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meine Worte

Warum ich dem Bloggen eine zweite Chance gebe

Ich öffne WordPress. Will mich einloggen. Einfach so. Zwischendurch. Der guten alten Zeiten willen. Ich weiß mein Passwort nicht mehr. Prinzipiell würde mich das nicht weiter wundern. Bei irgendwelchen Seiten. Da bin ich Stammkunde des „Passwort vergessen“-Buttons. Dann ärgere ich mich jedes Mal und schreibe mir trotzdem wieder nichts auf. Aber das ist eine ganz andere Geschichte. 
WordPress. Ich weiß mein Passwort für meinen eigenen Blog nicht mehr. Das tut weh. Weil er so lange mein Baby war. Manchmal besser behütet und manchmal schlechter. Aber immer mein Baby. Und jetzt weiß ich mein Passwort nicht mehr. Wie ist das passiert?

Fast ein Jahr ist es nun her, seit sich hier auf dem Blog halbwegs aktiv war. Das ist okay so. Das ist gut so. Denn das Bloggen hat mich zu diesem Zeitpunkt viel mehr genervt, als dass es mir Spaß gemacht hätte. Warum? Das kann ich gar nicht so genau sagen. Es war vermutlich eine Mischung aus mehreren Faktoren. Ich fühlte mich inspirationslos, demotiviert. Ich hatte keine Lust mehr meine Gedanken mit anderen Menschen zu teilen und von diesen auch noch analysiert zu werden. Vor allem konnte ich mich jedoch auch schon lange nicht mehr mit diesem Begriff der Bloggerin identifizieren. Weil sich inzwischen jedes 19-jährige Mädchen, dessen Instagram Account rein aus Bikini- und Unterwäsche-Fotos in seltsamen Posen besteht, als Bloggerin bezeichnet. Es hat mich genervt, frustriert, mich immer wieder die Intelligenz der Menschheit in Frage stellen lassen. Und schlussendlich, und vermutlich lag genau da der Fehler, mich selbst.

Ich klicke mich durch meine ältesten Beiträge. Ich klicke mich durch Beiträge, bei denen ich versucht habe anderen zu gefallen. Eine Rolle zu spielen. Ich sehe, wie ich mich durch meinen Blog entwickelt und verändert habe. Reifer geworden bin. Wie Prioritäten neu gesetzt wurden. Ich mag das. Ich mag es diesen Prozess schwarz auf weiß lesen zu können, auch wenn die Dokumentation dessen nun in den Weiten der „Entwürfe“ archiviert ist. 
Ich klicke mich durch Beiträge, bei denen ich mir denke „Hey, das ist gut! Warum hast du nicht genau so weiter gemacht?“. Und habe keine gute Erklärung dafür. 

Seit einiger Zeit verfolgt mich nun das Gefühl. Das Gefühl, dass ich das hier noch nicht für immer aufgeben möchte. Denn, wenn man einmal genau darüber nachdenkt, ist so ein Blog schon etwas richtig Geniales. Ich wollte immer schreiben. Ich wollte immer selbst entscheiden worüber. Ich wollte damit immer etwas bewirken. Kleine Wellen schlagen.

Der Macho-Typ, über den ich in diesem Beitrag schreibe, wurde -wenn’s stimmt- suspendiert. Außerdem haben mich in meinem Heimatort sehr viele Menschen auf den Artikel angesprochen. Menschen, die froh darüber waren, dass die allseits bekannte Problematik endlich von jemandem angesprochen wurde.

Eine einfache Story auf meinem Instagram-Account hat dazu geführt, dass das Thema „Gleichberechtigung in der Gisinger Pfarrgemeinde“ öffentlich diskutiert wurde. Noch hat sich zwar leider nichts an dem diskriminierenden Umstand geändert, aber es wurde zumindest thematisiert. Warum nicht schon früher? Das weiß keiner so genau. Aber jede große Veränderung beginnt schließlich mit dem ersten kleinen Schritt.

Mein Blog gibt mir eine Stimme, eine Möglichkeit Menschen zu erreichen. Ich habe durch ihn tolle Personen kennengelernt, er hat mich an Orte gebracht, an die ich sonst nie gekommen wäre und hat mir in vielerlei Hinsicht geholfen herauszufinden was ich will und was nicht. Was ich bin und was die anderen.

Vor allem soll und kann mir dieser Blog jedoch auch zu einer Schreibroutine verhelfen, welche ich mir seit geraumer Zeit sehr wünsche und aus irgendeinem Grund aber nicht schaffe so zu etablieren, wie ich mir das vorstelle.

Fast ein Jahr ist es nun her, seit sich hier auf dem Blog halbwegs aktiv war. Das ist okay so. Das ist gut so.  Die Distanz war befreiend. Damals hat es sich richtig angefühlt eine Pause zu machen, jetzt fühlt es sich richtig an wieder weiter zu machen.
Das ist okay so. Das ist gut so. Und ich freue mich darauf. 

VA

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6 Comments

  • Reply
    Carolin
    24. August 2018 at 20:58

    Willkommen zurück! Ich freue mich, dass du wieder schreiben möchtest. 🙂

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      26. August 2018 at 14:52

      Dankeschön <3 🙂

  • Reply
    Jürgen Koller
    29. August 2018 at 12:09

    Endlich 🙂

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      29. August 2018 at 21:57

      <3 :D

  • Reply
    Teresa
    7. September 2018 at 21:15

    eine sooooo gute Entscheidung, das mit der 2. Chance…..

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      8. September 2018 at 11:51

      dankeschön :)!

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