valeriannala
meine Worte

Life Update: Wenn die Zukunft dunkel ist

Ich klicke das nächste Video an, obwohl ich das eigentlich gar nicht müsste. Schließlich habe ich nun Netflix und Netflix meint, wenn ich es in 15 Sekunden nicht schaffe mich loszureißen, habe ich eh schon verloren. Soll Netflix das nur machen. Mein Schweinehund wehrt sich kein Stück dagegen. Ganz im Gegenteil. Der freut sich über noch mehr Unterstützung. Und während ich dies selbst damit zu rechtfertigen versuche, dass ich momentan nun einmal nicht so gut drauf bin oder zur Abwechslung einfach einmal faul sein will, merke ich, dass dies nur dumme Ausreden sind. Ich bin nicht faul. Mich macht nichts nervöser als faul zu sein. Ein Tag nichts tun und ich bin unzufrieden, zwei Tage nichts tun und ich werde gereizt, drei Tage nichts tun und ich bin für mich (und andere) unausstehlich. Und während ich feststelle, dass mein Netflix-Konsum nichts mit Faulheit zu tun hat und dieses ‚Ich bin halt grad nicht so gut drauf.‘ auch nur zur Selbstberuhigung dient, merke ich, dass ich Angst habe. Eine neue Angst. Die sich unglaublich langsam angeschlichen hat und mir erst jetzt mit voller Wucht ins Gesicht schlägt. Eine Angst, die mich erst jetzt richtig zusammen brechen lässt. Die mir zeigt, dass diese Freiheit, die ich mir jahrelang herbei gesehnt hatte, gar nicht so furchtbar romantisch ist, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Ich hatte diese Angst vielleicht schon einmal im Kleinen. Nach der Matura. Aber da war ich 17 und mit 17 nimmt es dir keiner Übel, dass du keinen Plan hast, was du mit deinem Leben machen sollst. Niemand, außer ich selbst vielleicht. Weil ich immer die mit Plan war. Immer die Zielstrebige, die Ehrgeizige. Nach einem halben Jahr Au-pair und insgesamt 6 verschiedenen Inskriptionen auf der Uni, war ich dann wieder in meinem Element. Voll auf Kurs. Zwei Studien. Weil eines ganz bestimmt zu wenig ist und das jeder kann. Zwei Studien und mir war klar, dass mehr als Mindeststudienzeit für mich absolut nicht in Frage kam. Master war es dann nur noch einer. Zusatzausbildungen zwei. Praktika vier, längerfristige Jobs einer, dazu ein zeitaufwendiges kleines Herzensprojekt namens Blog und das alles in 5 Jahren.

Jetzt steh‘ ich da. Und jeder sagt: ‚Du hast so viel erreicht.‘ Ich stehe da und mich interessiert nichts von all dem was da auf dem Papier steht. Weil ich Angst habe. Und mir all das nicht hilft. Weil es höchstens schlechte Anker sind. Dinge, die ich erzähle, wenn mich jemand fragt, was ich denn ’so mache‘. Ich erzähle was ich gemacht habe. Damit ich mich über die Frage nach dem Jetzt hinwegretten kann und jeder einmal seinen „Oh Psychologie, dann muss ich jetzt aber aufpassen was ich sage.“-Schmäh anbringen kann. Ich tu dann so, als ob ich ihn zum ersten Mal höre und belohne ihn mit einem gezwungenen Lächeln.

Meine Freunde sind inzwischen (fast) alle Project Manager, Controller, Junior Consultant oder sonst irgendwas in einem großen Unternehmen. Das klingt super fancy und ich freu mich für sie alle. Aber im Grunde sind es auch wieder nur diese Ganztags-Bürojobs bei denen man ein Mini-Rädchen im großen System ist. Wahrscheinlich klinge ich verwöhnt und arrogant, aber ich kann das nicht. Ich kann nicht 40h oder mehr meiner Lebenszeit pro Woche für irgendetwas verschwenden, hinter dem ich nicht stehe, worin ich keinen Sinn sehe und was mich nicht glücklich macht. Nein, es muss nicht einmal glücklich sein. Es reicht auch schon zufrieden.

Ich bin keine Schülerin mehr, aber wahrscheinlich weil ich mich genau wieder wie eine fühle, hat mich der Vortrag von Ali Mahlodji (whatchado.com) bei der Bloggerkonferenz in Linz so bewegt. Weil all das wovon er geredet hat, einfach eins zu eins zu meiner aktuellen Situation passt.

„Wenn die Zukunft dunkel ist, dann hat man Angst und keine Perspektive. Und wer Angst hat, hat keine Möglichkeiten sich zu entfalten.“

Ich verstehe das nicht nur, sondern ich spüre es ganz stark. Er sagt wir leben unser Leben als wäre es eine Generalprobe für später. Und genau das will ich nicht. Wir sind in diesem Land so unfassbar privilegiert mit all dem was wir haben. Mit all den Möglichkeiten, den Absicherungen. Selbst wenn ich wenig Geld habe, lebe ich in Österreich im Vergleich zu anderen im puren Luxus. Und wie jeder weiß, steht in der Maslowschen Bedürfnispyramide an der Spitze die Selbstverwirklichung. Wenn alle grundlegenden Bedürfnisse gestillt sind, dann wollen wir mehr. Ich will mehr. Nicht mehr Geld. Sondern mehr Leben. Sinnvoll leben. Nicht nur für mich oder für den Profit eines Unternehmens. Ich will auch für andere leben. Für mehr Menschlichkeit. Die Welt im Kleinen verändern, auch wenn ich sie alleine nicht retten kann. Ali meint, auch wenn man nur einem Menschen hilft, dann hat man zumindest seine Welt für immer verändert.

Wenn ich mich in meiner Ahnungslosigkeit manchmal doch noch traue auf mein Innerstes zu hören, dann gibt es genau drei Dinge die ich machen möchte. Ich möchte schreiben & kreativ sein, ich möchte reisen und die Welt entdecken und ich möchte mit Menschen in Kontakt treten und ihnen helfen. So gut ich kann. So viel ich kann. Drei große Leidenschaften, die zusammen meine Berufung sind und die ich irgendwie zu meinem Beruf machen möchte. Nicht nur möchte, sondern muss. Weil ich weiß, dass ich sonst für immer ein Leben leben würde, das mich nicht erfüllt.

„Die Welt braucht mehr Orientierung!“, sagt Ali. Und ich weiß, dass er recht hat. Ich weiß, dass ich persönlich sogar ganz viel davon brauche. Denn wenn ich ein Ziel vor Augen habe, dann weiß ich, dass ich es umsetzen kann und werde. Wenn ich ein Ziel vor Augen habe, weiß ich, dass sich alles genau richtig ergeben wird. Dass ich alles dafür tun werde.

Momentan versteckt sich dieses Ziel noch. Ganz gekonnt. Hinter Zweifeln und ganz viel Angst. Aber ich weiß, dass Angst offen zuzugeben der erste Schritt in die richtige Richtung ist. Weil es schon mehr ist, als viele andere schaffen. Ich will ehrlich und authentisch sein. Auch wenn mich das verletzlich macht. Weil ich Verletzlichkeit zuzulassen und herzuzeigen sowieso als große Stärke sehe.

An jeder Ecke wird uns eingeflößt wie motiviert und inspiriert wir doch 24/7 zu sein haben. Wie kleine Einhörner, die ständig über Regenbögen springen als wären sie auf Koks. So ist es aber nicht. Und ich will jedem Mut machen zu seiner Angst zu stehen, zu seiner Menschlichkeit. Und auch einmal zuzugeben, wenn man gerade an der Motivations- und Inspirations-Front komplett scheitert.

Einen Plan zu haben ist unglaublich sexy. Wir mögen solche Menschen. Vielleicht weil wir merken, dass man nie alles planen kann und diese Menschen uns zumindest noch an der Illusion festhalten lassen. Ich gebe aber ganz offen zu, dass ich was dies betrifft momentan alles andere als sexy bin. Ich will es auch gar nicht mehr vorspielen.

Im Grunde ist es erst ein Monat her, seit ich meine letzte Ausbildung am Postgraduate Center der Uni abgeschlossen habe. Ich bin offiziell also immer noch Studentin und habe im letzten Monat auch nie nichts getan. Trotzdem fühlt es sich so an. Weil in unserer Gesellschaft scheinbar immer noch nur ein klassischer Vollzeitjob ein richtiger Job ist und man für alle anderen Dinge die man sonst macht und erreichen möchte schräg angeschaut wird. Weil man dann nur naive Träumerin ist. Darum tut es mir so gut unter Menschen zu sein, die mich verstehen. Unter anderen vermeintlich naiven Träumern und unter solchen, die dadurch inzwischen sogar Großes bewirkt haben.

Gestern hat es geregnet, heute scheint die Sonne. Der April und ich. Wir schwingen momentan im Einklang.
Ich freue mich auf den Mai.
Und spüre mehr denn je, irgendetwas wird passieren.

VA

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16 Comments

  • Reply
    Laura
    24. April 2017 at 14:08

    Liebe Valeria I feel you!

    Ich war sehr früh dick im Startup Business unterwegs und dachte ich kann das alles schaffen und muss diese ganzen Chancen nutzen, die sich da zeigen. Es endete mit Panikattacken, die daraus entstanden, dass ich mir selbst Druck machte und zwischen all den Lebensentwürfen da draußen nicht mehr wusste, was eigentlich meiner ist.

    In vielen Firmen wirst du, wenn du gut bist nur mit noch mehr Arbeit zugeworfen und als ich endlich an dem Punkt war, dass ich das verstand, zog ich die Notbremse. Kündigen, Arbeitslos sein, atmen. Die 4 Monate zu Hause waren großartig für Herz und Kopf. Dann ging es wieder los mit dem Studium und nebenbei immer der Blog als kreatives Ventil. Nie wieder 10h täglich im Büro sitzen zu wollen, trieb mich an, doch immer wieder knallte ich gegen die Schranken dieser Idee. Auch meine Freunde sind erfolgreich, ich bin nun fast 30 und bekomme glücklicher Weise regelmäßig Jobangebote, die ich aber immer wieder ablehne. Leider nicht mit vollem Stolz, sondern weil ich mir treu bleiben will. Zwischendrin kommt dann immer wieder der Zweifel: Scheisse ein berechenbares Einkommen in einer der vielen Firmen, die mich wollen, wäre das nicht einfacher?
    Würden dann nicht die Netflix-Anfälle wegfallen, mit denen man sich runterbringt an einem Tag, an dem man nichtmal anfangen kann vor lauter Angst vor all dem, was geschafft werden muss? Und so dreht sich immer wieder der Kreis.

    Geld ist mir scheißegal. Es nervt nur dann, wenn es so wenig ist, dass man eben alles zählen muss. Zeit ist meine neue Währung, aber in dieser Welt, in der leider mittlerweile auch 80% der Blogs nur aus monetarisierbaren Inhalten bestehen und jede Kreation gleich eine Vermarktung mitdenkt, ist es schwer sich daraus zu befreien und zufrieden zu sein mit dem was man hat. Man soll immer mehr haben/machen/wollen wollen.

    Ich hatte auch gerade wieder eine dunkle Woche hinter mir und gerade mein Konzept für einen neuen Blog, der sich genau mit dieser Befreiung aus einer kapitalistischen und digitalen Abhängigkeit befassen soll. Bis der online ist, hast du vielleicht Freude daran, das heir zu lesen: http://www.einfach-machen.blog/ich-will-das-nicht/

    Du bist nicht allein. Lass mal zusammen eine Revolution anzetteln.

    Laura

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      26. April 2017 at 20:54

      Liebe Laura,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ich verstehe dich wirklich sehr, sehr gut. Ich denke mir auch so oft, wie einfach und gemütlich es doch wäre einfach einen ganz normalen Job anzunehmen. Einer der mir zumindest ausreichend gefällt. Dann muss ich mir keine Gedanken um das Geld machen, habe einen geregelten Tagesablauf und weiß immer ganz genau was ich wann tun muss. Aber noch wehrt sich alles in mir dagegen und solange dies noch so ist, muss ich für mich ausprobieren was sonst noch möglich ist. Auch wenn das definitiv seinen Preis hat.
      Schick mir gerne dann den Link deines neuen Blogs zu, wenn er online ist! Das Thema klingt sehr interessant!
      Ganz liebe Grüße,
      Valeria

      • Reply
        Laura
        1. Mai 2017 at 13:51

        Liebe Valeria, danke dir das mache ich!

        Bis dahin wünsche ich dir eine schnieke Zeit

        Laura

        • Valeria Anna
          Reply
          Valeria Anna
          2. Mai 2017 at 10:19

          Freu mich schon darauf :)!
          Vielen Dank, das wünsch ich dir auch!

  • Reply
    Ernold
    25. April 2017 at 8:19

    Liebe Valeria
    Zuerst einmal danke für diesen Blog, der mich so richtig mitfühlen lässt.
    Mein Gefühl, dass für mich bleibt: Du hast sehr viel gelernt… doch wie dieses nun umsetzen? Nicht irgendwas tun… sonden mit Leidenschaft tun. Erfüllend tun.
    Ich spüre viel Unruhe und Druck.
    Raus da!!!
    Du trägst so viel Potential in Dir. Komm mal zur Ruhe, zur „Besinnung“ = nicht, tagelang tatenlos (faul) herumzusitzen.
    Meinem Gefühl nach stecken in Deinem Blog bereits zumindest Teilantworten auf Deine Fragen…
    Also ich fände da einen Plausch mal höchst interessant!
    Liebe Grüße

  • Reply
    Ernold
    25. April 2017 at 9:17

    Eine seeeehr schöne Darstellung, dass sich die Bedeutung der Arbeit umfangreich ändert und Menschen nicht nur stump irgendwas tun, sondern in ihrem Tun ihrem Herzen folgen wollen. Und der Weg des Herzens ist alles Andere, als Planung, Vorstellung, Umsetzung ehemaliger Anpassung.
    Und ja. Man wollte uns wohl beibringen, dass Freiheit ein Wunderland sei, wo Milch und Honig fließen. Wir glaubten dies solange, bis wir hinter diese Kulissen blicken durften.
    Doch… wenn man einmal hinter diese geblickt hat… wenn man vorgezeichnete Wege verlässt und Gefallen an der vermeintlichen Improvisation des Lebens findet, wenn – so wie Silke sagt – zu sein beginnt wer man ist…
    Dann ändert sich automatisch das Bild der Freiheit.
    Und wenn da Angst ist… heiße sie willkommen. Denn sie vermag Dir gute Hinweise zu geben, was Du Dir in Deiner Freiheit ansehen darfst. Wo und wie Dein Weg in Deine Freiheit führt.
    Dann wandelt sich die anfängliche Angst in (wiedererweckte kindliche) Neugier. Lebenslust. Probier-Lust.
    Willkommen liebe Valeria Anna am großen Spielplatz des Lebens!
    Trau Dich ruhig!
    Du bist nicht alleine… und ich für meinen Teil freue mich, dass Du „mitspielst“! <3

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      26. April 2017 at 20:46

      Vielen Dank für die motivierenden Worte 🙂

  • Reply
    Kati
    25. April 2017 at 9:27

    Liebe Valeria,
    ich bin zum ersten Mal auf deinem Blog und ich bin absolut verliebt. In deinen Schreibstil, in deinen Inhalt und in deine Fähigkeit, andere zum Nachdenken zu bringen. Mein Blog ist erst seit 10 Wochen online – ich mag Beauty und teilweise klar auch die „oberflächlichen“ Dinge. Jedoch liebe ich wie du, das Schreiben. Du machst mir Mut, das mehr zum Thema meines Blogs zu machen. Danke dafür!
    Wahnsinn, was du mit 25 schon erreicht hast. Noch bewundernswerter finde ich deshalb diesen ehrlichen Text.
    Ich bin sehr gespannt, was bei dir als nächstes passiert.
    Alles Liebe für dich,
    Kati

    http://www.kati-onclouds.de

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      26. April 2017 at 20:38

      Liebe Kati,
      vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Ich freue mich wirklich sehr, dass dir mein Blog gefällt und dich motiviert das Schreiben auf deinem eigenen mehr zum Thema zu machen. Es gibt meiner Meinung nach nämlich viel zu wenige solcher Blogs!
      Ich bin auf jeden Fall auch gespannt 😉
      Ganz liebe Grüße,
      Valeria

  • Reply
    Kea
    27. April 2017 at 6:50

    Ach, meine Liebe, für diesen Beitrag könnte ich dich knutschen! Es scheint irgendwie in den Sternen zu stehen, dieses Thema, ich habe ja kürzlich über den Mut zur Unsicherheit geschrieben, weil ich auch mehr und mehr zu dem Denk-Ergebnis komme, dass das Leben überhaupt nicht so geplant und erwartungskonform gelebt werden muss, wir wir alle glauben. Ich finde es stark und mutig, hinter diese gesellschaftliche Maxime zu gucken – so wenige junge Menschen hinterfragen wirklich, ob das Leben mit der 40 Stunden-Woche, dem Reihenhaus, zwei Kindern und einer Pauschalreise im Jahr das ist, was sie möchten. Meistens wird sich nach einer rebellischen Phase dann doch irgendwann angepasst, weil es eben alle anderen auch so machen. Und weil es auch unbequem ist, „anders“ zu sein. Dann eckt man an, muss sich erklären, wird als naiv oder weltfremd betitelt, genau, wie du schreibst. Aber wenn einem das „Leben der anderen“ fremd ist, ist es dann nicht genau das Richtige, weltfremd zu sein? Liebe Grüße! Kea

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      29. April 2017 at 8:04

      Liebe Kea,
      du hast immer so schöne Gedanken. Vielen Dank, dass du sie unter meinem Beitrag teilst! Es fühlt sich momentan wirklich sehr unbequem an, aber ich habe das Gefühl, dass es das jetzt auch einfach sein muss, damit ich mich weiterentwickeln kann. Wäre weiterhin alles einfach nur bequem, würde ich stagnieren und das will ich nicht!
      Ganz liebe Grüße,
      Valeria

  • Reply
    Lea
    1. Mai 2017 at 11:11

    Liebe Valeria,

    du sprichst mir hier auch wieder aus der Seele, ich fühle das Gleiche und mit dir.. Auch habe ich mein Studium absolviert, über 4 Jahre in einer Agentur gearbeitet und die Menschen dort waren wirklich in Ordnung. Jedoch habe ich mich gefragt was das alles eigentlich soll, für was man sich jeden Tag abrackert und das in der 40-Stunden-Woche. Ich spüre ganz genau, was die tiefe Stimme in mir flüstert. Ich bin sonst jemand der verlässlichen Sorte, die ihre Arbeit ernst nimmt und auch eine, die man gerne im Team behält, aber irgendwann (als ich 30 wurde) war da in mir eine Art Explosion und ich habe von einem Tag auf den anderen meinen Job gekündigt und bin für einen Monat nach Kanada gereist. Es war ein einziger Befreiungsschlag! Und ich konnte wieder atmen. Mir war in dem Moment ganz egal, wie es danach für mich weitergeht, ich hatte keinen Job. Als ich dann zurückkam, war es schon etwas holprig und nach einem Jahr habe ich mich fest dazu entschlossen, als Freiberufler zu arbeiten, die Chancen in einer Festanstellung aufzusteigen und mehr zu verdienen habe ich abgelehnt. Heute möchte ich es gar nicht mehr tauschen, ich bin glücklich es getan zu haben und würde es wieder machen. Jedoch verfolgt mich natürlich das Thema weiter, dass wir, die Gesellschaft so privilegiert sind, z.B. in der Bürogemeinschaft sehe ich weiterhin zu, wie sich die viele mit der 40-Stunden-Woche abrackern und ich wieder ab und an denke, dass das nichts für mich ist und da irgendwo noch was geben müsste, ich weiterhin lernen muss, mir nach wie vor treu zu bleiben so weit wie es geht. Auch habe ich ab und an Momente der Angst und Unsicherheit, wie es weitergehen soll, kenne das zu gut! Stets kommen dann aber danach wieder wunderschöne Momente und das ist es wert. 🙂 Es lohnt sich, ganz zu sich selbst zu stehen und das zu leben, was man wirklich fühlt. Es ist so schön, hier Gleichgesinnte zu finden, und dass wir nicht alleine sind. 🙂 Danke dir! Liebe Grüße Lea

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      2. Mai 2017 at 10:32

      Liebe Lea,
      vielen Dank, dass du deine Geschichte mit mir/uns geteilt hast. Es ist wirklich schön, Gleichgesinnte zu finden und ich freue mich sehr für dich, dass du es geschafft hast zu erkennen was du willst und was nicht. Ich glaube nämlich, dass es eigentlich vielen so geht, aber es nicht jeder schafft etwas dagegen zu tun. Weil das Ausbrechen halt nicht so leicht und mit vielen Risiken verbunden ist. Da wirklich diesen entscheidenden Schritt zu machen – dafür ist auf jeden Fall Mut erforderlich.
      Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Erfolg auf deinem Weg und finde deine Website übrigens ganz toll!
      Liebe Grüße,
      Valeria

  • Reply
    René S. Hillbrand
    2. Mai 2017 at 14:17

    Liebe Valeria,

    du sprichst hier von Angst, von Zweifel von Leid.
    Ich aber sehe Freude. Du bist dabei aufzuwachen, dein Herz zu öffnen, deine Seele zu befreien. Dein wahres selbst befreit sich aus den Verstrickungen die DU dein Leben lang aufgebaut hast. Um in dieses System zu passen, wo niemand wirklich hinein passt. Denn wir sind alle einzigartig! Es gibt kein Normal in dieser Welt!
    Der Verstand hat dich bis jetzt sehr stark kontrolliert, mit Zielen, Ehrgeiz, Zweifel, Planen usw. Du bist nicht dein Verstand du bist ein unsterbliches Lichtwesen das sich jetzt aus dieser Kontrolle befreien möchte.
    Die Welt ist in einem Wandel, und dieser Wandel beginnt bei jedem im Inneren. So wie auch bei dir.
    Dieser innere Wandel wird dich zur Erfüllung führen, zu einem Leben in bedingungsloser Liebe!

    Der Ego-verstand hat Angst die kontrolle zu verlieren, zu sterben.
    Deshalb ist es auch gerade so schwierig für dich nichts zu tun, er schickt dir Angst und Zweifel.
    Er möchte nicht das du ruhig wirst, dir Zeit nimmst um deine dunklen Seiten in dir anzusehen, er möchte dich im Hamsterrad behalten. Denn da ist es schön für ihn, da kennt er sich aus, da fühlt er sich wohl. Aber das ist nicht die Freiheit die du dir gerade wünscht, oder?
    Beobachte mal die Gedanken, denn diese Gedanken kontrollieren dich. Sie erzeugen die negativen Gefühle in dir. Sei dir aber bewusst das du nicht diese Gedanken bist, jedenfalls nicht relativ.
    Wenn du die Gedanken und Gefühle nur beobachtest, ohne sie zu verfolgen, zu interpretieren, zu bewerten, ihnen absolut keinen Widerstand gibst-> lösen sie sich auf, denn du gibst ihnen keinen Energie. Nimm die Gedanken und Gefühle an,zu 100%. Leiste keinen Widerstand, das gibt ihnen nur Energie und führt zu Leid.
    Eckhart Tolle beschreibt dies sehr gut in seinem buch: The power of NOW. Würde dir empfehlen es zu lesen.
    Ich könnte hier noch weiter schreiben, beende es hier aber. Wenn du tiefer reingehen möchtest kannst du dich gerne melden 😉

    Ich habe die bedingungslose Liebe in mir entdeckt, diese möchte dir zum Abschluss diese Worte und die Energie hinter den Worten mitgeben.

    Ich Liebe dich!
    Danke das es dich gibt!
    Du hast immer ALLES so gut gemacht wie du es in diesem Moment konntest!
    Du bist wunderschön, perfekt, einzigartig!
    Du bist unbeschreiblich!

  • Reply
    Kathrin
    29. August 2017 at 15:19

    Liebe Valerie! Ich verstehe deine Worte gerade so gut, denn mir geht es gerade sehr ähnlich. Eigentlich habe ich wirklich alles um glücklich zu sein, aber ich will mehr. Dein Ausdruck „mehr Leben“ trifft es dabei ziemlich gut. 🙂 Danke dafür!

    Alles Liebe 🙂

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      5. September 2017 at 16:22

      Sehr gerne! Ich hoffe du findest dein „mehr Leben“ 🙂

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