAR ist, hat für uns eindeutig nichts mit sparen zu tun. Die anderen Supermärkte sind eindeutig günstiger.
Ein Picknick am Strand ist beispielsweise auch eine gute und günstige(re) Alternative und ich versprech es euch – kein Ausblick ist besser!

TIPP: Wenn dir die Getränke-Preise zu hoch sind: es gibt fast überall ‚Sirop à l’eau‘ zu bestellen. Das ist -wie der Name schon sagt- Sirup mit Wasser, wobei der Sirup ein wenig anders ist als wir das gewohnt sind. Wenn du Glück hast, schmeckt es richtig lecker, wenn du Pech hast, ein Tick zu süß. Ist aber auf jeden Fall die günstigste Variante, um in einem Restaurant ein Getränk mit Geschmack zu bekommen.

Wie du in Nizza von A nach B kommst

Prinzipiell würde ich auf jeden Fall von einem Mietauto abraten. Es sei denn, man ist länger unterwegs und will wirklich auch ins Landesinnere fahren. Nur für Nizza und Umgebung ist man mit Bus und Zug sicher besser bedient. Ein Busticket innerhalb der Stadt kostet pro Weg 1,50€. Ein Tagesticket kostet 5€. Manche Busse fahren häufig, andere weniger. Da sollte man sich vorher einfach informieren.
TIPP: Wenn man am Flughafen in Nizza ankommt und in die Stadt fahren möchte, auf keinen Fall einen der Busse nehmen, die direkt ‚vor der Tür‘ stehen, sondern zur Straße nach vorne gehen und eine der normalen Linien nehmen. Von denen fahren mehrere direkt an der Promenade entlang in die Stadt und sie sind mit 1,50€ viel günstiger als die ‚Tourifalle‘.

Ausflüge, die du von Nizza aus machen kannst

Auch nach Monaco kommt man einfach und günstig mit dem Bus. Dauer: ca. 1h.; Kosten: insgesamt 3€.
Nach Antibes mit dem Bus: Dauer: ca. 1h; Kosten: insgesamt 3€. Nach Antibes kann man ein wenig teurer, dafür schneller auch mit dem Zug fahren.
Nach Cannes mit dem Zug: Dauer: ca. 40 min (je nach Zug); Kosten: ca. 10€ insgesamt. Günstiger, dafür langsamer ist man auch hier mit dem Bus unterwegs.
TIPP: Um lange Wartezeiten am Bahnhof in Nizza zu vermeiden, lohnt es sich genügend Münzen für die Automaten mitzunehmen, da diese sich nicht mit Scheinen füttern lassen. Die meisten Automaten sind übrigens nur auf Französisch. 

Cannes
Über Cannes hatte ich im Vorfeld sehr viel Positives gehört. Dementsprechend waren meine Erwartungen hoch, welche jedoch nicht erfüllt wurden. Klar, die Promenade ist auch hier wunderschön und ein Vorteil ist sicher der Sandstrand. Die Stadt an sich kann meiner Meinung nach jedoch nicht mit Nizza mithalten. Es dürfen praktisch überall Autos fahren und darum war es auch einfach nicht so gemütlich.
Vom Musee de la Castre hat man einen tollen Ausblick über die Stadt, aber auch hier hat mir der Colline du chateau in Nizza besser gefallen.
Eine große Auswahl an leckeren Macarons gibt es bei Jean Luc Pelé. (36 Rue Meynadier)

Antibes 
Wie schon erwähnt, gibt es in Nizza
ausschließlich Kiesstrand. Antibes ist jedoch nicht weit von Nizza
entfernt und hat mehrere schöne Sandstrände. Am Wochenende ist hier
jedoch einiges los. Trotzdem hatten wir Glück und konnten uns
‚Front-Row‘-Plätze ergattern und so am Strand von Juan Les Pins einen
schönen und entspannten Nachmittag verbringen.

Monaco 

Casino de Monte-Carlo
Das Casino de Monte-Carlo ist auf jeden Fall ein imposanter Anblick und ein Foto davor fast schon obligatorisch. Auf dem Platz ist auch ziemlich viel los und wir hatten sogar das Glück eine richtig coole Band performen zu sehen. Von innen haben wir nur den Eingangsbereich gesehen, da es zu der Zeit auch gerade nicht geöffnet hatte. In diesem Casino zu spielen muss jedoch auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis sein.

Yachten bewundern
Wie viel Geld im Hafen von Monaco parkt, ist fast schon absurd. Ein Whirlpool an Board gehört bei den meisten Yachten zur Standardausstattung und es ist amüsant und frustrierend zugleich, sich die ganzen Prachtstücke aus der Ferne anzusehen.



Palais Princier de Monaco
Es lohnt sich auf jeden Fall zum Fürstenpalast hinauf zu gehen und mit ein wenig Glück bekommt man auch noch die Ablöse der Wachen zu sehen.

Kathedrale Notre-Dame-Immaculée
Der Anblick der Kathedrale Notre-Dame-Immaculée hat mich wirklich begeistert. Aber auch der Justizpalast gleich nebenan kann sich sehen lassen, weshalb die beiden gemeinsam ein ziemlich schönes Paar abgeben.
(4 Rue Colonel Bellando de Castro)

Der Rosengarten Von Prinzessin Grace
Von der Kathedrale zum Rosengarten war es zu Fuß und bei der Hitze eine halbe Weltreise, die sich nicht wirklich lohnte. Ein nett angelegter Garten mit den unterschiedlichsten Rosen, welche alle schön beschriftet wurden. Leider blühten die wenigsten Rosen und insgesamt wirkte alles ein wenig vernachlässigt. Vielleicht haben wir aber auch einfach nur eine unglückliche Zeit erwischt. 

Insgesamt war es wirklich ein perfekter Urlaub, der von allem etwas zu bieten hatte – genau so wie ich es mag.

Ich komme wieder. Am besten dann mit Auto und ganz viel Zeit, um Südfrankreich so richtig auszukosten.

Wer noch Fragen hat oder selbst Tipps auf Lager hat, kann sich sehr gerne in den Kommentaren melden.

VA

3 Comments

  1. Avatar Markus 28. September 2016 at 9:02

    Hallo Valeria,
    sehr schöne Geschichte, erinnert mich gleich wieder an meine Reisen an die Cote d'Azur, Nizza und Monaco.
    Ich kann deine Tipps voll und ganz unterschreiben und hab sehr ähnliche Erlebnisse genossen.
    Meine Favourites waren die Promenade in Nizza, die Altstadt mit den kleinen Gassen und Häusern, und Monaco mit dem Yachthafen und den berühmten Plätzen entlang der Formel 1 Strecke und dem Luxus, das ist auch ein ganz besonderes Flair!
    Malerisch schöne Fotos hast du da auch gemacht!
    Ciao Markus
    http://www.markusjerko.at/photo/nizza-is-nice/

    Reply
    1. Valeria Anna Valeria Anna - Site Author 29. September 2016 at 7:55

      Hallo Markus,
      danke, es freut mich, dass dir mein Beitrag gefällt und du auch eine schöne Zeit dort hattest 🙂
      Liebe Grüße,
      Valeria

      Reply
  2. Avatar India-Liliane 19. Oktober 2016 at 9:08

    Ein oder zwei Tage am Strand gehören sicherlich dazu, besonders wenn man an einem der bekanntesten Strände Europas Urlaub macht. Im Prinzip gebe ich Dir aber Recht. Es gibt viel zu viel schönes zu sehen, um die ganze Zeit faul auf der Haut zu liegen. Deswegen habe wir uns auch einen Mietwagen in Nizza genommen, und die nahe und weite Umgebung erkundet. Traumhaft!!

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