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dies & das

Zum aus der Haut fahren

Es gab Abende, an denen ich sieben Mal aufs Klo rannte. Nicht weil ich so eine schwache Blase hätte. Ich rannte an manchen Abenden sieben Mal aufs Klo, weil meine Arme so sehr juckten, dass ich kurz davor war durchzudrehen. Weil ich am liebsten weinend aus dem Club gerannt wäre. Weil kratzen nur vorübergehende Befriedigung gibt, danach aber alles nur noch schlimmer ist.
Es gab Nächte, da wurde ich kreativ. Habe meinen ganzen Körper mit Alufolie eingewickelt. Weil ich mich selbst davon abhalten wollte mich blutig zu kratzen.
Es gab Tage in der Bibliothek, an denen ich eigentlich lernen sollte. Prüfungswochen standen kurz bevor. Vollste Konzentration erforderlich. Und ich saß da und hätte mir am liebsten meine Haut vom Körper gerissen.
Es gab Zeiten, da traute ich mich keine kurzärmeligen Sachen mehr zu tragen. Weil die ganzen Arme rot waren. Rot und rau und unansehnlich.

Schlaflose Nächte, keine Konzentration mehr, nicht in der Lage zu sein manche Dinge zu genießen. Von Neurodermitis haben die meisten schon gehört. Wie furchtbar unangenehm es sein kann, wenn sie die Überhand gewinnt, können jedoch wohl nur Betroffene nachempfinden.  

Seit ich auf der Welt bin gehört Neurodermitis genauso zu mir wie alles andere an meinem Körper. Als Kind haben meine Mama, Oma und Uroma unzählige Diäten, Cremen, homöopathische Methoden und vieles mehr mit mir ausprobiert. Ohne wirklich herauszufinden woran es tatsächlich liegt, dass es manchmal halbwegs gut geht, und manchmal der gesamte Körper davon übersät ist. Eine Mischung aus dem Essen und psychischen Faktoren wie z.B. Stress – so etwas in diese Richtung, war die schlussendliche Annahme.

Wenn es dann da war, half bei mir früher nur eine Creme. Parfenac. Die man dann ein paar Jahre später nicht mehr kaufen konnte. Irgendeine verbotene Substanz soll sich darin befunden haben. Das ist jetzt ziemlich lange her. Und seitdem habe ich nichts gefunden. Nichts was mir hilft Stellen mit ausgeprägter Neurodermitis auf meiner Haut in den Griff zu bekommen. Außer Kortison. Was bekannter Weise auf Dauer nicht sonderlich gesund ist.
Inzwischen ist meine Neurodermitis längst nicht mehr so stark wie früher. Nur meine Hände sind beinahe immer übertrieben rau und entzünden sich häufig, schwellen dadurch an und machen schlafen durch den Juckreiz oft zur Qual. Alle anderen Körperstellen scheinen sich mehr oder weniger erholt zu haben. Wenn ich jedoch auf blöde Ideen komme, gibt mir die Neurodermitis Bescheid, dass sie noch da ist. Und verdammt hartnäckig sein kann. Wie zum Beispiel wenn ich meine, dass ich doch nach so langer Zeit inzwischen sicher ganz normale super fancy Sonnencreme wie alle andern verwenden könnte. Falsch gedacht.

Ihr merkt, meine Haut ist nicht nur sensibel. Sie ist ein Projekt. Und irgendwelche überparfümierten Duschgels oder Bodylotions mit Glitzer von Victoria’s Secret traue ich mich nicht einmal anzusehen.
Das hat auch Vorteile. Wie wild Drogeriemärkte leer zu kaufen kommt für mich nicht in Frage. Ich muss mir meine Produkte sehr gezielt aussuchen. Denn bereits eine ganz normale Seife, kann meine Haut reizen, sie austrocknen und der Neurodermitis einen Nährboden bieten.

Vor kurzem hat man mich auf nartu aufmerksam gemacht. Bei Marken, die auf natürliche Substanzen mit biologischer Herkunft setzen und bewusst auf Farbstoffe, Parabene und synthetische Konservierungsstoffe verzichten weiß ich, dass ich gute Chancen habe Produkte zu finden, die meiner Haut nicht schaden. Zudem kommen die meisten Produkte von nartu ganz ohne Parfum aus bzw. enthalten sie wenn dann nur verarbeitete ätherische Öle.
Ich durfte freundlicherweise ein paar Produkte testen und habe mich für das Dusch-Shampoo Aloe, den Lip Balm Peach und die Pflegecreme Vine Extract entschieden. Letztere hauptsächlich deshalb, weil ich zuvor in der Beschreibung den Wirkstoff Ballonrebe entdeckt habe, welcher entzündungshemmend, juckreizstillend, antiekzematös und feuchtigkeitsspenden wirken soll und sogar als natürliches Kortison bezeichnet wird.
Es traf sich dann ziemlich gut, dass meine Hände wieder ziemlich stark von Neurodermitis befallen waren. Normale Pflegecremen helfen bei mir zwar bei Trockenheit, nicht jedoch bei bereits entzündeten Stellen. Ich kann ganz ehrlich sagen, dass bisher keine Creme ohne Kortison so wirksam war wie die Regenerationscreme von nartu. Sie riecht unheimlich gut, ohne Parfum zu enthalten. Aber noch viel wichtiger – sie ist tatsächlich juckreizstillend und meine Neurodermitis ging zurück, ohne dass ich meine Notfalls-Kortison-Creme anrührte. Klar hat es um einiges länger gedauert. Homöopathie wirkt eben langsamer. Sie ist jedoch auch um einiges schonender und somit besser für die Haut.

Auch das Dusch-Shampoo ist sehr angenehm und ich habe dadurch keine gereizte Haut bekommen, wie es bei üblichen Duschgels sonst oft der Fall ist. Ich habe es zusätzlich auch gleich für die Haare verwendet und bemerkt, dass es diese vielversprechenden künstlichen Shampoos eigentlich gar nicht zwingend braucht. Ein natürliches Shampoo erzielt mindestens denselben Effekt.
Den Lip Balm Peach mag ich ebenfalls gerne. Zwar bevorzuge ich normalerweise Sticks und nicht diese kleinen Dosen, seinen Zweck auf den Lippen erfüllt er jedoch hervorragend.

Ich möchte mir als nächstes auf jeden Fall die Reinigungsmilch und vielleicht auch das Ingwer-Körperöl oder die Tagescreme bestellen. Für alle, die wie ich unter einer übersensiblen Haut leiden, kann ich den nartu-Shop also guten Gewissens empfehlen. Wenn ihr euch die Produkte und alles weitere ansehen möchtet, um euch selbst zu überzeugen – hier entlang.

Für Neurodermitis-Menschen wie mich gibt es jedoch auch von der La Roche-Posay-Front erfreuliche Neuigkeiten. Ich habe nämlich vor kurzem die Lipikar-Produkte entdeckt, welche als ‚Basispflege für Neurodermitis‘ gelten. Für mich die perfekte Ergänzung zur Regenerationscreme von nartu ist dabei der rückfettenden Balsam ‚Lipikar Baume AP+‘. Dieser enthält ebenfalls keine Duftstoffe und ist sehr gut geeignet für extrem trockene Haut. Zudem soll er auch juckreizlindernd und hautberuhigend sein. Ich habe ihn die letzten Tage nicht zur akuten Neurodermitis-Behandlung verwendet, sondern als Feuchtigkeitsspender und ich finde ihn wirklich sehr angenehm als Basis-Körperpflege.

Neurodermitis ist wortwörtlich zum aus der Haut fahren. Wie oft ich komplett verzweifelt und hilflos war. Wie oft ich mich dadurch eingeschränkt gefühlt habe, es verstecken wollte, das Gefühl hatte, mir die ganze Haut vom Körper kratzen zu wollen.
Die Haut ist das sichtbarste Organ, was das Ganze oft noch schlimmer macht. Jedoch habe ich gelernt, dass es nichts bringt sich dadurch komplett verrückt machen zu lassen. Wichtig ist es einfach der Neurodermitis die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Einfach darauf zu achten, was man sich auf den Körper schmiert und nicht irgendwelchen supercoolen, aber vollkommen künstlichen und hautirritierenden Produkten nachtrauern. Wir essen ja auch nicht ständig Junk-Food, genauso sollten wir unserer Haut nicht irgendwelche Junk-Pflege zumuten. Was nicht nur für Menschen mit Neurodermitis gilt, sondern weitestgehend für alle.

Ich freue mich übrigens immer sehr über weitere Pflege-Tipps. Wer also auch gute Produkte für/bei Neurodermitis kennt, kann sie mir gerne per Kommentar oder Nachricht zukommen lassen.

VA

*dieser Beitrag enthält PR-Samples

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3 Comments

  • Reply
    Froilein Couture
    6. November 2016 at 16:49

    Das klingt wirklich hart… ich freue mich aber für dich, dass du endlich eine Creme gefunden hast die dir hilft, ich habe vor einiger Zeit angefangen mehr auf meine Haut zu achten und tausche mit der Zeit mehr und mehr meiner Produkte gegen natürliche aus, ebenfalls meine Kosmetik. Die Firma klingt echt interessant, werde ich mir dann mal durch schauen :))

    Alles Gute weiterhin, liebst Froilein Couture

    • Valeria Anna
      Reply
      Valeria Anna
      11. November 2016 at 4:58

      Vielen Dank 🙂
      Ja, das lohnt sich auf jeden Fall!

      Ganz liebe Grüße,
      Valeria

  • Valeria Anna
    Reply
    Valeria Anna
    11. November 2016 at 5:02

    Nein also da habe ich absolut keine Probleme damit das zu hören 🙂 Ich esse sowieso schon nur extrem wenig Fleisch. Bzgl. der Milchprodukte könnte es tatsächlich sein, dass ich die nicht so gut vertrage…
    Vielleicht probiere ich es einmal aus, danke für den Tipp und ganz liebe Grüße 🙂

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