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Mein erster Skydive (inkl. Video)

Es stand eigentlich nie auf meiner Liste. Weder auf der Australien-To-Do-Liste, noch auf irgendeiner ‚Bucketlist‘. Aus mehreren tausend Metern aus einem Flugzeug zu springen war für mich immer so absurd, dass ich mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht hatte, ob ich es einmal machen möchte oder nicht. Bis ich darauf aufmerksam wurde, dass es in Australien einige ziemlich coole Spots gibt, um einen Skydive zu wagen.
Es passierte dann alles ziemlich spontan. Genauer gesagt informierte ich mich drei Tage vor dem Sprung über die Angebote, fasste nach ein paar Stunden hin und her überlegen den Entschluss und buchte daraufhin sofort.
Die Angst vor einem solchen Sprung war dann schlussendlich geringer als die Angst gegen meinen inneren Schweinehund und die Ängstlichkeit an sich zu verlieren. Ich musste es tun. Und sobald der Entschluss gefasst war, war ich auch hauptsächlich glücklich und aufgeregt und die Angst rückte generell in den Hintergrund.

Ich hatte auch nicht viel Zeit mir darüber noch länger Gedanken zu machen und schon war er da, der Tag. Erstaunlicherweise konnte ich in der Nacht davor richtig gut schlafen und ich war auch am Vormittag nicht sonderlich nervös. Die ersten Anzeichen von Nervosität kamen erst, als ich darauf wartete bis es endlich losging. Wir stiegen in ein sehr kleines Flugzeug, welches nicht einmal Sitze hatte. Geschweige denn Gurte oder irgendetwas an dem man sich gut festhalten hätte können. Es war nicht nur mein erster Sprung aus einem Flugzeug. Es war auch mein erster Flug mit einer solchen Maschine und es war ein ungewohntes Gefühl darin einfach wie in einem Kofferraum zu sitzen, während man sieht wie unten die ganze Welt immer kleiner wird.

Die ersten ‚Warum mache ich das eigentlich noch einmal genau?‘-Gedanken gingen mir durch den Kopf. Gott sei Dank erreichte ich aber ziemlich schnell ein surreales Gefühl von ‚Mir ist jetzt alles egal, ich lasse es einfach passieren!‘. Dieses Gefühl war es auch, welches mich bis zum Schluss nicht wirklich nervös werden ließ. Klar, ein paar Gedanken à la ‚Ich will unbedingt wieder lebend und ganz da unten ankommen!‘ kreisten in meinem Kopf, aber in meinem Bauch fühlte ich keine Nervosität. Ich wollte einfach endlich springen. Und als der Pilot dann ankündigte wir wären gleich da, fühlte ich mich bereit. Die Tür wurde geöffnet, ich begab mich in die zuvor besprochene ‚Absprung-Pose‘ und dann ging alles ganz schnell. Ich hatte keine Zeit nachzudenken und wollte es auch gar nicht mehr.

Dann bin ich geflogen. Nein, zuerst gefallen. Zu Beginn ein komplett lähmendes Gefühl. Weil der Körper wohl nicht sofort checkt was gerade passiert. Der starke Gegenwind ließ mich nicht richtig atmen, aber als dies wieder funktionierte bin ich einfach nur noch gefallen. Unter mir das Meer und die Landschaft Australiens.
Einen kurzen ‚Okay, bei dieser Geschwindigkeit wäre es wohl schon echt ganz gut, wenn der Fallschirm aufgehen würde.‘-Gedanken gab es. Die restliche Zeit war ich vollkommen aufgelöst, hin und weg und außer mir.
Der Moment in dem der Fallschirm aufging war dann trotzdem erleichternd und danach ist es nur noch ein genüssliches Fliegen. Gleiten. Es fühlt sich verrückt und herrlich zugleich an.

Als wir dann schon langsam auf die ‚Landebahn‘ zuflogen, konnte ich nicht glauben, dass es schon vorbei sein sollte. Bis man vollkommen realisiert was da gerade passiert, ist man nämlich schon fast wieder mit beiden Füßen auf dem Boden.

Ich hätte definitiv nichts gegen einen zweiten Sprung gehabt. Wäre sofort ins nächste Flugzeug gestiegen und noch einmal hoch. Noch einmal fallen. Fliegen. Und noch mehr genießen!

VA

1 second everyday – 1 Jahr in 365 Sekunden

Ich habe es getan.
Jeden Tag.
Ein Jahr lang.
1 Sekunde pro Tag.
365 Sekunden im Jahr.
Ein Jahr meines Lebens im Schnelldurchlauf.

Wovon ich spreche?
Die App „one second everyday“ hat mich nun ein Jahr lang begleitet. Täglich habe ich eine Sekunde meines Lebens festgehalten. Vom 22.12.2014 bis zum 22.12.2015. Und jetzt ist es endlich soweit. Ich halte das Ergebnis „in Händen“ und bin irgendwie stolz, dass ich es durchgezogen habe, obwohl ich dafür ja eigentlich gar nicht so viel tun musste.

Ich habe mein Projekt kurz nachdem ich das Video eines Freundes gesehen habe voller Motivation begonnen. Am Anfang war es furchtbar leicht. Schließlich war es kurz vor Weihnachten. Eine aufregende Zeit, in der man viel auf Märkten ist, Freunde trifft, die man schon länger nicht mehr gesehen hat, mit der Familie feiert und die Ferien genießt – in meinem Falle in London. Täglich ein Highlight zu finden war also leicht. Es war an solchen Tagen sogar eher schwer sich für einen einzigen Höhepunkt zu entscheiden.
Mitte Jänner und im Alltag angekommen, musste ich dann jedoch feststellen, dass ein „Durchschnittsleben“ nicht jeden Tag Halligalli ist. Schließlich verbrachte ich fast den gesamten Monat in der Bibliothek und lernte für Prüfungen. Aufgeben kam jedoch nicht in Frage. „one second everyday“ für 2 Wochen ist nämlich in 14 Sekunden vorbei und nicht so ein berauschendes Ergebnis.
Man lernt dann mit der Zeit, dass das Besondere auch in den Kleinigkeiten liegen kann. Ein Blick auf das Farbenspiel des Himmels nach einem langen Lerntag. Ein köstliches Essen, auf das man sich schon lange gefreut oder gemeinsam mit Freunden gekocht hat. Das wohlige Gefühl, wenn man am Abend erleichtert ins Bett fällt und sich unter die Decke kuschelt. Die Lieblingsserie, die einen beruhigt und hilft zu entspannen…
Zudem verbringt kein Mensch jeden Tag eines Jahres in absoluter Hochstimmung. Ein verzweifeltes Gesicht, der triste Ausblick an einem grauen Tag und ein Wien, das im Schneegatsch versinkt, gehören für mich genauso zum Leben wie auch die Partys, die Konzerte und die Reisen.

Danke an alle die dabei waren und auch danke für die Geduld mit meiner ständigen Filmerei! (welche dafür gesorgt hat, dass auch 2 Mittelfinger im Video gelandet sind ;)!)

VA