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Original Vorarlberger Riebel – So wird’s gemacht!

Ich bin sehr stolz euch heute einen ganz besonderen Post bieten zu können. Wobei viele wahrscheinlich diese Besonderheit die er für mich hat nicht ganz nachvollziehen können. Darum fange ich von vorne an:
Riebel ist laut Wikipedia ein „einfaches Maisgericht“ und gehört zu Vorarlberg ungefähr so wie Ketchup zu den Pommes. Da niemand ihn so gut macht wie meine Uroma und ich die ersten 3 Jahre meines Lebens bei ihr gewohnt habe und auch jetzt noch ein sehr gutes Verhältnis zu ihr pflege, bin ich praktisch mit diesem leckeren Gericht aufgewachsen und sehne mich danach auch jetzt noch immer wenn ich längere Zeit in Wien bin. Vor Kurzem habe ich darum meine Kamera, einen Block und einen Stift eingepackt und bin zu meiner Uroma gefahren. Gefühlt habe ich mich wie Karla Kolumna und aufgeschrieben habe ich jeweils die einzelnen Schritte, die man braucht um den perfekten Riebel selbst zu machen. Meine Omi hat extra für mich versucht die Küchenwaage zu verwenden. Bei ihr passiert das normalerweise nämlich alles „noch Guatdünka“ (–> nach Gutdünken).
Zuerst zur richtigen Riebel-Ausrüstung: eine schwere Eisenpfanne!
(Alternativ kann auch eine normale Pfanne verwendet ist, was jedoch für die Ur-Riebler aus praktischen und vielleicht auch geschmacklichen Gründen weniger üblich ist.):

Was ihr für ca. 4 Personen braucht:

1 Liter Wasser
Salz
Öl
ca. 300g Maismehl
ca. 300g Weizengrieß
genügend Butter („Mädchen, verwende nie RAMA oder Ähnliches! IMMER Butter!!“)

Die Vorgehensweise:

In einen Topf geben wir 1 Liter Wasser und zusätzlich einen nicht zu kleinen Schuss Öl. Dadurch ist uns gesichert, dass der Riebel später nicht unten fest sitzt. Zusätzlich wird das Wasser mit ca. 3-4 Priesen (nach Gutdünken ;)!) Salz versehen und dann zum Kochen gebracht.

Die 300g Maismehl und 300g Weizengrieß werden untereinander gemischt. Meine Uroma hat dazu einen großen Behälter in dem sie immer schon eine fertige Mischung zubereitet hat, weil sie jeden Montag für ca. 10 Leute Riebel kocht.

Die Mischung wird dann unter ständigem Rühren langsam in das kochende Wasser geleert.

Dabei wird die Hitze reduziert und nachdem ihr die ganze Menge noch ein paar Mal umgerührt habt und sie mehr oder weniger fest ist, kann der Topf ganz von der Platte genommen werden und dort ca. 5 Minuten ruhen.

 

In der Riebelpfanne bringen wir nun ca. 2-3 EL Butter zum Schmelzen und geben dann die Riebelmasse dazu. Jetzt kommen die Armmuskulatur und dieses Eisending ins Spiel, welches ich immer „Stupfer“ nenne, aber auf keinen Fall so heißen kann. Auf jeden Fall wird der Riebel nun zerteilt bzw. eben „gstupft“. (Wie ich gerade dank Google festgestellt habe, kann man diese Tätigkeit auch schlicht und einfach als „riebeln“ bezeichnen. Ein anderes deutsches Wort dafür wäre „zerstoßen“.)

Die erste Runde „stupfa“ ist nun erledigt und wir können den halb fertigen Riebel vorübergehend in einem Teller auskühlen lassen.

Zwischenzeitlich bereitet meine Uroma „brotne Hördöpfl“ vor. Was jetzt klingt wie irgendeine Krankheit sind einfach Kartoffeln, die zuerst gesotten werden, dann in eine Pfanne gerieben und schlussendlich mit viel Butter angebraten werden. An unserem „Riebel-Montag“ gibt es nämlich meistens auf der einen Seite normalen Riebel und auf der anderen Seite Riebel der mit „brotna Hördöpfl“ vermischt ist.

Kommen wir aber wieder zum eigentlichen Riebel. Den geben wir (nachdem er ein bisschen ausgekühlt ist) ein zweites Mal in die Pfanne. Je nachdem wie trocken der Riebel ist, kommt noch einmal ein bisschen Butter dazu und es wird weiter „gstupft“.

 

Das war dann auch schon die ganze Zauberei, welche schlussendlich so aussehen sollte:

Mit was man den Riebel isst? Ich glaube das ist von Familie von Familie, wenn nicht von Person zu Person unterschiedlich. Zumindest habe ich schon die verschiedensten Variationen von ‚mit Honig‘ über ‚mit Apfelmus‘ bis ‚mit Marmelade‘ gehört und meine Omi tunkt in beispielsweise einfach in den Kaffee.
Für mich gibt es allerdings nur eine einzige wahre Art und Weise wie man Riebel isst: Den Kartoffelriebel einfach nur mit Zucker und den normalen Riebel mit Zucker, warmer Milch und einem Schuss Kaffee. Es gibt nichts Besseres!!

Mahlzeit 🙂 !

VA

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9 Comments

  • Reply
    Roxana
    20. Februar 2013 at 13:52

    Klingt echt lecker! 🙂

  • Reply
    Chrissy
    21. Februar 2013 at 14:48

    Jaaaa, ich find auch, dass es lecker klingt!!

    Lieb ste GRüße

    Frau Huegel

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      24. Februar 2013 at 21:15

      Danke, es gibt für mich echt nichts Besseres :D!

  • Reply
    Rina
    21. Februar 2013 at 20:03

    Das sieht sehr lecker aus auch wenn ich mir wirklich nicht vorstellen kann wie es schmeckt. 🙂

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      24. Februar 2013 at 21:16

      Ja stimmt, wenn man es noch nie gegessen hat, dann kann man es sich wahrscheinlich schwer vorstellen. Aber ich bin mir sicher es würde dir schmecken – es MUSS einfach jedem schmecken :D!

  • Reply
    Norba
    26. Februar 2013 at 19:14

    Lustiger Post! und deine Urli ist ja ganz eine liebe 🙂 Bei uns im Bgld nennt man sowas ähnliches "Sterz". Ich kenne keinen Riebel, aber er sieht verdammt lecker aus 🙂
    lg Manu

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      27. Februar 2013 at 11:21

      Ich habe "Sterz" gerade gegoogelt – sieht echt voll ähnlich aus. Aber ich glaube es schmeckt schon ein bisschen anders 🙂

  • Reply
    Lisa Lait
    28. Januar 2014 at 23:31

    Cool, schon wieder einen österreichischen Blog entdeckt. Da freu ich mich immer ganz besonders drüber 🙂
    Also, ich bin ja der Meinung, dass der Riebel nur in Vorarlberg ein richtiger Riebel ist und so gut schmeckt (ist ungefähr so, wie bei uns der Heidensterz in der Steiermark :D) ich kannte bisher nur die Variante in süß mit Apfelmus. Und ich liebe solch einfaches Essen, weils einfach am Besten schmeckt 🙂

    Ich finde die Bilder mit deiner Uroma übrigens total süß 🙂

    Liebste Grüße
    Lisa

    http://www.mycafeaulait.at

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