valeriannala
meine Worte

Kolumne: Über die Klarheit & den Fokus

Für 2016 wünschte ich mir Zeit

Ich wünsche mir Zeit. Zeit für mehr „Ich will.“ und weniger „Ich muss.“
Zeit für Gespräche mit interessanten Menschen. Nicht mit jenen die laut an der Oberfläche brüllen, sondern mit jenen, die in der Tiefe flüstern.
Zeit Artikel zu lesen und nicht nur die Überschriften.
Zeit, um Zeichen zu erkennen.
Ich wünsche mir Zeit.
Mehr Zeit für das bewusste Leben.

Für 2017 wünschte ich mir Mut:

Ich wünsche mir den Mut Entscheidungen zu treffen die mich glücklich machen, auch wenn sie unvernünftig sind. Unerwartet.
Ich wünsche mir den Mut unperfekt zu sein.
Ich wünsche mir den Mut nicht den einfachen Weg zu gehen. Den vermeintlich angenehmen, geregelten. Mut, zuerst alle möglichen Umwege auszuprobieren. Mit dem Strom schwimmen kann ich später immer noch.
Ich wünsche mir den Mut Veränderungen nicht zu vermeiden.
Mut, keine Angst zu haben.
Um später nichts bereuen zu müssen.

Ich hatte keinen bestimmten Wunsch für 2019. Ein paar bestimmte, aber nicht einen, der das Ganze zusammenfasst und über allem steht. Bis jetzt. Was sich in den ersten knapp zwei Monaten dieses Jahres herauskristallisiert hat ist, dass für mich momentan „Klarheit“ ein ganz zentraler Faktor ist. Man könnte es auch „Fokus“ nennen. Auf das was was ich vom Leben möchte. Wirklich möchte. Denn wenn ich zurückblicke, sehe ich es. Dass ich meist dann unglücklich war, wenn ich nicht gewusst habe was ich will. Und dadurch Entscheidungen getroffen bzw. nicht getroffen habe, die mich nur noch weiter in die falsche Richtung lenkten.
Wenn man nicht weiß, was man will. Wenn man keine Klarheit hat, lässt man sich viel zu leicht von Dingen und Menschen beeinflussen. Weil man nach Anhaltspunkten sucht. Und sich auf alles wirft, wovon man meint, es könnte einem diese geben. Meinungen von anderen, ein zu großer Pool an Möglichkeiten, überwältigende Gedanken – das alles kann dazu führen den Fokus zu verlieren.
Ich habe ihn sehr oft verloren, diesen Fokus. Verliere ihn manchmal noch immer. Aber in letzter Zeit merke ich mehr und mehr, wie ich langsam die Segel richtig setze und den Wind ausnutze, anstatt gegen ihn anzukämpfen. Ich merke, dass sich die Kompass-Nadel beruhigt. Der Norden nun klarer wird. Und auch erreichbarer scheint. Nebelschwaden lichten sich. Der Weg ebnet sich, ich muss nur noch gehen.

Eine wichtige Erkenntnis für mich war: Wenn ich erfolgreich mit dem sein möchte, was ich am liebsten tue und worin ich mich am kompetentesten fühle, dann sollte das Ziel nicht „Erfolgreich sein“ sein. Sondern: „Das tun, was ich am liebsten tue und worin ich mich am kompetentesten fühle.“

Für 2019 wünsche ich mir Klarheit. Ich wünsche mir, dass das was ich im Ansatz nun schon spüre immer stärker wird. Dass ich meinen Fokus finde und mich Ablenkungen jeglicher Art nicht mehr hingebe.

Es war schon immer da, das was ich will. Logisch, es ist ja ein Teil von mir.

Andere wissen vielleicht schon mit 20 wer sie sind und was sie wollen. Andere wissen es mit 80 immer noch nicht. Aber das hier, das ist mein Tempo und ich weiß, dass nur dieses zählt. Mein Tempo ist gemütlich, entspannt. Während ich in den letzten Jahren ununterbrochen gerannt bin. Vielleicht war auch genau das das Problem, ich war schneller als ich selbst. Habe die Klarheit irgendwo auf der Strecke liegen gelassen. Und mich dann gewundert, warum ich sie nicht finde.

Ich wünsche mir Klarheit. Ich wünsche mir Fokus. Den Kompass in der Hand.

VA

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